Daniel Suarez: Kill Decision

Daniel Suarez: Kill Decision
Daniel Suarez: Kill Decision

Mit Kill Decision legt Daniel Suarez sein Zweitwerk vor. Mit Daemon und Darknet hatte er die Messlatte ja sehr hoch gelegt. Entsprechend gespannt war ich auf seinen neuen Roman.

Nun, Kill Decision ist nicht übel, aber er reicht bei weitem nicht an die beiden Erstlinge heran. Die Story ist nicht so komplex, die Auflösung zu trivial. Dennoch ist das Thema Drohnen, insbesondere autarke Drohnen, hochaktuell und entsprechend brisant wird es von Suarez verarbeitet.

Zu Beginn braucht Suarez eine Weile, bis er in die Geschichte findet, da geht einiges drunter und drüber. Vor allem werden zunächst Ereignisse geschildert, die für den weiteren Verlauf der Geschichte eigentlich keinerlei Relevanz haben. Nunja, die beiden wichtigsten Protagonisten sind Odin, ein Soldat , der sich dem Kampf unter dem Radar verschrieben hat – was auch die ein oder andere Unlogik ins Geschehen bringt, so erklärt er, dass er auf einen Offiziersrang verzichtet, damit seine Missionen nicht nachverfolgt werden können, erhält aber seine Befehle von einem Colonel – und Linda McKenney eine Professorin, die die sozialen Strukturen von Ameisen erforscht.

Die eigentliche Handlung beginnt, als die Spezialeinheit von Odin Linda vor einem Attentat rettet. Die Rettungsmission geschieht vor allem, weil das Modell, das Linda zur Simulation von Wanderameisen entwickelt hat, in der Kriegsführung verwendet werden kann – eben zur Steuerung autarker Kampfdrohnen. Die beiden – mit einigen von Odins Spezialeinheit im Schlepptau – flüchten quer durch die ganze Welt und kommen sich dabei näher.

Das Ende ist relativ offen, Odin und Linda sind zusammen, aber ein entgültiger Sieg gegen eine Industrie, die immer mehr automatisierte Waffen produzieren will, erscheint im existierenden System dieser Welt utopisch.

Fazit: Ist ok, wenn auch nicht so gut wie die Thriller ums Darknet. Der Zeitbezug ist wieder topaktuell und man merkt, dass Suarez Ahnung von IT hat. Dafür gibt’s 3 Sterne auf Goodreads.

Daniel Suarez: Darknet

Daniel Suarez: Darknet
Daniel Suarez: Darknet

Darknet ist die Fortsetzung zu Daemon, dem Debüt von Daniel Suarez. Die Handlung spielt eine Weile nach den Ereignissen von Daemon.

Das Darknet ist mittlerweile integraler Bestandeil der Gesellschaft geworden. Die bestehenden politischen Systeme beginnen, sich aufzulösen. Die Online-Welten, die Sobol mit seinem Unternehmen geschaffen hatte, dienen als alternative Welt, aus der mit Hilfe spezieller Brillen die reale Welt um Informationen angereichert wird. Man sieht sofort, wer dazu gehört und wer nicht. Etliche Menschen beginnen, sich von den zentralen Instituationen wie Staaten loszusagen und schaffen autonome Lebensräume, in denen sie sich mit allem Nötigen versorgen.
Die einzige Verbindung dieser Lebensräume stellt das Darknet dar.

Doch das Darknet ist in Gefahr. Regierungsorganisationen, versuchen es zu vernichten und Pete Sebeck, einst als Polizist mit Ermittlungen im Falle Sobols beauftragt, gerät zwischen die Fronten von Loki, dem ultimativen Verteidiger des Darknet und dem Major, der das Darknet und seine Anhänger um jeden Preis vernichten will. Immer mehr Menschen erkennen jedoch: das Darknet stellt wahrscheinlich die einzige Rettung der Zivilisation dar.

Fazit: Noch besser, schneller und fesselnder als der Vorgänger. Muss man unbedingt gelesen haben!

Daniel Suarez: Daemon

Daniel Suarez: Daemon
Daniel Suarez: Daemon

IT-Thriller machen mich als Informatiker immer misstrauisch. Die meisten sind entweder zu viel Science-Fiction-Roman oder aber der Autor hat kein Verständnis dafür, wie IT funktioniert. Suarez Roman ist eindeutig gehört eindeutig in die erste Kategorie, aber er ist dennoch richtig gut. Gut deshalb, weil bis auf ein einziges Detail alles beschriebene denkbar ist.

Das Detail ist die Idee, dass ein Silicon-Valley-Unternehmer, Matthew Sobol, unheilbar erkrankt, seinen Geist in ein Computer-System transferiert und durch dieses als DAEMON die Kontrolle über Unternehmen und Organisationen an sich reißt.

Wenn man sich damit abfinden kann – und dank des genialen Schreibstils des Autors fällt das leicht – hat man 620 Seiten pure Spannung vor sich, bei denen man sich nie sicher ist, welche der vielen Seiten denn die richtige ist. Faszinierend an dem Buch ist, dass es trotz des zentralen Themas, nämlich wie Internet und Gesellschaft, Politik, Militär und Individuen miteinander wechselwirken, an keiner Stelle vorhersehbar ist.

Fazit: Ein absolutes Muß!