Joe Haldeman: Der ewige Krieg

Joe Haldeman: Der ewige Krieg
Joe Haldeman: Der ewige Krieg

Die Zukunft ist düster für alle, die zum Militär einberufen werden. Sie kämpfen gegen einen Feind, den sie nie zu sehen bekommen. Sie unternehmen Reisen, die sich über Monate und Jahre erstrecken, in denen sie im Tiefschlaf in gigantischen Raumschiffen durchs All rasen.

William Mandella ist Soldat und erzählt über seine Erlebnisse eines mehrere hundert, ja über tausend Jahre währenden Krieges gegen einen Feind, die Taurier, den die Menschheit nie persönlich getroffen hat. Durch die Effekte der Relativität vergehen für die Soldaten in ihren Raumschiffen nur wenige Wochen und Monate während auf der Erde Jahrhunderte verstreichen. Nach seiner ersten Mission, auf deren Rückreise das Raumschiff durch einen Taurier-Angriff schwer beschädigt wurde, muss Mandella feststellen, dass sich die Gesellschaftsstrukuren auf der Erde radikal verändert haben. Zwar sind er uns seine Kameraden durch den Zinseszins-Effekt reich, aber ein Leben auf der Erde erscheint für ihn nicht mehr lebenswert. Mandella entscheidet sich, Soldat zu bleiben und zieht weiter in den Kampf. Mit Drogen vollgepumpt, psychisch an der Belastungsgrenze, kehr er schließlich nach mehr als eintausend Erdenjahren dem Militär den Rücken zu.

Fazit: Das Buch sollte man gelesen haben. Es zeigt die Widerwärtigkeit eines Krieges, der ebenso sinnlos wie ziellos ist. Gerade zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist das Grundthema des Buches aktueller als jemals zuvor.

Arthur C. Clarke: Die letzte Generation

Arthur C. Clarke: Die letzte Generation
Arthur C. Clarke: Die letzte Generation

Die Menschen sind nicht mehr allein. Übermächtig schweben seit Jahren die Raumschiffe der Overlords über der Erde. Kaum jemand kann sich an ein Leben ohne ihre dauernde Präsenz erinnern. Sie haben für die Menschen viel Gutes getan. Seit ihrer Anwesenheit herrscht weltweit Frieden, es gibt eine Regierung, die die Belange aller Menschen gleichermaßen vertritt.

Doch niemand weiß, was die Overlords planen. Niemand kennt ihre Ziele. Und noch nie hat ein Mensch einen der Overlords gesehen. Bis zum Tag an dem „… Die lederartigen Flügel, die kleinen Hörner, der buschige Schwanz, alles war vorhanden. Die schrecklichste aller Legenden aus unbekannter Vergangenheit war lebendig geworden. Aber nun stand sie in dunkler Majestät lächelnd da…“

Aber die Wahrheit über die Overlords ist noch eine ganz andere: Während sich die Menschheit immer weiter entwickelt und die nächste Stufe der Evolution erreicht, sind die Overlords nur Wächter im Auftrag Dritter.

Die letzte Generation gilt neben 2001 – Odyssee im Weltraum als Clarkes wichtigster Roman. Und während in 2001 die Menschheit zu den Sternen aufbricht, wird ihr dieser Weg in Die letzte Generation für immer verwehrt bleiben.

Das Buch hat auch 60 Jahre nach dem Erscheinen der ersten Auflage nichts von seiner Brillianz verloren. Die Geschichte von Die letzte Generation hätte so vor 20 Jahren spielen können, sie könnte sich heute ereignen oder morgen.

Fazit: Muss man gelesen haben, wenn man über Science Fiction sprechen will. Und auch dann, wenn man nur darüber philosophieren will, wieviel Gutes wohl im Menschen steckt.

Dan Simmons: Die Hyperion-Gesänge

Dan Simmons: Die Hyperion-Gesänge
Dan Simmons: Die Hyperion-Gesänge

Stephen King sagte: „Dan Simmons schreibt wie ein Gott“.

Viel kann ich dem nicht hinzufügen, denn die sprachliche Eleganz der Hyperion-Gesänge ist ein Genuss ganz besonderer Art. Die beiden Bände Hyperion und Der Sturz von Hyperion knüpfen nahtlos aneinander an, wenngleich sie inhaltlich verschiedener kaum sein können. Das Buch ist nichts für zartbesaitete, Kämpfe, Gefechte und manch andere Szenen werden von Simmons in einer Präzision beschrieben, dass man das Gefühl hat, nicht nur dabei, sondern vielmehr ein Teil von ihnen zu sein.

