Robert Harris: Dictator

Robert Harris: Dictator
Robert Harris: Dictator

Der letzte Band von Robert Harris Trilogie über das Leben von Cicero beginnt, wo der zweite Teil endete: Cicero befindet sich im Exil, es ist ihm verboten, nach Rom zurückzukehren und kurz darauf wird es auch allen römischen Bürgern unter Todesstrafe verboten sein, ihm zu helfen.

Cicero geht es im Exil sehr schlecht, er sehnt sich nach dem gesellschaftlichen Leben Roms und tut allen, um seine Rückkehr zu ermöglichen. Über seinen Sekretär Tiro lässt er Caesar einen Brief zukommen, in dem er verspricht auf jedwede politische Ambition gegen Caesar zu verzichten, woraufhin dieser ihm die Rückkehr nach Rom ermöglicht.

Allerdings kann Cicero nicht von der Politik lassen und so geschieht es, dass er sich mit Pompeius gegen Caesar verbündet. Wegen Caesars Übermacht müssen Pompeius und seine Anhängt Rom verlassen und Cicero kann erst nach einer ganzen Weile und einer Begnadigung durch Caesar zurückkehren. Cicero stellt sich daraufhin nicht offen gegen Caesar, spricht sich aber für eine Amnestie der Anhänger von Pompeius aus. Das politische Leben im alten Rom erinnert sehr an das moderne Europa. Nachdem Caesar sich zum Diktator erklären lies, steht Cicero im skeptisch bis ablehnend gegenüber, sieht aber auch immer wieder positive Aspekte in Caesars Handeln.

Nach dem Attentat auf Caesar, von dem Cicero völlig überrascht wurde, versucht er, die Lage in Rom zu deeskalieren. Er wendet sich offen gegen Marcus Antonius und unterstützt Octavius, Caesar Adoptivsohn, bei seinen Ansprüchen. Das zunächst sehr freundschaftliche Verhältnis zwischen den beiden beginnt aber ebenfalls nach einer Weile zu bröckeln, woran Cicero nicht ganz unschuldig ist. Cicero wird schließlich durch die Anhänger Caesars hingerichtet.

Neben dem turbulenten politischen Leben werden auch noch Ciceros Scheidung, der Tod seiner Tochter Tullia und die Freilassung seines Sekretärs Tiro erzählt. Wie auch in den vorhergegangenen Büchern wird das Geschehen wieder aus Tiros Perspektive erzählt.

Inwieweit Harris‘ Cicero dem realen Mensch entspricht, wird nie abschließend geklärt werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Romanbiografie fiktive Elemente enthält, zumal auch nicht alle Aufzeichnungen über Cicero erhalten sind. Aber zwölf Jahre Recherche zu den Romanen und das intensive Studium von Zeitgenossen Ciceros und Historikern merkt man Harris‘ Werk im positiven Sinne deutlich an. Es könnte so gewesen sein.

Fazit: Wie auch schon die ersten beiden Teile ein absoluten Muss! 5 Sterne auf Goodreads und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Robert Harris: Titan

Robert Harris: Titan
Robert Harris: Titan

Mit Imperium legte Robert Harris den ersten Teil einer dreibändigen Roman-Biografie von Marcus Tullius Cicero vor, dem wohl bekanntesten Rhetoriker des alten Roms. Titan ist der zweite Teil dieses monumentalen Werks und steht dem ersten Band in nichts nach.

Wieder schildert Ciceros Sekretär Tiro die Ereignisse und wieder wird das alte Rom für den Leser lebendig. Cicero ist Konsul von Rom und muss als solcher schwerwiegende Entscheidungen treffen. Seine alten Widersacher um den Patrizier Catalina machen ihm ebenso zu schaffen, wie neue, allen voran Caesar. Zwischen moralisch richtigem, politisch klugem und den Notwendigkeiten geschuldeten Handeln wird Cicero hin und her gerissen. Politik hat sich in zweitausend Jahren wohl nicht sonderlich verändert. Neben der Politik muss Cicero sich nach seinem Aufstieg in die höchsten sozialen Schichten Roms aber auch gesellschaftlich behaupten. Sein Hang das moralisch Richtige zu tun, führt zu neuen Feinden und zu einem Mordkomplott, das gegen ihn geschmiedet wurde.

