Frank Schätzing: Limit

Frank Schätzing: Limit
Frank Schätzing: Limit

Limit hatte ich mir natürlich sofort gekauft nach dem es erschienen war. Zeit es zu lesen, fand ich erst kürzlich. Das Buch wurde ja stark diskutiert, die Meinungen gehen weit auseinander. Viele Rezensenten fanden es zu dick, anderen gefiel die Story Line nicht.

Zunächst jedoch zum Inhalt: Im Jahr 2025 besteht die Hoffnung, die weltweite Energieversorgung durch Helium-3 zu decken. Das Element wurde auf dem Mond entdeckt und kann von den Fusionreaktoren, die ein Unternehmen von Julian Orley entwickelt hat, in Energie umgesetzt werden. Orley ist ein wohlwollender Wirtschafts-Tycoon. Neben der Entwicklung von Fusionsreaktoren gelang ihm auch die Konstruktion des einzigen Weltraumfahrstuhls der Welt – ohne den die Helium-3-Gewinnung nicht wirtschaftlich wäre. Außerdem betreibt er mehrere Luxus-Hotels – das neuste davon auf dem Mond. Dorthin ist er auch mit einer illustren Gruppe potentieller Investoren unterwegs, um sie für seine Geschäfte zu gewinnen.

In Shanghai lebt ein gänzlich anderer Typ Mensch: Owen Jericho, seines Zeichens Internet-Detektiv. Er erhält durch einen Freund, dem erfolgreichen Unternehmer Tu Tian, einen Auftrag: Jericho soll Chen Yuyun, genannt Yoyo, finden. Sie ist die Tochter eines Vertrauten von Tu Tian und steht als Dissidentin unter Verdacht der chinesischen Regierung.

Aus diesen beiden Szenarien formt Schätzing auf über eintausend Seiten eine Story, die spannender kaum sein könnte. Er lässt Orley und seine Gäste über den Mond jagen und Jericho, Tian und Yoyo über zwei Kontinente. Neben der rasanten Handlung schweift Schätzing immer wieder in philosophische, ökonomische oder wissenschaftliche Dialoge und Diskussionen ab. An manchen Stellen gewinnt man den Eindruck, dass er auch einen ganz passablen Erklärbär für die Sendung mit der Maus abgegeben hätte. Aber so ist Schätzing und dafür schätze ich ihn.

Mein Fazit ist: Das Buch ist ein Page Turner. Man muss es nicht unbedingt gelesen haben, dafür bietet es zu wenig Neues. Aber es ist solide Unterhaltung nach Schätzing-Art verpackt als grandioser Science-Fiction-Thriller. Dafür gibt’s vier Sterne bei Goodreads.

Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher

Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher
Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher

Ich hätte nicht erwartet, dass Hildegunst von Mythenmetz in die Stadt der Träumenden Bücher zurückkehrt. Umso mehr freute ich mich, als es dann doch geschah und sich Walter Moers die Zeit nahm, Mythenmetz‘ Erlebnisse wieder aus dem Zamonischen ins Deutsche zu übertragen.

Lange Zeit nach dem großen Brand, der Buchhaim vernichtete, ist Mythenmetz ein erfolgreicher Schriftsteller und so etwas wie eine Legende geworden. Durch ein Schriftstück, das er in seiner Fanpost findet, wird er wieder nach Buchhaim gelockt.
Dort trifft er eine neu errichtete Stadt mit alte Bekannten, veränderten Rollen und neuen ungewöhnlichen Gruppen. Nach einer Weile traut er sich, seinen alten Freund Kibitzer zu besuchen, mit dem er sich in Briefen über die Jahre zerstritten hatte. Dort trifft er auch Inazea wieder, eine Schreckse, die mittlerweile in den Besitz des Schrecksenhammer gelangt ist. Nach einer Versöhnung stirbt Kibitzer, wobei er noch vorher mit seinen beiden Freunden eine Testamentseröffnung durchführt. Dabei vererbt er Mythenmetz eine Karte des Labyrinths der träumenden Bücher.
Mit Inazea besucht Mythenmetz eine Theateraufführung seiner Abenteuer aus dem ersten Teil. Diese Theateraufführung gehört zu einem neuen Kult in Buchhaim, dem Puppetismus, der sich für die Stadt zu einem zweiten Standbein entwickelt hat. Inazea verschafft Mythenmetz einen Termin beim Intendanten des Puppaecircus Maximus, in dem Mythenmetz den verstorbenen Hagob Smeik erkennt. Von ihm erhält er eine Einladung ins Unsichtbare Theater, wohin er sich dann auch auf den Weg macht. Das unsichtbare Theater befindet sich zu Mythenmetz‘ Erschrecken in den Katakomben. Hier beginnt die Geschichte und das Buch endet.

