Mario Puzo: Der Pate

Mario Puzo: Der Pate
Mario Puzo: Der Pate

Der Klassiker. Ein Meisterwerk.
Eine Geschichte, spannend erzählt wie sonst nur wenige. Die Familie des Don Corleone führt einen der mächtigsten Mafia-Clans der Stadt New York. Als andere Familien ins Drogengeschäft einsteigen, weigert sich Corleone es ihnen gleich zu tun. Dafür bezahlt er bei einem Attentat fast mit seinem Leben. Schwer verletzt übernimmt sein Sohn Sonny die Geschäfte, doch ihm fehlt es an Erfahrung. Ein Bandenkrieg beginnt, der sich über Jahre hinzieht und am Ende scheint es, als sei die Familie der Corleones der Verlierer. Doch Don Corleone plante umsichtig und lang.

Bevor ich mich hier weiter über den Inhalt auslasse: lest das Buch! Spannung pur, eine Prise Humor und viel italienische Familienkultur. Man kommt nicht umhin, eine gewisse Sympathie für die Mafia zu entwickeln, wenn liest, wie mit Don Corleone alles begann.

Frank Herbert: Die Ketzer des Wüstenplaneten

Frank Herbert: Die Ketzer des Wüstenplaneten
Frank Herbert: Die Ketzer des Wüstenplaneten

Das fünfte Buch Frank Herberts über den Wüstenplaneten ist ebenso wie die ersten vier Teile sehr spannend erzählt. Es spielt viele tausend Jahre nach den Ereignisse um Paul Atreides und der Herrschaft seines Sohnes Leto II., des Gottkaisers.

Die Menschen, die in dieser Zeit in die Diaspora auswanderten, kehren nun zurück und haben nur ein Ziel – sie wollen die Melange, das Gewürz, das von den geheimnisvollen Sandwürmen auf dem Wüstenplanet Rakis (früher Arrakis) produziert wird.

Die Schwesternschaft der Bene Gesserit, die nach wie vor ihr Zuchtprogramm um die Familie der Atreides betreibt, versucht dies zu verhindern. Notfalls auch mit dem Preis der Zestörung der Schwesternschaft und des Wüstenplaneten.
Der einzige Charakter, der dem Leser der vorangegangenen Romane um den Wüstenplaneten bekannt sein wird, ist Duncan Idahoe, von dem die Bene Tleilax immer neu Gholas hergestellt haben. Das tut jedoch der Spannung keinen Abbruch, sind die weiteren Protagonisten doch wie man es von Frank Herbert gewohnt ist, komplex erdacht und detailliert beschrieben.

Das Geheimnis der Sandwürmer wird auch in diesem Teil nicht gelüftet, aber dafür erfährt man, was es mit den Axolotl-Tanks der Tleilaxu auf sich hat. So viel sei verraten: es ist sehr überraschend.

Mein Fazit für dieses Buch: Wem die ersten vier Bände gefallen haben, muß es unbedingt lesen. Wer die anderen Teile noch nicht kennt, sollte deren Lektüre zunächst nachholen.

Gerald Messadié: Ein Mensch namens Jesus

Gerald Messadié: Ein Mensch namens Jesus
Gerald Messadié: Ein Mensch namens Jesus

Kann man über eine der bekanntesten Persönlichkeiten des Abendlandes einen Roman schreiben? Diese Frage habe ich mir gestellt, bevor ich das Buch Ein Mensch namens Jesus von Gerald Messadié gelesen habe.

Die Antwort lautet: Man kann.

Das Fasziniende dabei ist: Messadié ist überzeugter Katholik, dennoch schreibt er ein Buch nicht über den Sohn Gottes, sondern über einen Mensch.

Über den Inhalt des Buches gibt es wenig zu erzählen, es erzählt die Lebensgeschichte von Jesus. Allerdings wagt Messadié etwas, daß diesen Roman in konservativen Kirchenkreisen umstritten sein läßt: Jesus erklärt seine Wunder. Und noch etwas hat mich an diesem Buch fasziniert, eine Idee, die die Erklärung für manche Widersprüche im Leben von Jesus liefern könnte – was wäre, wenn Jesus am Kreuz nicht gestorben ist?