Das Buch endet mit Ciceros Abreise aus Rom und dem Antritt seines einjährigen Exils.

Fazit: Ein echter Harris, ein Page Turner ohne Gleichen. Spannend von der ersten bis zu letzten Zeile. 5 Sterne auf Goodreads – das muss man gelesen haben.

Walter Isaacson: Steve Jobs

Walter Isaacson: Steve Jobs
Walter Isaacson: Steve Jobs

An Steve Jobs spalten sich die Gemüter. Wenn ich mit Leuten über ihn oder über Apple spreche, habe ich immer den Eindruck, man kann ihn nur als gottgleich verehren oder abgrundtief hassen.

Mir selbst liegen Extreme ja nicht so. Da ich aber festgestellt habe, dass ich seit ich Apple-Hardware nutze, keine andere mehr haben will, dachte ich mir, es ist an der Zeit, mich mal mit dem Mann, der Apple groß machte, zu beschäftigen.

Walter Isaacsons Biografie ist definitiv kein Heldenepos, das eine ideale Unternehmerpersönlichkeit beschreibt. Er beleuchtet sehr dunkle Seiten von Steve Jobs, die sicherlich einen großen Teil der Faszination ausmachen. Jobs Lebensweg, von Atari zu Apple über Next und Pixar zurück zu Apple, die Höhen und Tiefen, seine Stärken –  das Reality Distortion Field ist eine Legende – und seine Schwächen, seien es die ungewöhnlichen Ernährungsgewohnheiten, der Verzicht auf Dusche und Deo oder seine provozierende Art, Feedback zu geben, werden sehr klar beschrieben. Isaacson schreibt schonungslos offen über Jobs, er schreibt, dass dieser das so wollte. Nun, nach der Lektüre kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass Steve Jobs ausreichend viel Selbstreflexion besaß, um diesen Wunsch zu äußern.

Anders beim Umgang mit sich selbst, insbesondere seiner Krankheit. Hier verhielt sich Steve Jobs wie ein Idiot. Das schreibt Isaacson zwar nicht explizit, aber es steht dennoch deutlich im Buch geschrieben.

Für mich war es krass, im Jahr 2015 zurück zu blicken, auf die letzten 15 Jahre und zu erkennen, wie stark Steve Jobs – sowohl bei Apple als auch bei Pixar – diese Welt verändert hat. Man muss ihn nicht mögen, aber ohne ihn wäre die Welt um einige wunderbare Dinge ärmer.

Am Ende steht Steve Jobs sicher nicht als Held da. Aber als Mensch, mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, der das Glück und die Chance hatte, diese nutzen zu können. Als Vorbild taugt er nicht, aber das ist ihm wohl auch ganz recht.

Fazit: Muss man gelesen haben. Das Buch erhält 5 Sterne, nicht für Jobs Leben, sondern für Isaacsons Arbeit und hervorragenden Schreibstil.

Gunter Dueck: Schwarmdumm

Gunter Dueck: Schwarmdumm
Gunter Dueck: Schwarmdumm

Ich hätte gerne das Gehirn von Gunter Dueck. Meins ist auch ok, aber wenn ein Hirn mit solchem Scharfsinn über die Idiotie intelligenter Menschen philosophiert und selbige pointiert portraitiert, dann muss es schon ein ganz spezielles sein.

Mit Schwarmdumm hat Gunter Dueck sich selbst übertroffen. Er schreibt seit Jahren viele kluge Dinge, ich zitiere ihn regelmäßig und lasse mich von seinen Vorträgen inspirieren. In Schwarmdumm deckt er aber ein Phänomen auf, dass bisher irgendwie keiner auf dem Schirm hatte: Die Schwarmdummheit ist die wahre Gefahr für die Menschheit. Nicht der Turbo-Kapitalismus, nicht die Religionen, noch nicht mal Wolfgang Schäuble und Angela Merkel. Es ist die kollektive Dummheit, die uns im Großen daran hindert, die Intelligenz der Masse zu aktivieren.