Das Labyrinth der Träumenden Bücher ist ein typischer Moers – mit zwei Schwachstellen. Die erste Schwachstelle ist die lange Erzählung des Theaterstücks über Mythenmetz‘ Abenteuer in Buchhaim. Damit wird eigentlich nur das erste Buch noch einmal kompakt erzählt. Die zweite Schwachstelle ist die Aufteilung in zwei Romane. Diese beiden Dinge führen dazu, dass sich das Buch am Ende unbefriedigend anfühlt. Es ist nicht schlecht, nur einfach unvollständig und überfüllt gleichzeitig.

Fazit: Für Zamonie-Fans empfehlenswert. Vier Sterne, denn so gut wie der erste Teil ist es definitiv nicht.

Daniel Suarez: Kill Decision

Daniel Suarez: Kill Decision
Daniel Suarez: Kill Decision

Mit Kill Decision legt Daniel Suarez sein Zweitwerk vor. Mit Daemon und Darknet hatte er die Messlatte ja sehr hoch gelegt. Entsprechend gespannt war ich auf seinen neuen Roman.

Nun, Kill Decision ist nicht übel, aber er reicht bei weitem nicht an die beiden Erstlinge heran. Die Story ist nicht so komplex, die Auflösung zu trivial. Dennoch ist das Thema Drohnen, insbesondere autarke Drohnen, hochaktuell und entsprechend brisant wird es von Suarez verarbeitet.

Zu Beginn braucht Suarez eine Weile, bis er in die Geschichte findet, da geht einiges drunter und drüber. Vor allem werden zunächst Ereignisse geschildert, die für den weiteren Verlauf der Geschichte eigentlich keinerlei Relevanz haben. Nunja, die beiden wichtigsten Protagonisten sind Odin, ein Soldat , der sich dem Kampf unter dem Radar verschrieben hat – was auch die ein oder andere Unlogik ins Geschehen bringt, so erklärt er, dass er auf einen Offiziersrang verzichtet, damit seine Missionen nicht nachverfolgt werden können, erhält aber seine Befehle von einem Colonel – und Linda McKenney eine Professorin, die die sozialen Strukturen von Ameisen erforscht.

Die eigentliche Handlung beginnt, als die Spezialeinheit von Odin Linda vor einem Attentat rettet. Die Rettungsmission geschieht vor allem, weil das Modell, das Linda zur Simulation von Wanderameisen entwickelt hat, in der Kriegsführung verwendet werden kann – eben zur Steuerung autarker Kampfdrohnen. Die beiden – mit einigen von Odins Spezialeinheit im Schlepptau – flüchten quer durch die ganze Welt und kommen sich dabei näher.

Das Ende ist relativ offen, Odin und Linda sind zusammen, aber ein entgültiger Sieg gegen eine Industrie, die immer mehr automatisierte Waffen produzieren will, erscheint im existierenden System dieser Welt utopisch.

Fazit: Ist ok, wenn auch nicht so gut wie die Thriller ums Darknet. Der Zeitbezug ist wieder topaktuell und man merkt, dass Suarez Ahnung von IT hat. Dafür gibt’s 3 Sterne auf Goodreads.

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Die Schlacht von Corrin

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Die Schlacht von Corrin
Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Die Schlacht von Corrin

Die Schlacht von Corrin schließt die Trilogie um Butlers Djihad ab. Es ist deutlich zu spüren, dass sich Herbert und Anderson verkalkuliert haben, was die Spannungskurve der Geschichte angeht. Im dritten Teil werden etliche völlig neue Personen eingeführt, die für den Fortgang der eigentlichen Handlung überhaupt keine Bedeutung haben. Aber sie werden benötigt, um die Gründung der Navigatoren-Gilde, des Ordens der Bene Gesserit und den Ursprung der Fremen auf Arrakis unterbringen zu können.

Dass das alles unglaubwürdig wird – ja, man kann auch bei einem Science Fiction-Roman von Glaubwürdigkeit sprechen – scheint die Autoren nicht zu interessieren. Die einzige Figur aus dem ersten Band, die noch wesentlich an der Handlung beteiligt ist, ist Vorian Atreides.