Angenehm ist, dass in den Hyperion-Gesängen viel Technologie zum Einsatz kommt, die für den Mensch des 20. oder 21. Jahrhunderts unvorstellbar ist, aber dennoch auf den Versuch verzichtet wird, sie mit den Mitteln der heutigen Physik zu erklären. Dieser wäre ohnehin zum Scheitern verurteilt und ähnlich wie sich heutzutage kaum jemand Gedanken über die Funktionsweise eines Handys macht, machen sich die Personen in einigen tausend Jahren Gedanken über die Funktionsweise der zum Alltag gehörenden Farcaster, mit denen man ohne Zeitverlust von Planet zu Planet reisen kann oder das allgegenwärtige Netz.

Zum Inhalt:
Eine Gruppe von sieben Pilgern wird entsandt, den Planeten Hyperion zu besuchen. Dort lebt das Shrike, auch Herr der Schmerzen genannt. Ein Wesen, dessen Herkunft unbekannt ist, das aber unendlich grausam mit allen verfährt, die sich unachtsamer Weise in seine Nähe begeben. Die Pilger könnten unterschiedlicher nicht sein, ein Konsul, ein Priester, ein Soldat, ein Dichter, ein Gelehrter und eine Detektivin. Sie alle erzählen ihre Geschichte im Laufe der Reise zu den Zeitgräbern auf Hyperion. Eine Geschichte kann jedoch nicht erzählt werden. Der siebte Pilger, ein Tempelritter, verschwindet während der Reise auf mysteriöse Weise. Allen Geschichten ist gemein, dass wenngleich außer dem Konsul keiner der Reisenden jemals zuvor Hyperion betreten hat, der Planet eine wesentliche Rolle im Leben ihrer Erzähler spielt. Der erste Teil endet damit, dass die sechs verbliebenen Pilger die Schlucht mit Zeitgräbern auf Hyperion erreichen.

Während sich der erste Teil ausschließlich auf die Pilger konzentrierte, stehen im zweiten Band Der Sturz von Hyperion die politischen Geschicke in der Galaxis im Mittelpunkt. Was man im ersten Teil nur ahnte, wird hier bestätigt. Hyperion ist viel mehr als ein Planet am Rand, auf dem zufällig das Shrike entdeckt wurde. Hyperion wird der Ausgangspunkt der größten Veränderung sein, die die Menschheit seit Jahrhunderten erlebt.

Fazit: Wer gute Nerven hat, sich an blutigen Stellen nicht stört und einen Sinn für poetische Sprache hat, dem seien die 1450 Seiten der Hyperion-Gesänge von Dan Simmons unbedingt ans Herz gelegt.

Isaac Asimov: Die Foundation-Trilogie

Isaac Asimov: Die Foundation-Trilogie
Isaac Asimov: Die Foundation-Trilogie

Asomivs Foundation-Trilogie ist mit Sicherheit eines der meistdiskutierten Werke über die ferne Zukunft der Menschheit. Und das nicht ohne Grund, zeichnet Asomiv doch ein Bild, das dem Leser wie ein Blick in die Vergangenheit und die Zukunft zugleich erscheint und gerade deshalb immer wieder zum Nachdenken anregen wird.

Die Galaxis wurde über viele Jahrhunderte lang als Imperium geführt. Allerdings neigt sich eben jenes Imperium seinem Ende zu. Unaufhaltsam zerfällt es immer mehr. Doch der Mathematiker Hari Seldon hat genau dies seit Jahren vorausgesehen und traf Vorkehrungen. Irgendwo, weit weg von den zentralen Planeten des Imperiums gründete er eine Foundation. Auf einem Planeten, der selbst über keine Resourcen verfügt sollen Wissenschaftler verschiedenster Art zusammen den Grundstein für die Zukunft der Menschheit legen, in dem sie an einer Enzyklopädie der Menschheit arbeiten.