Ich erkläre Führungskräften immer wieder, sie sollen nicht danach streben, intelligenter als ihre Mitarbeiter zu sein, denn ein einzelner Mensch kann immer nur begrenzt intelligent sein. Gunter Dueck zeigt, dass ein einzelner intelligenter Mensch unbegrenzt dumm sein kann – weil der Schwarm ihn dumm macht. Egal, ob Prozesse oder Lean Management, alles kann Systeme nur bis zu einem gewissen Grad optimieren. Danach ist Schluss. Mehr geht dann nicht. Darüber hinaus wird das System dumm. Wenn es ein System von Menschen ist, wird es schwarmdumm.

Gunter Dueck hat mit diesem Buch das vermutlich wichtigste Management-Buch des 21. Jahrhunderts geschrieben. Dagegen verblasst selbst ein Peter F. Drucker. Ab sofort hat Gunter Dueck in jeder Bibliothek einen Platz neben Marc Aurel, Hobbes und Adam Smith verdient.

Über Thomas Bernhard sagte mal jemand: Man kann mit Bernhard’schen Sätzen leben. Mit Dueck’schen Sätzen kann man auch leben. Mit Schwarmdummheit will keiner leben. Darum lest die Dueck’schen Sätze, lebt mit ihnen, versteht sie und lebt wider die Schwarmdummheit.

Fazit: Dueck beschreibt einen schrecklichen Zustand (ich bin seit 10 Jahren Consultant, ich weiß, wovon ich rede) mit der Leichtigkeit eines Poeten. Er kennt im Schreiben keine Gnade, scheut keine Konfrontation – und motiviert. Dueck motiviert unglaublich. Das Buch hat 6 Sterne verdient. Die Skala reicht nicht.

Gunter Dueck: Professionelle Intelligenz

Gunter Dueck: Professionelle Intelligenz
Gunter Dueck: Professionelle Intelligenz

Unsere Arbeitswelt benötigt mehr professionelle Intelligenz.

Mit dieser Erkenntnis steht Gunter Dueck nicht mehr allein, aber kaum jemand kann die Notwendigkeit, die Dringlichkeit so konsequent verargumentieren wie er.

Als ehemaliger CTO von IBM Deutschland kann Gunter Dueck viele Dinge beschreiben, die ich auch jeden Tag erlebe. Und ich kann seinen Appell für mehr professionelle Intelligenz nur unterstreichen. Der Mangel an ihr, die Tatsache, dass außer der Domäne des rationalen IQ den Menschen zu wenig beigebracht wird, bringt auch mich immer wieder zum (Ver-)Zweifeln.

Dabei könnte alles so einfach sein… Ganz Mathematiker beschreibt Gunter Dueck dann auch die professionelle Intelligenz sehr systematisch. Nebenbei: Er überträgt die Ausprägungen des alltäglichen betriebswirtschaftlichen Lebens auf Riemanns Modell der vier Grundängste. Allein das ist schon ein intellektuelles Kleinod.

Für die professionelle Intelligenz führt Dueck den PQ ein. Dieser setzt sich aus mehreren Intelligenzen zusammen, die im Laufe des Buches alle sehr gut erklärt werden:

  • IQ – die normale Intelligenz des Verstandes
  • EQ – die emotionale Intelligenz des Herzens und der Zusammenarbeit
  • VQ – die vitale Intelligenz des Instinkts und des Handelns
  • AQ – die Intelligenz der Sinnlichkeit und der instinktiven Lust und Freude (A steht für Attraction)
  • CQ – die Intelligenz der Kreation und der intuitiven Neugier (C steht für Creativity)
  • MQ – der „Sinn für den Sinn“, die Intelligenz der Sinnstiftung und des intuitiven Gefühls (M steht für Meaningful)

Alle zusammen ergeben sie die professionelle Intelligenz. Und nur alle zusammen, sinnvoll ausbalanciert, ermöglichen es uns als Menschen, in der Wissensarbeit wirksam tätig zu sein.