Die Handlung dreht sich sehr stark um die Belagerung von Corrin, auf dem sich die letzten Maschinen von Omnius verschanzt haben. Die Politiker der Liga der Edlen wollen keine Soldaten mehr für einen Angriff opfern und so wird die Belagerung ein jahrzehntelanges Langweilen für die Flotte. Die Soldaten stumpfen ab und Omnius gelingt es mit Hilfe einiger menschlicher Kollaborateure eine Krankheit auf Planeten der Menschen auszusetzen. Daraus entwickelt sich eine Nebenhandlung, die schließlich über eine Enkelin von Vorian Atreides die Gründung der Bene Gesserit einleitet.

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Die Schlacht von Corrin
Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Die Schlacht von Corrin – Taschenbuch

Norma Cevna verwandelt sich in die erste Navigatorin und erkennt, wie ihr Antrieb sicher genutzt werden kann, was allerdings im Laufe der Handlung keinerlei Bedeutung mehr hat. Zu guter Letzt wird noch aufgeklärt, woher der Streit zwischen den Häusern Atreides und Harkonnen kommt. Die Ursache ist alles andere als befriedigend und als Grund für einen jahrtausende währenden Zwist mehr als lächerlich.

Fazit: Muss man wirklich nicht gelesen haben. Ziemlich hohl, vor allem ist die Sprache der Übersetzung auf einem sehr niedrigen Niveau. Ob das an der Vorlage liegt, vermag ich nicht zu beurteilen.

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Der Kreuzzug

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Der Kreuzzug
Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Der Kreuzzug

Der Kreuzzug beginnt, wo Butlers Djihad aufhörte: Die freie Menschheit kämpft als Liga der Edlen gegen die Denkmaschinen. Ähnlich wie im ersten Teil erreicht das Autorenduo Herbert & Anderson nicht das Niveau von Frank Herbert, aber die Geschichte als solche ist spannend, wenngleich auch mit etlichen Längen.

Es gibt unzählige parallele Handlungen, in denen die Grundlage für soziale Strukturen und Technologien des späteren Dune-Universums gelegt werden. Es ist ein Science Fiction-Roman, aber es wirkt trotz allem extrem künstlich, dass so viele spektakuläre Entwicklungen parallel geschehen.

Angefangen von der Entdeckung der lebensverlängernden und heilenden Wirkungen der Melange von Arrakis, über die Holtzmann-Schilde und den Holtzmann-Antrieb, die beide von Norma Cevna erfunden werden und etlichen anderen Dingen…

Serena Butler ist kommissarischer Viceroy der Liga der Edlen und lässt in ihrem Namen den Djihad führen, in dem vor allem Xavier Harkonnen und Vorian Atreides kämpfen. Die Schlachten ziehen sich, da es zum Teil Monate dauert, bis die Raumschiffe andere Planeten erreichen. Serena wird im Laufe der Handlung in etliche innenpolitische Querelen verstrickt und findet ihr Ende auf Corrin, als sie auf Anraten der Kogitoren mit Omnius verhandelt. Xavier Harkonnen findet ebenfalls sein Ende, als er herausfindet, dass der Patriach des Djihad mit den Tlulaxa gemeinsame Sache macht und deren Ersatz-Organe nicht in Tanks gezüchtet werden, sondern von Menschen stammen, deren Planeten nicht zur Liga der Edlen gehören.

Norma Cevna entwickelt für Aurelius Venport, der sich mittlerweile von ihrer Mutter getrennt hat, den Holtzmann-Antrieb, der es Raumschiffen erlaubt, ohne Zeitverzögerung zwischen Orten zu wechseln. Allerdings ist der Antrieb schwer zu kontrollieren und regelmäßig gehen Raumschiffe verloren. Aurelius und Norma werden in der Zwischenzeit ein Paar. Normas Mutter Zufa Cevna bildet derweil auf Rossak weiterhin Zauberinnen aus, die durch ihre Gedankenkraft Cymeks vernichten können.

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Der Kreuzzug
Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Der Kreuzzug – Taschenbuch

Normas ehemaliger Mentor Holtzmann wird derweil eifersüchtig auf Normas Erfolge, sie fällt in Ungnade und durch einen von Holtzmann mehr oder weniger wissend verursachten Sklavenaufstand wird der gesamte Planet ins Chaos gestürtzt und das erste Faltraumschiff wird von einigen Sklaven gestohlen und landet auf Arrakis. Die ehemaligen Sklaven landen dort mit Aurelius Geschäftspartner und werden zusammen mit den Gefolgsleuten von Selim Wurmreiter zu den ersten Fremen.

