Terry Goodkind: Die Günstlinge der Unterwelt

Terry Goodkind: Die Günstlinge der Unterwelt
Terry Goodkind: Die Günstlinge der Unterwelt – Das Schwert der Wahrheit 3

Mit dem Schwert der Wahrheit höre ich jetzt auf. Was Terry Goodkind hier im dritten Band fabriziert ist an Absurdität kaum zu überbieten.

An sich könnte das ja eine spannende Geschichte sein, der Handlungsbogen ist groß angelegt und von mir aus kann man damit gut elf Bände füllen.

Wie man so etwas macht, zeigt George R.R. Martin ja sehr gut. Aber Goodkind ist davon meilenweit entfernt.

Zum Inhalt: Richard sitzt in Aydindrill und stellt dort die Ordnung wieder her. Er widersteht dort sämtlichen Versuchen anderer Frauen, ihn zu verführen. Nebenbei bringt er 200.000 Mann der d’haranischen Armee unter seinen Befehl, löst die Midlands auf und unterwirft deren Mitgliedsländer.

Zedd und Kahlan flüchten nach Galea, wo Kahlan an Stelle ihrer Schwester Königin werden soll. Richards Gar-Freund Gratch bringt ihnen aber einen Brief, der sie zwingt nach Aydindrill zurückzukehren.

Auf ziemlich krummen Wegen, die in völlig wirre Nebenhandlungen eingebettet sind, kommen Richard, Kahlan und Zedd unabhängig voneinander im Palast der Schwestern der Lichts an. Dort treten sie gegen die Imperiale Ordnung an.

Was mich wundert ist, dass Kahlan in diesem Buch nicht ein einziges Mal fast vergewaltigt wird.

Fazit: Ich erwarte von Fantasy nicht, dass sie realistisch ist. Aber plausibel. Und nicht wirr. Das war erstmal das letzte Buch von Goodkind für eine ganze Weile…

Terry Goodkind: Die Schwestern des Lichts

Terry Goodkind: Die Schwestern des Lichts
Terry Goodkind: Die Schwestern des Lichts – Das Schwert der Wahrheit: Zweites Buch

Das Schwert der Wahrheit hat elf Bände. Die Schwestern des Lichts ist der zweite davon und hätte nicht sein müssen.

Die Geschichte bestärkt mich in meiner Vermutung, dass Goodkind ursprünglich nur einen Band hatte schreiben wollen. Zu Beginn des Buches wollen Richard und Kahlan bei den Schlammmenschen heiraten. Es sein ihnen gegönnt, nur nicht von Goodkind. Richard hat Kopfschmerzen, weil er ein Zauberer ist, das aber nicht sein möchte. Kahlan stört der Strafer, den er seit seiner Zeit bei den Mord’Sith um den Hals trägt.

Die beiden haben also eine leidlich gestörte Beziehung. Da Goodkind noch neun weitere Bände schreiben muss, klappt die Hochzeit natürlich nicht. Kahlan lässt ihren Richard mit den Schwestern des Lichts gehen, auf das sie ihn von den Kopfschmerzen befreien und zum Zauberer ausbilden. Das will er zwar nicht, aber es ist herrlich dramatisch.

Richard geht also mit den Schwestern des Lichts und räumt unterwegs mächtig auf. Da wird hier eine Jungfrau befreit, da wird dort eine jahrhunderte alte Tradition gekippt, alles für die gute Sache. Im Palast der Schwestern des Lichts sorgt er dann weiter für gute Stimmung. Aber eigentlich will er nur zu Kahlan, auch wenn er eine ganze Weile braucht, bis ihm das klar wird.

Kahlan ist nicht nur die Mutter Konfessor und wunderschön, sondern auch in militärischen Fragen überaus gebildet. Sie übernimmt ein Heer von 4000 Knaben, deren Heimatstadt vernichtet wurde und führt sie nackt und mit weißer Farbe bemalt in die Schlacht. Sie schafft es dann, während der weiteren Handlung drei mal fast vergewaltigt zu werden. Die ersten beiden Fast-Ereignisse sind ja noch einigermaßen plausibel, das letzte ist einfach nur bescheuert. Achja: Vor der letzten Beinahe-Vergewaltigung werden ihr noch schnell die Haare geschnitten. Ein wichtiges Detail.

