Vince Flynn: Der Gegenschlag

Vince Flynn: Der Gegenschlag
Vince Flynn: Der Gegenschlag

Der Gegenschlag ist ein Politthriller, der sich mit dem Thema Afghanistan auseinandersetzt. Vince Flynn bezieht dabei sowohl die politischen Dimensionen mit ein, als auch die Auswirkungen, die Kampfeinsätze für das private Leben von CIA-Agenten haben.

Der Hintergrund ist relativ einfach gestrickt: Eine Terrorzelle wird gesprengt, danach ist klar, dass ein neuer Anschlag von Al Qaida auf die USA bevorsteht. Dieser Anschlag soll vom CIA-Agenten Mitch Rapp verhindert werden, was natürlich auch gelingt. Das Buch beinhaltet mehrere Kampfszenen und auch ausführliche Beschreibung von Verhören mit Folter, die durch die Amerikaner durchgeführt werden.
Dabei sind die CIA-Agenten harte Kerle mit einer recht trivialen Weltsicht: sie tun, was getan werden muss. Politiker werden als ewige Zauderer hingestellt, die sich nur selten dazu durchringen können, harte Entscheidungen zu treffen.
Einen großen Teil des Buches macht das Privatleben von Mike Nash aus, des jüngeren Kollegen von Mitch Rapp, und dessen Umgang mit der Distanz zwischen seinem Beruf als CIA-Agent und seiner Familie.

Fazit: Liest sich gut, muss man aber nicht kennen. Ein Politthriller mit Beigeschmack: Der Autor scheint ein starker Befürworter von extremen Maßnahmen in Hinsicht auf Informationsbeschaffung zu sein. Das entwertet das Buch.

Robin Cook: Die Seuche Gottes

Robin Cook: Die Seuche Gottes
Robin Cook: Die Seuche Gottes

Einen Medizin-Thriller hatte ich noch nie gelesen. Die Beschreibung von Die Seuche Gottes klang aber spannend, so dass ich mir das Buch gekauft habe.
Und ich bin nicht enttäuscht: Es ist spannend und liest sich sehr flott.

Die relativ junge Ärztin Dr. Angela Dawson betreibt mehrere Privatkliniken. In einer davon, dem Angel’s Hospital möchte sich Jack Stapleton einer Operation am Knie unterziehen. Seine Frau Laurie Montgomery, eine Gerichtsmedizinerin, hält die Operation für unnötig und das Risiko für zu hoch. Insbesondere als etliche Patienten aus Dawsons Klinik an postoperativen Infektionen mit einem gefährlichen, resistenten Bakterienstamm erkranken, was für einige von ihnen tödlich endet. Montgomery macht sich auf die Suche nach der Ursache. Die beiden Ärztinnensehen sich dabei in erster Linie eine Gegnerinnen. Dawson ihrerseit kämpft darum, die wirtschaftliche Schieflage der Kliniken zu korrigieren und damit die zweite Pleite in ihrem Leben zu verhindern.
Stück für Stück deckt Montgomery bei ihren Recherchen eine Verschwörung auf, deren korrupte Initatoren über Leichen gehen.

Die Idee einer Seuche in Krankenhäusern ist weder neu noch allzu weit her geholt. Bakterielle Infektionen sind eines der größten Probleme nach Operationen. Cooks Thriller geht aber noch einen Schritt weiter. Er scheint die Ökonomisierung des Gesundheitswesens an sich zu kritisieren und zeigt die daraus resultierende Unvermeidlichkeit der kriminellen Methoden einiger Menschen.
Ein Buch, das man durchaus gelesen haben kann.

Michele Giuttari: Die Signatur

Michele Giuttari: Die Signatur
Michele Giuttari: Die Signatur

Michele Giuttari, Kommissar in Florenz, betätigt sich seit einigen Jahren auch als Autor von Kriminalromanen um den fiktiven Kommissar Ferrara, der ebenfalls in Florenz tätig ist. Die Signatur ist der erste Roman um Ferrara und ist spannend und gut geschrieben.

Ferrara wird von einer Mordserie in Atem gehalten. Zunächst erscheinen die Morde ohne Zusammenhang, aber dann erhält Ferrara eine Reihe mysteriöser Botschaften. Der Zusammenhang zwischen den Morden wird dann deutlich, denn alle Opfer sind homosexuell und haben zerschnittene Gesichter, in denen der Mörder weitere Botschaften für Ferrara hinterlassen hat. Anscheinend versucht der Mörder um jeden Preis als Serienmörder klassifiziert zu werden.