Fazit: Die Geschichte als solche ist spannend, die Handlung im Roman aber ebenso künstlich wie chaotisch. Es gibt keinerlei Überraschungen, obwohl der Stoff genug Raum dafür bietet – noch nicht mal die tatsächlichen Überraschungen sind überraschend. Also eher enttäuschend. Zwei Sterne auf Goodreads. Den dritten Teil lese ich aber noch, weil ich wissen will, was noch alles passiert.

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Butlers Djihad

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Butlers Djihad
Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Butlers Djihad

Mit Butlers Djihad erzählen Brian Herbert und Kevin J. Anderson den ersten Teil der lange zurück liegenden Vorgeschichte zu Frank Herberts Wüstenplanet. Wie auch in den später geschriebenen drei Bänden der Chroniken des Wüstenplaneten erreicht das Autorenduo bei weitem nicht das sprachliche Niveau von Frank Herbert.

Zum Inhalt: Der erste Teil der Legende des Wüstenplaneten behandelt eigentlich die Vorgeschichte von Butlers Djihad. Der Leser lernt die wesentlichen Figuren kennen, Serena Butler, die Tochter des Viceroys der Liga der Edlen, die in die Sklaverei der Denkmaschinen gerät, Xavier Harkonnen, ihren Verlobten, der sie daraufhin tot glaubt, Vorian Atreides, Sohn den Cymek Agamemnon, der sich auf die Seite der Menschen schlägt. Außerdem noch den Allgeist Omnius, der Computer, der die synchronisierten Welten beherrscht und Erasmus, einen eigenwilligen Roboter, dessen Verhalten schon fast menschliche Züge aufweist.

Die Geschichte selbst lässt sich kurz zusammenfassen: Durch die Titanen – zu denen auch Agamemnon gehört – erlangen die Denkmaschinen die Herrschaft über einige Welten der Menschen. Die Liga der Edlen ist nicht betroffen, wird aber zu eigentlichen Beginn der Handlung attackiert. Serena Butler versucht, dagegen auf eigene Faust Maßnahmen zu ergreifen, wird aber von den Maschinen gefangen. Sie wird von Erasmus als Sklavin gehalten und bekommt in der Gefangenschaft ein Kind von Xavier, mit dem sie sich kurz vorher verlobt hatte. Das Kind – Manion Butler – wird von Erasmus getötet, was letzten Endes den Ausschlag für einen Aufstand der Sklaven auf der Erde und damit Butlers Djihad gibt.

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Butlers DjihadParallel dazu werden noch einige weitere Handlungen erzählt, die aus meiner Sicht primär dazu dienen, den Stoff auf drei Bände zu strecken. Eine dieser Handlungen ist die Geschichte von Selim Wurmreiter, dem ersten Bewohner von Arrakis, der auf einem Sandwurm reitet, nachdem er fälschlicherweise von seinem Naib verbannt wurde. Eine andere Handlung dreht sich um Tio Holtzmann, der ja durch den nach ihm benannten Antrieb und die Schilde schon in Frank Herberts Romanen erwähnt wurde. Hier wird schnell klar, dass er bei weitem nicht so genial ist, wie ihn die Geschichte später darstellt, sondern viele seiner Ideen Norma Cevna verdankt, der Tochter von Zufa Cevna, die die Herrin der Zauberinnen von Rossak ist. Um diese und ihren Gatten Aurelius Venport spannt sich dann auch eine dritte Nebenhandlung.

Fazit: Das Buch liest sich relativ schnell, weil die Kapitel so kurz sind. Das sprachliche Niveau ist gerade noch erträglich, die Neugier hält den Leser bei der Stange. Zwei Sterne bei Goodreads.

David C. Smith & Richard L. Tierney: Die Hölle lacht

David C. Smith & Richard L. Tierney: Die Hölle lacht - Die Rote Sonja 3
David C. Smith & Richard L. Tierney: Die Hölle lacht – Die Rote Sonja 3

Grippezeit, Rote Sonja-Zeit. Am dritten Tag meiner Bettlägerigkeit hat mich ebenfalls ein Roman um die …ähm Kriegerin unterhalten. Der dritte Band der Buchreihe war genauso belanglos wie die ersten beiden Teile, also perfekt zum Nicht-Denken-Müssen.

Diesmal beginnt die Geschichte auf einem Schiff, das vor einer Insel, auf die verurteilte Verbrecher verbannt werden, strandet. Die Strandung passiert natürlich nicht zufällig, sondern weil einer der Gefangenen – Athu – sich einer Gottheit als Diener zur Verfügung stellt, die seit Jahrhunderten darauf wartet, wieder Macht zu erlangen.