Fazit: Da ich Duecks Schreibstil liebe und das Thema meine tägliche Arbeit mehr als nur tangiert, gibt es für dieses Buch 5 Sterne. Das Buch muss Pflichtlektüre für alle werden, die anderen Menschen etwas lehren oder die andere Menschen führen. Also eigentlich muss das jeder lesen.

 

David Alan Mack: Star Trek Destiny: Lost Souls

David Mack: Star Trek Destiny: Lost Souls
David Mack: Star Trek Destiny: Lost Souls

Lost Souls schließt David Alan Macks Trilogy Star Trek Destiny ab und bringt eine Ära im Star Trek Universum zu einem fulminanten Ende. Ein Showdown, der in Star Trek seines Gleichen sucht.

Die Titan kann mit einem gewagtem Manöver und der Unterstützung von Erika Hernandez den Caeliar entkommen. Sie erreicht den Alpha-Quadranten durch einen Subraumtunnel an der Stelle der Schlacht mit den Borg.

Die Aventine will zur Erde, um den Vorstoß der Borg dort aufzuhalten, doch Picard kann Dax davon überzeugen, dass dieses Vorhaben zu nichts führen wird. Stattdessen kehren beide Schiffe zu den Subraumtunneln zurück und treffen dort auf die Titan.

Die Überlebenden der Columbia und der Caeliar, die in der Vergangenheit gestrandet sind, sehen sich mit einem Überlebenskampf konfrontiert. Nicht alle wollen kooperieren, doch die lebensfeindlichen Bedingungen auf dem Planeten führen zum Unausweichlichen: Einige Caeliar opfern sich um das Überleben der übrigen zu gewährleisten und am Ende vereinigt sich die letzte der Caeliar mit den drei Überlebenden der Columbia. Das erste Borg-Kollektiv wurde geboren.

Die Crews der Aventine, Enterprise und Titan arbeiten derweil zusammen, um die Borg aufzuhalten. Das gelingt mit der Unterstützung von Erika Hernandez, die durch ihre Verbindung mit den Caeliar die Borg infiltrieren kann. Sie erlangt schließlich eine mit der Borg-Königin vergleichbare Macht.

Zurück auf der Aventine berichtet Hernandez von ihrer Vermutung, dass es sich bei den Caeliar und den Borg um die gleiche Rasse handelt. Sie nimmt mit den Caeliar Kontakt auf und überzeugt sie, Axion in den Azure-Nebel zu bringen. Dort kehrt sie im Austausch gegen das Außenteam der Titan zu den Caeliar zurück, die das Borg-Kollektiv assimilieren.

Am Ende wird eines klar: Egal was die Menschen getan haben oder irgendwann tun werden, niemand kann jemals die Folgen überblicken. Und vielleicht sind die Borg schon auf dem Weg zu uns…

Fazit: Wie auch die anderen Teile der Destiny-Trilogie ist Lost Souls ein unbedingtes Muss für alle Star Trek-Fans.

Lost Souls enthält die wohl beste Erklärung für Liebe, die ich jemals gelesen habe: „I don’t know if our species experience love the same way,“ he said. „All I can say is that for me, she made eternity worth contemplating.“„Ich weiß nicht, ob unsere beiden Spezies Liebe auf die gleiche Weise erfahren“, begann er. „Alles, was ich von meiner Seite aus sagen kann, ist, dass sie die Ewigkeit erwägenswert gemacht hat.“

David Alan Mack: Star Trek Destiny: Mere Mortals

David Mack: Star Trek Destiny: Mere Mortals
David Mack: Star Trek Destiny: Mere Mortals

Der zweite Teil von David Alan Macks Star Trek Destiny schließt nahtlos an den Vorgänger an. Es gelingt ihm, ein atemberaubendes Erzähltempo beizubehalten und dennoch unglaublich viele Details der parallelen Handlungen zu vermitteln.