Dem Leser wird relativ früh klar, wer der Mörder ist. Seine Spannung bezieht das Buch vor allem aus der Tatsache, dass die Grund für die Morde bis zuletzt unklar bleibt und aus der für kriminalistische Laien interessanten Darstellung der Verfolgung von Serientätern. Angenehm ist, dass Ferrara nicht von einem CSI-Effekt begleitet wird, sondern auf realistische Weise ermittelt.
Ein spannendes Buch, nicht nur für Italien-Fans.

David Ignatius: Der Einsatz

David Ignatius: Der Einsatz
David Ignatius: Der Einsatz

David Ignatius war mit diesem Buch für mich eine Neuentdeckung. Früher war ich begeisterter Leser der Romane von Tom Clancy um Jack Ryan, der allerdings immer stärkere patriotische Tendenzen, so dass ich mich nach Alternativen umsah.

Zum Inhalt: Im Iran wird an einem Atomprogramm gearbeitet. Ein junger Wissenschaftler, der sich Dr. Ali nennt, tritt mit der CIA über E-Mail in Verbindung und bietet an, Informationen zu liefern. Auf Seite der CIA wird der Analyst Harry Pappas in eine moralische Zwickmühle gebracht, als er die Existenz von Dr. Ali seinen Vorgesetzten mitteilt.
Hardliner in der U.S.-Regierung sehen in den Informationen, die Dr. Ali bietet, einen Grund für eine Invasion des Iran. Da Pappas im Irak-Krieg seinen Sohn verloren hat, möchte er die Wiederholung dieses Desasters verhindern und tut alles, um die Echtheit der Informationen zu prüfen. Dazu gehört auch der Versuch, Dr. Ali aus dem Iran zu holen.
Diese Aufgabe kann er aber nur in Zusammenarbeit mit dem britischen SIS bewältigen, denn die CIA hat im Gegensatz zum SIS keine Spezialeinheiten, die im Iran einsatzfähig wären.
Eine spannende Mission beginnt, in der drei Spezialagenten in den Iran eindringen und einen Überläufer retten.

Der Einsatz ist ein handwerklich perfekter Spionage-Thriller mit viel Action. Sehr positiv hat mich der Realismus überrascht. Die handelnden Agenten greifen zu keinem Zeitpunkt auf Science-Fiction-Equipment zurück, sondern arbeiten mit dem Material, das in einem Land wie dem Iran verfügbar ist. Das Szenario selbst ist nach dem Irak-Krieg durchaus denkbar und politisch brisant.
Ignatius schreibt sehr klar und straff, so dass sich das Buch angenehm liest. Ich kann es empfehlen.

Dan Brown: Inferno

Dan Brown: Inferno
Dan Brown: Inferno

Fast vier Jahre sind seit Dan Browns letztem Roman Das verlorene Symbol vergangen. Eine lange Zeit, aber das Warten hat sich gelohnt. Brown schickt seinen Helden Robert Langdon in gewohnt rasantem Tempo durch ein Abenteuer, dessen Details und Wendungen den früheren Werken in nichts nachstehen.

Nach dem Vatikan, Paris und London sowie Washington D.C. steht diesmal wieder Italien im Mittelpunkt, genauer gesagt Florenz und Venedig. Robert Langdon erwacht in einem Krankenhaus in Florenz und erfährt, dass er angeschossen wurde. Er hat schreckliche Visionen, die mit Dantes Inferno zusammenhängen, kann sich allerdings nicht daran erinnern, was in den letzten zwei Tagen passierte. Er weiß nicht, wie und warum er nach Florenz gekommen ist.
Mit Sienna Brooks, einer jungen Ärztin, flieht Langdon aus dem Krankenhaus und versteckt sich. Ab diesem Zeitpunkt beginnt eine hektische Hetzjagd durch das moderne Florenz, während der die beiden von Attentätern und Regierungstruppen verfolgt werden.

Während der Verfolgungsjagd versucht Langdon in Erfahrung zu bringen, was ihn nach Florenz führte und wie Dantes Inferno damit zusammenhängt. Sein großes Wissen um Kunstgeschichte und seine Fähigkeit zur Interpretation und dem Erkennen von Zusammenhängen helfen Langdon und Sienna beim Lösen der Rätsel um die letzten zwei Tage. Mehrfach muss Langdon, der durch seine Amnesie immer noch irritiert ist, verarbeiten, dass Freund und Feind nicht die sind, die sie zu sein scheinen. Und wie es scheint, schwebt eine gewaltige Bedrohung, die Dantes Inferno Realität werden ließe, über der Menschheit.