Fazit: Das Buch ist spannend, wenn auch für ungeübte Leser eher schwere Kost. Für Leute, die religiösen Themen offen gegenüberstehen ist es auf jeden Fall eine interessante Denkanregung und niveauvolle Unterhaltung.

Frank Schätzing: Lautlos

Frank Schätzing: Lautlos
Frank Schätzing: Lautlos

Die Idee ist so beängstigend wie genial: Was wäre, wenn man einen Menschen mit Licht töten könnte? Ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen, ohne ein Geräusch, aus vielen Kilometern Entfernung. Die Auswirkungen wären fatal – und genau dies ist der Inhalt von Frank Schätzings Roman Lautos.

Der irische Physiker Liam O’Connor, der im Bereich der Lichtbremsung forscht und nebenbei noch Bestsellerautor ist, hält sich im Rahmen einer Lesereise in Köln auf. Dort findet gerade der G8-Gipfel statt und die politische Weltklasse ist zu Gast. Am Flughafen trifft O’Conner jemanden wieder, den er viele Jahre nicht gesehen hat. Jemanden aus seiner Studentenzeit, der sich damals bei der IRA engagierte und deshalb sein Studium abbrechen musste. O’Connor glaubt nicht an einen Zufall und Kika Wagner, die von seinem Verlag beauftragt wurde, auf ihn aufzupassen, ebenfalls nicht. Die beiden decken eine Verschwörung auf, die verheerende Auswirkungen auf die Weltpolitik hätte – ein Attentat auf den amerikanischen Präsidenten ist geplant. Da die Geschichte klingt wie Science Fiction, ist es alles andere als einfach für die beiden, die Polizei zu überzeugen. Noch dazu wo O’Connor dem Whisky alles andere als abgeneigt und bekannt für seine verrückten Geschichten ist.

Frank Schätzing legt hier einen Roman auf dem Niveau von Der Schwarm oder Die dunkle Seite vor. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, leider reichte eine Nacht nicht, um die 700 Seiten komplett zu lesen. Ein Buch, daß nicht nur Thriller-Fans uneingeschränkt empfohlen werden kann, sondern auch allen, die sich für internationale Politik, Terrorismus, Physik und Whisky interessieren. Und Leuten, die etwas über Köln lernen wollten.

Fazit: Muß man gelesen haben! Und nebenbei erfährt man noch vieles über den Kosovo-Konflikt, Lichtbremsung und Whisky. 😉

Günter Ogger: Der Absturz

Ein Flugzeugabsturz in der Schweizer Alpen, bei dem der deutsche Medienfürst Kuhn ums Leben kommt, ist der Auftakt zu ein Wirtschaftsthriller der Extraklasse. Sein Sohn Peter wird vom Studium in Frankreich zurück in seine Heimatstadt München gerufen, um dort erfahren zu müssen, daß der Konzern seines Vaters insolvent ist. Während einer Vortragsreihe an der Ludwig-Maximilians-Universität München lernt er Sheila kennen, eine Afghanin mit düsterer Vergangenheit. Gemeinsam versuchen die beiden den wirklichen Grund für den Tod von Peters Vater herauszufinden und stoßen dabei in die Abgründe der globalen Finanzwelt vor.

Während monatelanger Recherchen, die gespickt sind mit Drohungen und Attentaten, müssen Peter und Sheila erkennen, daß sie sich nicht nur in einer Hinsicht irrten…

Der Roman ist brilliant geschrieben und läßt sich wunderbar lesen. Es gelingt Günter Ogger auf faszinierende Weise Fakten und Fiktion zu vermischen. Man fragt sich immer wieder wo genau die Grenze zwischen beiden liegt. Und am Ende werden nicht nur Peter und Sheila von der Wahrheit überrascht…

Frank Schätzing: Der Schwarm

Frank Schätzing: Der Schwarm
Frank Schätzing: Der Schwarm

Das Meer schlägt zurück: Wale attackieren Menschen, giftige Quallen belagern die Strände, tödliche Krebse kommen aus der Tiefsee an Land…

Der norwegische Biologe Sigur Johanson wird gerufen, eine Wurmart zu untersuchen, die auf dem Grund der norwegischen See plötzlich millionenfach aufgetaucht ist. Noch ahnt er nicht, daß diese Würmer einen verheerenden Tsunami provozieren werden. Zur gleichen Zeit rätselt der Walforscher Anawak über das seltsame Verhalten der Wale vor der kanadischen Küste.