Die Aventine ist mittlerweile durch einen Subraum-Tunnel aus dem Gamma-Quadranten zurückgekehrt und trifft im Azure-Nebel auf die schwer beschädigte Enterprise. Gemeinsam schaffen es beide Schiffe einer Borg-Attacke zu widerstehen und die Enterprise kann repariert werden. Die beiden Captains beschließen, gemeinsam vorzugehen und die Subraum-Tunnel im Azure-Nebel zu untersuchen. Diese Untersuchungen werden vom Oberkommando genehmigt, stellen sich aber als nicht einfach und äußerst gefährlich heraus. Die Aventine und die Enterprise werden unter anderem von Hirogen angegriffen und fast vernichtet.

Als die Crew der Columbia versuchte, zu entkommen, löste sie eine Katastrophe aus, die den Planeten, auf dem sie Zuflucht gefunden hatten, durch die Raum-Zeit etliche Jahrhunderte zurück warf. Gleichzeitig wurde die Columbia ans andere Ende der Galaxis geworfen, wo sich die Überlebenden der Crew mit einigen der Caeliar in einer lebensfeindlichen Umgebung arrangieren müssen. Der Teil der Crew, der sich mit Captain Hernandez auf dem Planeten der Caeliar befand, hat die Vernichtung eines großen Teils deren Werks miterlebt. Auch Captain Hernandez und ihre Mitstreiter sind nun in der Vergangenheit gefangen und haben keine Chance, jemals in ihre Heimat zurückzukehren. Während Hernandez‘ Kameraden in der Gefangenschaft verzweifeln, was eine von ihnen bis in den Selbstmord treibt, versucht Hernandez den Caeliar klar zu machen, dass sie vor allem eine sinnvolle Aufgabe benötigt. Die bekommt sie auch und darf unter Anleitung von eines Wissenschaftlers an den Arbeiten der Caeliar mitwirken. Nachdem sie alle ihre Kameraden überlebt hat, akzeptiert Hernandez die lebensverlängernden Maßnahmen durch die Cealiar und lässt sich von diesen verändern.

Das Außenteam der USS Titan darf den Orbit um den Planeten nicht verlassen. Überrascht treffen sie auf einen Mensch: Captain Erika Hernandez von der Columbia. Allerdings ist Hernandez wesentlich jünger, als zu dem Zeitpunkt des Verschwindens der Columbia. Stück für Stück erklärt Hernandez dem Außenteam der USS Titan, was passiert ist und dass sie den Planeten nie wieder verlassen dürfen. Der Crew wird freigestellt, das Schiff aufzugeben und auf den Planeten zu kommen.
Riker versucht verzweifelt, einen Weg zu finden, sein Außenteam zu retten und mit den Caeliar zu verhandeln. Währenddessen bereitet die Schwangerschaft Deanna Troi immer mehr Probleme und wird kritisch.

Auf der Erde verhandelt Präsident Nanietta Bacco mit den Botschaftern fast aller bekannten Rassen: Klingonen, Romulaner, Ferengi, Gorn und Cardassianern. Ihr Ziel ist es, eine Flotte aufzustellen, die den Vormarsch der Borg im Azure-Nebel stoppen kann. Als die Enterprise und die Aventine nach der Attacke der Hirogen durch den Subraum-Tunnel zurückkehren, hat allerdings nur ein Schiff schwer beschädigt überstanden: Die USS Voyager unter Captain Chakotey.

David Alan Mack hat mit den Caeliar eine Rasse erschaffen, die durch ihre pazifistische Einstellung de-factor die Anti-Borg sind. Für den Leser schafft er mit den parallelen, zum Teil auch zeit-übergreifenden Handlungen einen Spannungsbogen von nahezu epischem Ausmaß.
Fazit: Unbedingt weiterlesen! So spannend war Star Trek lange nicht mehr.