Immer wieder geschehen Ereignisse, die drohen, die Foundation zu Fall zu bringen. Und immer geht die Foundation gestärkt aus den Ereignissen hervor. Aber kann das ewig so bleiben? Kann Hari Seldon tatsächlich mit Hilfe der Psychohistorik das Schicksal der Menschheit vorausberechnet haben? Und irgendwo soll eine zweite Foundation existieren…

Die Foundation-Trilogie besteht aus den drei Bänden Foundation, Foundation und Imperium und Die zweite Foundation. Asimovs Stil, der extrem leicht zu lesen ist, trotz politischer und wissenschaftlicher Diskussionen, macht die gesamten rund 850 Seiten zu einer wahren Lesefreude. Extrem spannend ist das Gedankenexperiment der Psychohistorik, einer Wissenschaft, die es ermöglichst, die Geschichte von Gesellschaften im Großen bereits vorher zu berechnen.

Fazit: Ein absolutes Muss für alle, die sich für die Zukunft interessieren.

Frank Herbert: Die Ordensburg des Wüstenplaneten

Frank Herbert: Die Ordensburg des Wüstenplaneten
Frank Herbert: Die Ordensburg des Wüstenplaneten

Der sechste Band über den Wüstenplaneten war das letzte Buch Frank Herberts. Es schließt direkt an den fünften Band an.

Die Geehrten Matres verfolgen die Bene Gesserit durch die Galaxis mit dem Ziel, sie auszurotten. Odrade, die unfreiwillig die Führung der Bene Gesserit übernommen hat, versucht den Orden zu retten und gleichzeitig den Wüstenplaneten wiederherzustellen, der von den Geehrten Matres vernichtet wurde. Duncan Idahoe ist mit der ehemaligen Geehrten Mater Murbella und dem letzten der Bene Tleilax Scytale in dem Nicht-Schiff gefangen, mit dem ihnen die Flucht gelungen ist. Duncans Aufgabe soll es sein, den Ghola von Miles Teg, den großen Militärführer der Bene Gesserit, auszubilden und Murbella soll zur Bene Gesserit bekehrt werden. Währenddessen verwandelt Sheeana, die die Sandwürmer auf Rakis beherrschte, den Ordensburgplaneten in einen Wüstenplaneten, in der Hoffnung, daß sich wieder Sandwürmer ansiedeln. Es kommt schließlich zum Show-Down zwischen den Geehrten Matres und den Bene Gesserit und fast schein es, als würden die Bene Gesserit den Sieg davon tragen.

Auch der sechste Teil steht in Spannung seinen Vorgängern in nichts nach. Leider konnte Frank Herbert den Zyklus um den Wüstenplaneten nicht selbst beenden, so daß der Roman mit seinem offenen Ende für sich stehen bleiben muß.

Frank Herbert: Die Ketzer des Wüstenplaneten

Frank Herbert: Die Ketzer des Wüstenplaneten
Frank Herbert: Die Ketzer des Wüstenplaneten

Das fünfte Buch Frank Herberts über den Wüstenplaneten ist ebenso wie die ersten vier Teile sehr spannend erzählt. Es spielt viele tausend Jahre nach den Ereignisse um Paul Atreides und der Herrschaft seines Sohnes Leto II., des Gottkaisers.

Die Menschen, die in dieser Zeit in die Diaspora auswanderten, kehren nun zurück und haben nur ein Ziel – sie wollen die Melange, das Gewürz, das von den geheimnisvollen Sandwürmen auf dem Wüstenplanet Rakis (früher Arrakis) produziert wird.

Die Schwesternschaft der Bene Gesserit, die nach wie vor ihr Zuchtprogramm um die Familie der Atreides betreibt, versucht dies zu verhindern. Notfalls auch mit dem Preis der Zestörung der Schwesternschaft und des Wüstenplaneten.
Der einzige Charakter, der dem Leser der vorangegangenen Romane um den Wüstenplaneten bekannt sein wird, ist Duncan Idahoe, von dem die Bene Tleilax immer neu Gholas hergestellt haben. Das tut jedoch der Spannung keinen Abbruch, sind die weiteren Protagonisten doch wie man es von Frank Herbert gewohnt ist, komplex erdacht und detailliert beschrieben.

Das Geheimnis der Sandwürmer wird auch in diesem Teil nicht gelüftet, aber dafür erfährt man, was es mit den Axolotl-Tanks der Tleilaxu auf sich hat. So viel sei verraten: es ist sehr überraschend.

Mein Fazit für dieses Buch: Wem die ersten vier Bände gefallen haben, muß es unbedingt lesen. Wer die anderen Teile noch nicht kennt, sollte deren Lektüre zunächst nachholen.