Unabhängig voneinander beginnen die beiden den Ursachen auf den Grund zu gehen und werden schließlich in ein Team von hochkarätigen Wissenschaftlern aus aller Welt berufen, das unter der Leitung des amerikanischen Militärs die Angriffe aus der See zurückschlagen soll. Doch zur Bedrohung der Menschheit kommen zwischenmenschliche Probleme innerhalb des Teams, insbesondere die amerikanische Kommandantin des Teams, Judith Li, verfolgt ihren eigenen Interessen. Die Ursache der Angriffe wird schießlich gefunden – und Johanson und Anawak müssen lernen, daß die Menschheit nicht die höchstentwickelte Lebensform auf der Erde ist, sondern daß es noch andere gibt, die viel älter sind.

Frank Schätzings Roman Der Schwarm sorgte 2005 und 2006 für viel Furore auf dem deutschen Buchmarkt – zu recht, möchte ich meinen. Viele Fakten über das Leben im Meer, das wir weit weniger kennen als das Universum, kombiniert mit einer fesselnden Geschichte über Probleme, denen wir jeden Tag begegnen: Umweltverschmutzung und Ausbeutung der Welt, geschrieben in einer rasanten Sprache, die es fast unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen. 987 Seiten, die man am Stück lesen kann.

Fazit: Ein absolutes Muss!

Website zum Buch

Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger

Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger
Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger

Pi Patel ist Sohn eines indischen Zoobesitzers und zudem praktizierender Christ, Hindu und Moslem.

Eines Tages beschließen Pis Eltern, ihr Leben in Indien aufzugeben und nach Kanada auszuwandern. Einige der Tiere aus dem Zoo werden verkauft, andere kommen mit auf das Schiff, mit dem sie den Pazifik überqueren wollen. Doch die Reise auf dem Schiff dauert nur kurze Zeit, in einem Sturm geht das Schiff unter und Pi findet sich in einem Rettungsboot wieder – zusammen mit einer Hyäne, einem Orang-Utan und einem bengalischen Tiger. Es dauert nicht lange, bis nur noch Pi und der Tiger auf dem Rettungsboot treiben. Entgegen aller Erwartungen schaffen die beiden die Überquerung des Ozeans und landen nach einer schier endlosen Odysse schließlich an der mexikanischen Küste. Dort wird Pi, der nach der langen Reise sehr erschöpft ist, behandelt und erzählt die Geschichte seiner abenteuerlichen Reise – die ihm niemand glaubt. Also erzählt er noch eine andere Geschichte.

Schiffbruch mit Tiger ist ein ganz und gar wunderbares Buch. Es ist komisch, witzig, spannend, grausam, ehrlich und lehrreich – und ein Buch für den Glauben. Martel schreibt schnell und leicht, so daß man das ganze Buch angenehm lesen kann.

Und es ist ein Buch, bei dem man sich am Ende fragt: Was ist wirklich?

Fazit: Ein Muß – ohne Wenn und Aber!