Das Thema, dem sich Dan Brown diesmal annimmt ist hoch politisch und brisant: Überbevölkerung. Er erschafft mit Bertrand Zobrist einen glühenden Anhänger von Dantes Inferno und des Transhumanismus, der seine medizinische Brillianz dazu nutzt, die gesamte Menschheit in Gefahr zu bringen. Am Ende lässt Brown Zobrists Lösung für das Überbevölkerungsproblem allerdings in einem positiven Licht erscheinen.
Eine Zukunftsvision, die nachdenklich macht und im Vergleich zu den bisherigen Büchern Dan Browns zum ersten Mal eine deutliche politische und moralische Stellungnahme beinhaltet.

In jedem Fall lohnt es sich, das Buch zu lesen. Es ist spannend und angenehm geschrieben, wie man es von Dan Brown gewohnt ist. Ob man es einfach nur als Thriller oder als Metapher betrachtet, seit jedem selbst überlassen.

Daniel Suarez: Darknet

Daniel Suarez: Darknet
Daniel Suarez: Darknet

Darknet ist die Fortsetzung zu Daemon, dem Debüt von Daniel Suarez. Die Handlung spielt eine Weile nach den Ereignissen von Daemon.

Das Darknet ist mittlerweile integraler Bestandeil der Gesellschaft geworden. Die bestehenden politischen Systeme beginnen, sich aufzulösen. Die Online-Welten, die Sobol mit seinem Unternehmen geschaffen hatte, dienen als alternative Welt, aus der mit Hilfe spezieller Brillen die reale Welt um Informationen angereichert wird. Man sieht sofort, wer dazu gehört und wer nicht. Etliche Menschen beginnen, sich von den zentralen Instituationen wie Staaten loszusagen und schaffen autonome Lebensräume, in denen sie sich mit allem Nötigen versorgen.
Die einzige Verbindung dieser Lebensräume stellt das Darknet dar.

Doch das Darknet ist in Gefahr. Regierungsorganisationen, versuchen es zu vernichten und Pete Sebeck, einst als Polizist mit Ermittlungen im Falle Sobols beauftragt, gerät zwischen die Fronten von Loki, dem ultimativen Verteidiger des Darknet und dem Major, der das Darknet und seine Anhänger um jeden Preis vernichten will. Immer mehr Menschen erkennen jedoch: das Darknet stellt wahrscheinlich die einzige Rettung der Zivilisation dar.

Fazit: Noch besser, schneller und fesselnder als der Vorgänger. Muss man unbedingt gelesen haben!

Daniel Suarez: Daemon

Daniel Suarez: Daemon
Daniel Suarez: Daemon

IT-Thriller machen mich als Informatiker immer misstrauisch. Die meisten sind entweder zu viel Science-Fiction-Roman oder aber der Autor hat kein Verständnis dafür, wie IT funktioniert. Suarez Roman ist eindeutig gehört eindeutig in die erste Kategorie, aber er ist dennoch richtig gut. Gut deshalb, weil bis auf ein einziges Detail alles beschriebene denkbar ist.

Das Detail ist die Idee, dass ein Silicon-Valley-Unternehmer, Matthew Sobol, unheilbar erkrankt, seinen Geist in ein Computer-System transferiert und durch dieses als DAEMON die Kontrolle über Unternehmen und Organisationen an sich reißt.

Wenn man sich damit abfinden kann – und dank des genialen Schreibstils des Autors fällt das leicht – hat man 620 Seiten pure Spannung vor sich, bei denen man sich nie sicher ist, welche der vielen Seiten denn die richtige ist. Faszinierend an dem Buch ist, dass es trotz des zentralen Themas, nämlich wie Internet und Gesellschaft, Politik, Militär und Individuen miteinander wechselwirken, an keiner Stelle vorhersehbar ist.

Fazit: Ein absolutes Muß!

Steve Alten: Schatten der Verdammnis

Steve Alten: Schatten der Verdammnis
Steve Alten: Schatten der Verdammnis

Steve Alten folgt den Spuren von Michael Crichton: extreme Spannung, aus historischen und wissenschaftlichen Fakten oder genialer Fiktion aufgebaut. Schatten der Verdammnis beschäftigt sich mit dem Ende der Welt, wie es der Maya-Kalender für das Jahr 2012 voraussagt – angeblich, wohlgemerkt. Die junge Psychaterin Dominique lernt während eines Praktikums in einer Klink den scheinbar durchgedrehten Michael Gabriel kennen, Sohn des für verrückt erklärten Archäologen Julius Gabriel. Letzterer beschäftigte sich intensiv mit den Rätseln um den alten Maya-Kalender.

