Karen Blumenthal: Steve Jobs. Think different – Die Welt anders denken

Karen Blumenthal: Steve Jobs
Karen Blumenthal: Steve Jobs

Nachdem ich die mitreißende Biografie von Walter Isaacson gelesen hatte, interessierte es mich, noch ein paar andere Facetten von Steve Jobs kennenzulernen. Da fiel mit die Biografie von Karen Blumenthal in die Hände und ich habe sie direkt hinterdrein gelesen.

Wo Isaacsons Buch ausführlich und umfassend ist, ist Blumenthals Biografie kurz und knapp. Diese Biografie leuchtet Steve Jobs bei weitem nicht so aus, wie es Isaacson gelungen ist, zeichnet aber dennoch ein recht vollständiges Bild von Steve Jobs, soweit ich das beurteilen kann.

Blumenthal geht dabei nicht so schonungslos mit dem Menschen Steve Jobs um, wie Isaacson das getan hat. Ingesamt fehlt ihr der Schwung und auch die kritische Betrachtung der dunklen Seiten von Steve Jobs. Um sich ein Bild von ihm zu machen, hätte dieses Buch sicherlich auch gereicht.

Fazit: Blumenthal ist nicht Isaacson, ihr Steve Jobs ist nicht sein Steve Jobs. Das Buch ist ok und wenn man sich nur für die wesentlichen Stationen in Jobs‘ Leben interessiert, ist es auch ausreichend. Dafür gibt’s bei Goodreads vier Sterne.

Walter Isaacson: Steve Jobs

Walter Isaacson: Steve Jobs
Walter Isaacson: Steve Jobs

An Steve Jobs spalten sich die Gemüter. Wenn ich mit Leuten über ihn oder über Apple spreche, habe ich immer den Eindruck, man kann ihn nur als gottgleich verehren oder abgrundtief hassen.

Mir selbst liegen Extreme ja nicht so. Da ich aber festgestellt habe, dass ich seit ich Apple-Hardware nutze, keine andere mehr haben will, dachte ich mir, es ist an der Zeit, mich mal mit dem Mann, der Apple groß machte, zu beschäftigen.

Walter Isaacsons Biografie ist definitiv kein Heldenepos, das eine ideale Unternehmerpersönlichkeit beschreibt. Er beleuchtet sehr dunkle Seiten von Steve Jobs, die sicherlich einen großen Teil der Faszination ausmachen. Jobs Lebensweg, von Atari zu Apple über Next und Pixar zurück zu Apple, die Höhen und Tiefen, seine Stärken –  das Reality Distortion Field ist eine Legende – und seine Schwächen, seien es die ungewöhnlichen Ernährungsgewohnheiten, der Verzicht auf Dusche und Deo oder seine provozierende Art, Feedback zu geben, werden sehr klar beschrieben. Isaacson schreibt schonungslos offen über Jobs, er schreibt, dass dieser das so wollte. Nun, nach der Lektüre kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass Steve Jobs ausreichend viel Selbstreflexion besaß, um diesen Wunsch zu äußern.

Anders beim Umgang mit sich selbst, insbesondere seiner Krankheit. Hier verhielt sich Steve Jobs wie ein Idiot. Das schreibt Isaacson zwar nicht explizit, aber es steht dennoch deutlich im Buch geschrieben.

Für mich war es krass, im Jahr 2015 zurück zu blicken, auf die letzten 15 Jahre und zu erkennen, wie stark Steve Jobs – sowohl bei Apple als auch bei Pixar – diese Welt verändert hat. Man muss ihn nicht mögen, aber ohne ihn wäre die Welt um einige wunderbare Dinge ärmer.

Am Ende steht Steve Jobs sicher nicht als Held da. Aber als Mensch, mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, der das Glück und die Chance hatte, diese nutzen zu können. Als Vorbild taugt er nicht, aber das ist ihm wohl auch ganz recht.

Fazit: Muss man gelesen haben. Das Buch erhält 5 Sterne, nicht für Jobs Leben, sondern für Isaacsons Arbeit und hervorragenden Schreibstil.