Am Ende wird Kahlan geköpft. Richard ist deshalb sauer und massakriert den Rat der Midlands. Dann wurde Kahlan doch nicht geköpft, weil Zedd ein cleverer Bursche ist. Richard lässt Kahlans Haare wieder wachsen und entfernt auf magische Weise seinen Bart, den er bei den Schwestern des Lichts hat wachsen lassen. Die beiden schlafen auch miteinander. Könnte man jedenfalls denken, denn Goodkind geht darauf nur in Andeutungen ein. Es war vermutlich nicht interessant genug für ihn, weil die beiden das gewaltfrei vollzogen haben. Auch diese Zeit der ungestörten Zweisamkeit sei ihnen gegönnt, wobei Goodkind das ganze wieder in Absurde verdreht, weil Richard Kahlan nach dieser Nacht seinen Strafer schenkt. Ohne Worte.

Fazit: 1300 Seiten, die man auch in 200 hätte unterkriegen können. Unzählige, völlig irrelevante Nebenhandlungen (die werden später sicher noch ganz wichtig) und die ständigen Kahlan-wird-fast-missbraucht-Szenen lassen mich überlegen, ob ich die Bücher weiterlese. Die Fernsehserie war definitiv besser. Da die Storyline an sich eine nette Sword & Sorcerer-Geschichte ist, gibt’s bei Goodreads drei Sterne.

Terry Goodkind: Das erste Gesetz der Magie

Terry Goodkind: Das erste Gesetz der Magie
Terry Goodkind: Das erste Gesetz der Magie – Das Schwert der Wahrheit: Erstes Buch

Ich gebe zu: Ich habe zuerst die Serie „Legend of the Seeker“ gesehen. Und die fand ich gar nicht schlecht, wenn auch teilweise etwas chaotisch.

Da sich sämtliche Bände bereits im Besitz der Familie befanden, habe ich mich also aufgemacht, das Schwert der Wahrheit zu lesen. Ich vermute, darin unterscheide ich mich von Marion Zimmer Bradley, denn der wahre Erbe Tolkiens ist Terry Goodkind definitiv nicht. Goodkind schreibt poetischer als Tolkien, seine Welt ist aber bei weitem nicht so komplex. Man gewinnt eher den Eindruck, dass Goodkind sich am Beginn des Buches selbst noch nicht im klaren ist, wo es enden wird.

Nun, schreiben kann Goodkind, das steht fest. Er schafft es auch, den Leser mit den Charakteren mitfiebern zu lassen. Man leidet mit ihnen, man freut sich mit ihnen. Aber irgendwie sind diese Charaktere… dünn…? Die Kahlan aus der Fernsehserie war bei weitem nicht so machtbewusst, aber wesentlich sympathischer. Und Richard… ich kann mich nicht entscheiden, ob er ein Haudrauf ist – manchmal musste ich beim Lesen an die Conan-Filme mit Arnold Schwarzenegger denken – oder ein verkanntes Genie. Zeddicus Zu’l Zorander ist ziemlich cool, er ist tatsächlich die sympathischste Gestalt, die Goodkind erschaffen hat.

Was ich mich recht besorgt frage ist, inwieweit das Buch autobiografische Züge enthält. Wenn man liest, was die Mord’Sith mit Richard so anstellen, dann hat Goodkind entweder ein gestörtes Sexualleben oder Drogen genommen, die ich definitiv nicht ausprobieren werde. Und die Kapitel mit den Mord’Sith ziehen sich…

Ach, und dann ist da noch diese Love Story zwischen Richard und Kahlan. Die war in der Serie auch besser umgesetzt. Sie wird schon am Ende des ersten Bandes aufgelöst. Wollte Goodkind eigentlich gar nicht weiterschreiben?

Fazit: Ich kann die Begeisterung um das Schwert der Wahrheit nicht verstehen. Ok, Goodkind kann sehr poetisch schreiben, aber die Story ist nichts besonderes, die Welt nicht komplex. Ich würde das Schwert der Wahrheit auf keinen Fall mit Tolkiens Werken vergleichen. Kann man lesen, 3 Sterne bei Goodreads.