Einige Gefangene wollen von der Insel fliehen und Athu verspricht, ihnen dabei zu helfen. Er beschwört einen Sturm herauf, der eben jenes Schiff – auf dem sich natürlich Sonja befindet – zur Insel bringt. Die meisten der Leute auf dem Schiff werden abgeschlachtet – Athu benötigt viel Blut für etwas, das er sein „Lehmwerk“ nennt. Sonja kann gemeinsam mit dem Kapitän und einigen anderen entkommen. Natürlich schließen sich Sonja und ihre Begleiter den Soldaten an, die die entkommenen Genfangenen wieder einfangen möchten. Das stellt sich allerdings wegen Athus übernatürlicher Zauberkräfte als schwierig heraus und sie alle landen auf der Insel. Dort vollenendet Athu dann sein Lehmwerk – einen riesigen Lehm-Mensch, in den er seine Seele transferiert.

Fazit: Ich habe nicht viel erwartet und wurde nicht enttäuscht. Ein Buch, das nicht den Anspruch hat, Weltliteratur zu sein und gerade deshalb ok ist. Muss man nicht gelesen haben, mich hat’s über einen kranken Tag gebracht.

David C. Smith & Richard L. Tierney: Die Nacht der Dämonen

David C. Smith & Richard L. Tierney: Die Nacht der Dämonen - Die Rote Sonja 2
David C. Smith & Richard L. Tierney: Die Nacht der Dämonen – Die Rote Sonja 2

Der erste Band über die Rote Sonja war ja schon so richtig… Sword & Sorcerer halt. Genau richtig, wenn man mit Grippe im Bett liegt und etwas Anspruchsloses lesen möchte, bei dem es nicht so schlimm ist, wenn man dabei einschläft.

Das gilt auch für den zweiten Band über die Rote Sonja. Das Buch hat mich am zweiten Tag Grippe (als ich nicht mehr nur geschlafen habe) unterhalten.

Auch diesmal geht’s um Zauberei, wobei Sonja eigentlich eher in den Hintergrund tritt. Anfangs flüchtet sie aus einem Fort, weil sie verdächtigt wird, den Hauptmann ermodert zu haben. Das war natürlich sein Stellvertreter und eben dieser jagt Sonja tagelang quer durchs Land.

Irgendwann erreicht Sonja eine Stadt, deren Namen ich vergessen habe. Dort werden Jungfrauen einem Erdvolk geopfert, damit die Stadt ihre Ruhe hat. Sonja findet das barbarisch, nimmt es aber hin. Eigentlich wollte sie weiterreisen, wird aber gefangen genommen, weil es eine Prophezeiung über einen Krieger mit roten Haaren gibt. Sie wird von Tiamu, einem Tempelmädchen, befreit und flüchtet in die Arme eines Zauberers. Mit dem versteht sie sich anfangs ganz gut, mit der Zeit wird das Verhältnis aber schlechter, weil der Zauberer die Stadt dem Erdvolk opfern möchte.

Fazit: Insgesamt trägt Sonja relativ wenig zur Handlung bei. Kein Buch, dass man gelesen haben muss. Aber für Grippe-Begleitlektüre ganz ok.

Terry Goodkind: Die Günstlinge der Unterwelt

Terry Goodkind: Die Günstlinge der Unterwelt
Terry Goodkind: Die Günstlinge der Unterwelt – Das Schwert der Wahrheit 3

Mit dem Schwert der Wahrheit höre ich jetzt auf. Was Terry Goodkind hier im dritten Band fabriziert ist an Absurdität kaum zu überbieten.

An sich könnte das ja eine spannende Geschichte sein, der Handlungsbogen ist groß angelegt und von mir aus kann man damit gut elf Bände füllen.

Wie man so etwas macht, zeigt George R.R. Martin ja sehr gut. Aber Goodkind ist davon meilenweit entfernt.

Zum Inhalt: Richard sitzt in Aydindrill und stellt dort die Ordnung wieder her. Er widersteht dort sämtlichen Versuchen anderer Frauen, ihn zu verführen. Nebenbei bringt er 200.000 Mann der d’haranischen Armee unter seinen Befehl, löst die Midlands auf und unterwirft deren Mitgliedsländer.