David Alan Mack: Star Trek Destiny: Gods of Night

David Mack: Star Trek Destiny: Gods of Night
David Mack: Star Trek Destiny: Gods of Night

Mit Gods of Night beginnt eine Roman-Trilogie von David Alan Mack, nach der in Star Trek nichts mehr sein wird, wie zuvor. Gods of Night war der erste Roman, den ich mit der Kindle App auf meinem ersten iPad gelesen habe. Und es war der erste Star Trek Roman nach zehn Jahren, den ich gelesen habe. Mittlerweile sind daraus noch eine ganze Menge mehr geworden und ich lese mit einem echten Kindle, weil mir das iPad zu anstrengend ist.

Zum Inhalt:
Ezri Dax ist fünf Jahre nach dem Dominion Krieg zum Captain der USS Aventine geworden. Auf einer Erkundungsmission im Gamma-Quadraten möchte sie ein Rätsel lösen, das noch vor dem Dominion-Krieg von der USS Defiant entdeckt wurde: Auf einem Wüstenplaneten liegt das Wrack der Columbia NX-02, die 200 Jahre zuvor verschollen war.
Damals konnte an Bord der Columbia keinerlei Spur der ehemaligen Crew entdeckt werden, doch das ist beim Besuch der Aventine anders. Captain Dax sieht sich gezwungen, die Befehle des Oberkommandos, in den Alpha-Quadranten zurückzukehren, vorerst zu ignorieren, um dieses Rätsel zu lösen.

200 Jahre vorher eskortiert die Columbia unter Captain Erika Hernandez einen Konvoi und wird von fremden Schiffen attackiert. Der Konvoi wird vernichtet und die Columbia irreparabel beschädigt. Mit ausgefallenem Warp-Antrieb bleibt nur die Möglichkeit, unter Ausnutzung relativistischer Effekte, ein nahegelegenes Planetensystem anzusteuern. Das schafft die Columbia im Verlauf vieler Monate, die allerdings aufgrund des relativistischen Effekts in Wahrheit mehr als ein dutzend Jahre sind. Der einzige erdähnliche Planet in diesem System wird von einer Spezies bewohnt, die hoch entwickelt ist, sich aber lieber vom Rest des Universum distanzieren möchte und die Columbia zum Bleiben zwingt. Das gefällt nicht allen in der Crew der Columbia und es kommt zu einer Art Meuterei.

An Bord der USS Enterprise bemerkt Captain Picard, dass die Borg zurückgekehrt sind. Nicht lange danach tauchen erste Schiffe auf und überfallen Planeten der Föderation. Die Enterprise ist eines der wenigen Schiffe, das mit Transphasen-Torpedos ausgestattet ist, einer Waffe, der die Bord nichts entgegenzusetzen haben. Also muss die Enterprise von Schlacht zu Schlacht jagen, um zu retten, was noch zu retten ist. Picard ist klar, dass ein einzelnes Schiff nichts gegen die Invasionsflotte der Borg ausrichten kann und resigniert zusehend. Das wird erschwert, weil Beverly Crusher, mit der er mittlerweile verheiratet ist, ein Kind von ihm erwartet.

Weit weg im Beta-Quadranten, stößt die Crew der USS Titan auf einen versteckten Planeten. Um das Rätsel zu lösen, begeben sich einige der Crew, darunter auch Rikers erster Offizier Christine Vale und Deanna Troi, die gerade schwanger ist, was aufgrund ihrer Abstammung ein hohes medizinisches Risiko darstellt. Während die Titan gezwungen wird, das System zu verlassen, wird das Außenteam auf dem Planeten festgehalten.

Währenddessen nehmen die Angriffe der Borg auf das Gebiet der Föderation immer mehr zu und drohen sie endgültig zu vernichten.

Fazit: Ein Meisterwerk, sicher nicht als Einstieg in Star Trek geeignet, aber für alle die wissen wollen, was nach der Enterprise E kommen wird, unverzichtbar.

Andreas Eschbach: Der Jesus-Deal

Andreas Eschbach: Der Jesus-Deal
Andreas Eschbach: Der Jesus-Deal

Der Mann schreibt wie ein Gott.