Als die Prophezeihung des Weltuntergangs Wirklichkeit zu werden droht, befreit Dominique Michael, der zu wissen behauptet, wie die Katastrophe aufgehalten werden kann, aus der psychatrischen Klinik und die beiden starten zu einer fantastischen und rasenden Jagd um die Wette mit der amerikanischen Regierung, dem Militär und einem Feind, dem die Menschheit nicht gewachsen ist.

Ein spannender Thriller der für kurze Nächte sorgt. Muss man nicht gelesen haben, aber mit Sicherheit um Längen besser als Roland Emmerichs Explosionstirade zum gleichen Thema.

Robert Harris: Ghost

Robert Harris: Ghost
Robert Harris: Ghost

Robert Harris ist ein Meister darin, Fakten mit Fiktion zu vermischen. Ghost beweist dies wieder einmal.

Der ehemalige britische Premierminister Adam Lang will seine Memoiren veröffentlichen. Doch kurze Zeit vor der Veröffentlichung kommt sein Ghostwriter, sein langjähriger politischer Vertrauer McAra, auf tragische Weise ums Leben. Der Ersatzmann, ein professioneller Ghostwriter, wird mit einem gigantischen Honorar geködert und bekommt die Aufgabe, das Manuskript innerhalb von vier Wochen fertigzustellen. Dazu reist er in die USA, wo Lang sich mit seiner Frau aufhält. Kaum angekommen, gerät er in die Spannungen der Politikerfamilie Langs, der zwischen zwei Frauen steht – seiner Ehefrau Ruth und seiner Beraterin Amelia.

Kurz danach veröffentlicht Langs ehemaliger Außenminister Rycart Informationen, die eine Anklage Langs vor dem internationalen Gerichtshof wegen Kriegsverbrechen unausweichlich erscheinen lassen.

Ghost ist ein extrem spannender Thriller, der durchaus einige Fragen um die Rolle der britischen Administraton im Krieg gegen den Terror aufwirft – und sie recht ungewöhnlich beantwortet. Aus meiner Sicht ist der Roman nicht die „Abrechnung mit dem Polikiter Blair“ als die er in ZDF aspekte bezeichnet wurde, dazu ist er nicht politisch genug.

Wie auch schon in seinen früheren Werken wirft Harris einen Blick von außen auf die Ereignisse, ohne eine politische Position zu beziehen. Dies schadet dem Roman aber auf keinen Fall, so dass ich ihn uneingeschränkt als Lesevergnügen empfehlen kann.

Michael Crichton: State of Fear

Michael Crichton: State of Fear
Michael Crichton: State of Fear

Michael Crichtons wohl meistdiskutierter Roman beschäftigt sich mit dem Thema der globalen Erwärmung.

George Morton, ein Multimillionär aus Los Angeles, ist Hauptfinanzier der Umweltorganisation NERF. Seit vielen Jahren unterstützt er die Umweltaktivisten aus der tiefen Überzeugung, das Rrichtige zu tun, bis er eines Tages erfährt, dass sein Geld für Umweltterrorismus verwendet wird. Kurz nach einem Auftritt bei einer wichtigen Konferenz von NERF stirbt Morton bei einem Autounfall. Sein Anwalt Peter Evans macht sich gemeinsam mit Mortons Assistentin Sarah und Professor John Kenner, einem Spezialisten für Umweltprobleme, auf die Suche nach der Ursache für Mortons Tod. Und was Evans von Kenner über Umweltorganisationen erfährt, stellt sein gesamtes Weltbild auf den Kopf…

Crichton provozierte mit seinem Roman nicht nur Umweltschutzorganisationen.
In seiner Fiktion lässt Crichton sie den Versuch unternehmen, einen Tsunami auszulösen, um einen Beweis für die globale Erwärmung zu haben. Durch die Figur des Professor Kenner stellt Crichton viele Thesen zur globalen Erwärmung in Frage und belegt seine Zweifel mit – wie man es von ihm gewohnt ist – mit gut recherchierten Artikel aus Fachpublikationen.

Wenn man, wie ich, kurz vorher Tim Flannery gelesen hat und dann Crichtons Darstellung sieht, kommt man schon ins Grübeln, wie viel Wirklichkeit an all dem ist…

Fazit: Ein absolutes Muss, wenn man sich für Umweltproblematiken interessiert oder einfach nur spannende Thriller mag.