Zedd und Kahlan flüchten nach Galea, wo Kahlan an Stelle ihrer Schwester Königin werden soll. Richards Gar-Freund Gratch bringt ihnen aber einen Brief, der sie zwingt nach Aydindrill zurückzukehren.

Auf ziemlich krummen Wegen, die in völlig wirre Nebenhandlungen eingebettet sind, kommen Richard, Kahlan und Zedd unabhängig voneinander im Palast der Schwestern der Lichts an. Dort treten sie gegen die Imperiale Ordnung an.

Was mich wundert ist, dass Kahlan in diesem Buch nicht ein einziges Mal fast vergewaltigt wird.

Fazit: Ich erwarte von Fantasy nicht, dass sie realistisch ist. Aber plausibel. Und nicht wirr. Das war erstmal das letzte Buch von Goodkind für eine ganze Weile…

Terry Goodkind: Die Schwestern des Lichts

Terry Goodkind: Die Schwestern des Lichts
Terry Goodkind: Die Schwestern des Lichts – Das Schwert der Wahrheit: Zweites Buch

Das Schwert der Wahrheit hat elf Bände. Die Schwestern des Lichts ist der zweite davon und hätte nicht sein müssen.

Die Geschichte bestärkt mich in meiner Vermutung, dass Goodkind ursprünglich nur einen Band hatte schreiben wollen. Zu Beginn des Buches wollen Richard und Kahlan bei den Schlammmenschen heiraten. Es sein ihnen gegönnt, nur nicht von Goodkind. Richard hat Kopfschmerzen, weil er ein Zauberer ist, das aber nicht sein möchte. Kahlan stört der Strafer, den er seit seiner Zeit bei den Mord’Sith um den Hals trägt.

Die beiden haben also eine leidlich gestörte Beziehung. Da Goodkind noch neun weitere Bände schreiben muss, klappt die Hochzeit natürlich nicht. Kahlan lässt ihren Richard mit den Schwestern des Lichts gehen, auf das sie ihn von den Kopfschmerzen befreien und zum Zauberer ausbilden. Das will er zwar nicht, aber es ist herrlich dramatisch.

Richard geht also mit den Schwestern des Lichts und räumt unterwegs mächtig auf. Da wird hier eine Jungfrau befreit, da wird dort eine jahrhunderte alte Tradition gekippt, alles für die gute Sache. Im Palast der Schwestern des Lichts sorgt er dann weiter für gute Stimmung. Aber eigentlich will er nur zu Kahlan, auch wenn er eine ganze Weile braucht, bis ihm das klar wird.

Kahlan ist nicht nur die Mutter Konfessor und wunderschön, sondern auch in militärischen Fragen überaus gebildet. Sie übernimmt ein Heer von 4000 Knaben, deren Heimatstadt vernichtet wurde und führt sie nackt und mit weißer Farbe bemalt in die Schlacht. Sie schafft es dann, während der weiteren Handlung drei mal fast vergewaltigt zu werden. Die ersten beiden Fast-Ereignisse sind ja noch einigermaßen plausibel, das letzte ist einfach nur bescheuert. Achja: Vor der letzten Beinahe-Vergewaltigung werden ihr noch schnell die Haare geschnitten. Ein wichtiges Detail.

Am Ende wird Kahlan geköpft. Richard ist deshalb sauer und massakriert den Rat der Midlands. Dann wurde Kahlan doch nicht geköpft, weil Zedd ein cleverer Bursche ist. Richard lässt Kahlans Haare wieder wachsen und entfernt auf magische Weise seinen Bart, den er bei den Schwestern des Lichts hat wachsen lassen. Die beiden schlafen auch miteinander. Könnte man jedenfalls denken, denn Goodkind geht darauf nur in Andeutungen ein. Es war vermutlich nicht interessant genug für ihn, weil die beiden das gewaltfrei vollzogen haben. Auch diese Zeit der ungestörten Zweisamkeit sei ihnen gegönnt, wobei Goodkind das ganze wieder in Absurde verdreht, weil Richard Kahlan nach dieser Nacht seinen Strafer schenkt. Ohne Worte.

Fazit: 1300 Seiten, die man auch in 200 hätte unterkriegen können. Unzählige, völlig irrelevante Nebenhandlungen (die werden später sicher noch ganz wichtig) und die ständigen Kahlan-wird-fast-missbraucht-Szenen lassen mich überlegen, ob ich die Bücher weiterlese. Die Fernsehserie war definitiv besser. Da die Storyline an sich eine nette Sword & Sorcerer-Geschichte ist, gibt’s bei Goodreads drei Sterne.