Vor mehr als 15 Jahren habe ich Andreas Eschbachs Jesus-Video gelesen und seitdem jedes seiner Bücher verschlungen. Als ich dann hörte, dass es eine Fortsetzung zum Jesus-Video geben würde, zählte ich die Tage bis zum Erscheinen des Buches.

Das Buch ist anders. Die meisten Werke von Andreas Eschbach haben von Beginn an ein Tempo, das den Leser ständig am Ball bleiben lässt. Man kann nicht anders, als weiterlesen. Das war natürlich auch meine Erwartung, als ich begann den Jesus-Deal zu lesen. Ich wollte wieder von Stephen und Judith lesen, den sympathischen Hauptpersonen aus dem Jesus-Video. Allerdings spielten die beiden zunächst überhaupt keine Rolle. John Kaun taucht wieder auf, inzwischen geläutert, diesmal als einer der Guten.

Stattdessen ein 460 Seiten langer Prolog mit Echbasch-untypischen Längen zum Thema christliche Religion. Absolut nicht das, was ich erwartet hatte und nicht das, was ich mir wünschte. Aber dann kommen Stephen, Judith und Andreas Eschbach zurück. Nach dieser sehr langen Einführung, die problemlos auf ein Zehntel hätte reduziert werden können, gibt es wieder Tempo und Spannung. Die letzten 300 Seiten sind Andreas Eschbach pur, sie sind Jesus-Video.

Die Charaktere aus dem Jesus-Video haben sich durchaus glaubhaft weiterentwickelt, kommen aber in meinen Augen zu kurz. Andererseits – Eschbachs Figuren beziehen ihre Glaubwürdigkeit in nicht unerheblicher Weise aus der Tatsache, dass sie eben nicht Indiana Jones sind.

Mein Fazit: Die zweite Hälfte des Buches reicht mir aus, um das Buch mit fünf Sternen und als Must Read zu bewerten. Es ist für mich kein typischer Eschbach, aber es macht Spaß, es zu lesen.

Fritz Riemann: Grundformen der Angst

Fritz Riemann: Grundformen der Angst
Fritz Riemann: Grundformen der Angst

Riemanns Grundformen der Angst gelten seit Jahrzehnten als psychologisches Standardwerk. Seine Idee, Menschen anhand von vier Grundängsten zu charakterisieren, ist brilliant. Insbesondere weil Riemann vier Ängste ausgewählt hat, die jedem Menschen in mehr oder minder starker Ausprägung innewohnen.

Riemann beschreibt als vier Grundängste die vor der Hingabe, der Selbstwerdung, der Veränderung und der Notwendigkeit. Jeder dieser Ängste ordnet er einen Persönlichkeitstyp zu: schizoid, depressiv, zwanghaft und hysterisch. Seine Argumentation ist, dass in einem psychologisch gesunden Menschen jede dieser Ängste und damit auch jeder dieser Typen gleichermaßen stark ausgeprägt ist. Die gesamte Argumentation ist in sich plausibel und von Riemann durch viele Beispiele unterlegt.
Die meisten der Beispiele zeigen allerdings extreme Ausprägungen der Ängste, anders wäre Riemanns Sicht aber auch nur schwer zu fassen.

Riemann hat einen ählichen Schreibstil wie Keynes, fast schon poetisch in seiner Wissenschaft. Ähnlich gut liest sich das Buch dann auch, selbst wenn man Laie auf dem Gebiet der Psychologie ist. Allerdings sollten gerade Laien das Buch mit einem gesunden Selbstbewusstsein betrachten. Was Riemann zu den einzelnen Ängsten schreibt, erinnert teilweise an die Horoskope von Tageszeitungen: Es passt zu jedem irgendwie. Das ist auch korrekt, denn Riemann schreibt ja genau das: Jeder der Grundängste ist in jedem Menschen angelegt.

Fazit: Ein wertvolles Buch, das einem im Umgang mit anderen Menschen hilft – insbesondere dahingehen, tieferliegende Motive zu verstehen oder überhaupt deren Existenz wahrzunehmen.