Richard Condon: Der Manchurian Kandidat

Richard Condon: Der Manchurian Kandidat
Richard Condon: Der Manchurian Kandidat

Raymond Shaw, ein amerikanischer Offizier, dessen Kindheit vor allem durch Haß gegenüber seiner Mutter geprägt ist, fällt während des Korea-Krieges zusammen mit einem Spähtrupp in die Hände der Kommunisten. Diese führen beim allen Soldaten des Trupps eine Gehirnwäsche durch, insbesondere jedoch bei Raymond. Zurückgekehrt in die Heimat wird Raymond, der eigentlich alle Menschen gleichermaßen verabscheut, zum Helden hochstilisiert – alle Angehörigen des Spähtrupps bezeugen, daß Raymond allein sie gerettet hat. Die angebliche Heldentat Raymonds kommt seiner Mutter sehr entgegen, kann sie sie doch für ihre politischen Ambitionen nutzen, insbesondere um Raymonds Stiefvater, Senator Iselin, Stück für Stück näher ans Weiße Haus zu bringen. Raymond wehrt sich zwar, doch nur halbherzig; er hat zu viel Angst vor seiner Mutter, die alle Menschen in ihrem Umfeld manipuliert. Auf einer Europareise, auf der Raymond seine Mutter begleitet, bringt diese nicht nur die Vereinigten Staaten in Mißkredit bei den europäischen Regierungen, es geschehen auch einige Morde an hochrangigen Politikern in ihrer Umgebung, für die es keine Erklärungen gibt. Klarheit kommt erst langsam auf, als Raymond, der inzwischen als Journalist bei einer großen Zeitung arbeitet, Ben Macro wiederbegegnet, der noch immer als Offizier in der Armee dient und von Alpträumen geplagt wird. Marcos Träume zeigen, was damals in Korea wirklich geschah, daß nämlich nicht wie bisher vermutet Raymond den Spähtrupp gerettet hat, sondern daß vielmehr alle einer Gehirnwäsche unterzogen wurden. Eine Spezialeinheit wird gebildet, die weitere Morde durch Raymond verhindern soll – was zuletzt auch gelingt, wenn auch zu einem hohen Preis. Das Buch von Richard Condon erschien zuerst 1959, kurz vor dem Höhepunkt des Kalten Krieges, was man der Stimmung im Buch durchaus anmerkt. In den Sechzigern wurde es mit Frank Sinatra verfilmt, 2004 noch einmal mit Denzel Washington, wobei die Handlung in die Zeit des Golfkrieges verlegt wurde. Insgesamt ein sehr spannendes Buch, daß sich, wenn man sich einmal an den Sprachstil des Autors gewöhnt hat, sehr gut liest. Fazit: Kein Muss, aber empfehlenswert

Paulo Coelho: Der Alchimist

Paulo Coelho: Der Alchimist
Paulo Coelho: Der Alchimist

Santiago, ein Schäfer aus Andalusien hat einen wiederkehrenden Traum, der ihm zeigt, daß unter den Pyramiden von Ägypten ein Schatz vergraben liegt. Nachdem er den Traum von einer Wahrsagerin deuten läßt, ist er sich unsicher, welche Bedeutung er ihm beimessen soll.

Schließlich begegnet er aber einem alten Mann, der viele Details des Traumes kennt und sich ihm als König von Salem vorstellt. Der alte Mann empfiehlt Santiago seinem persönlichen Lebensweg nach Ägypten zu folgen. Santiago entschließt sich, dem Traum und dem Rat des Alten zu folgen, verkauft seine Schafe und bricht nach Ägypten auf.

Sein Weg führt ihn zunächst nach Tarifa, wo er sich bei einem Kristallhändler verdingt. Doch schließlich zieht er mit einer Karawane weiter und kommt nach El-Fayum, einer Oase in der er nicht nur seine Liebe findet, sondern auch den Alchimisten, der ihn den Rest seines Weges begleitet. Santiago erreicht die Pyramiden und findet schließlich seinen Schatz – anders jedoch, als vermutet. Coelho, der selbst auf dem Camino de Santiago pilgerte, läßt vieles von dieser Erfahrung in sein Buch einfließen. Sein Buch handelt nicht nur von einer Reise eines Hirten nach Ägypten, sondern auch zu sich selbst. Ein positives Buch, daß motiviert den eigenen Weg durchs Leben entgegen aller Widrigkeiten zu gehen.

Fazit: Ein wunderbares Buch, das man gelesen haben sollte.