Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger

Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger
Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger

Pi Patel ist Sohn eines indischen Zoobesitzers und zudem praktizierender Christ, Hindu und Moslem.

Eines Tages beschließen Pis Eltern, ihr Leben in Indien aufzugeben und nach Kanada auszuwandern. Einige der Tiere aus dem Zoo werden verkauft, andere kommen mit auf das Schiff, mit dem sie den Pazifik überqueren wollen. Doch die Reise auf dem Schiff dauert nur kurze Zeit, in einem Sturm geht das Schiff unter und Pi findet sich in einem Rettungsboot wieder – zusammen mit einer Hyäne, einem Orang-Utan und einem bengalischen Tiger. Es dauert nicht lange, bis nur noch Pi und der Tiger auf dem Rettungsboot treiben. Entgegen aller Erwartungen schaffen die beiden die Überquerung des Ozeans und landen nach einer schier endlosen Odysse schließlich an der mexikanischen Küste. Dort wird Pi, der nach der langen Reise sehr erschöpft ist, behandelt und erzählt die Geschichte seiner abenteuerlichen Reise – die ihm niemand glaubt. Also erzählt er noch eine andere Geschichte.

Schiffbruch mit Tiger ist ein ganz und gar wunderbares Buch. Es ist komisch, witzig, spannend, grausam, ehrlich und lehrreich – und ein Buch für den Glauben. Martel schreibt schnell und leicht, so daß man das ganze Buch angenehm lesen kann.

Und es ist ein Buch, bei dem man sich am Ende fragt: Was ist wirklich?

Fazit: Ein Muß – ohne Wenn und Aber!

Richard Condon: Der Manchurian Kandidat

Richard Condon: Der Manchurian Kandidat
Richard Condon: Der Manchurian Kandidat

Raymond Shaw, ein amerikanischer Offizier, dessen Kindheit vor allem durch Haß gegenüber seiner Mutter geprägt ist, fällt während des Korea-Krieges zusammen mit einem Spähtrupp in die Hände der Kommunisten. Diese führen beim allen Soldaten des Trupps eine Gehirnwäsche durch, insbesondere jedoch bei Raymond. Zurückgekehrt in die Heimat wird Raymond, der eigentlich alle Menschen gleichermaßen verabscheut, zum Helden hochstilisiert – alle Angehörigen des Spähtrupps bezeugen, daß Raymond allein sie gerettet hat. Die angebliche Heldentat Raymonds kommt seiner Mutter sehr entgegen, kann sie sie doch für ihre politischen Ambitionen nutzen, insbesondere um Raymonds Stiefvater, Senator Iselin, Stück für Stück näher ans Weiße Haus zu bringen. Raymond wehrt sich zwar, doch nur halbherzig; er hat zu viel Angst vor seiner Mutter, die alle Menschen in ihrem Umfeld manipuliert. Auf einer Europareise, auf der Raymond seine Mutter begleitet, bringt diese nicht nur die Vereinigten Staaten in Mißkredit bei den europäischen Regierungen, es geschehen auch einige Morde an hochrangigen Politikern in ihrer Umgebung, für die es keine Erklärungen gibt. Klarheit kommt erst langsam auf, als Raymond, der inzwischen als Journalist bei einer großen Zeitung arbeitet, Ben Macro wiederbegegnet, der noch immer als Offizier in der Armee dient und von Alpträumen geplagt wird. Marcos Träume zeigen, was damals in Korea wirklich geschah, daß nämlich nicht wie bisher vermutet Raymond den Spähtrupp gerettet hat, sondern daß vielmehr alle einer Gehirnwäsche unterzogen wurden. Eine Spezialeinheit wird gebildet, die weitere Morde durch Raymond verhindern soll – was zuletzt auch gelingt, wenn auch zu einem hohen Preis. Das Buch von Richard Condon erschien zuerst 1959, kurz vor dem Höhepunkt des Kalten Krieges, was man der Stimmung im Buch durchaus anmerkt. In den Sechzigern wurde es mit Frank Sinatra verfilmt, 2004 noch einmal mit Denzel Washington, wobei die Handlung in die Zeit des Golfkrieges verlegt wurde. Insgesamt ein sehr spannendes Buch, daß sich, wenn man sich einmal an den Sprachstil des Autors gewöhnt hat, sehr gut liest. Fazit: Kein Muss, aber empfehlenswert

Paulo Coelho: Der Alchimist

Paulo Coelho: Der Alchimist
Paulo Coelho: Der Alchimist

Santiago, ein Schäfer aus Andalusien hat einen wiederkehrenden Traum, der ihm zeigt, daß unter den Pyramiden von Ägypten ein Schatz vergraben liegt. Nachdem er den Traum von einer Wahrsagerin deuten läßt, ist er sich unsicher, welche Bedeutung er ihm beimessen soll.

Schließlich begegnet er aber einem alten Mann, der viele Details des Traumes kennt und sich ihm als König von Salem vorstellt. Der alte Mann empfiehlt Santiago seinem persönlichen Lebensweg nach Ägypten zu folgen. Santiago entschließt sich, dem Traum und dem Rat des Alten zu folgen, verkauft seine Schafe und bricht nach Ägypten auf.

Sein Weg führt ihn zunächst nach Tarifa, wo er sich bei einem Kristallhändler verdingt. Doch schließlich zieht er mit einer Karawane weiter und kommt nach El-Fayum, einer Oase in der er nicht nur seine Liebe findet, sondern auch den Alchimisten, der ihn den Rest seines Weges begleitet. Santiago erreicht die Pyramiden und findet schließlich seinen Schatz – anders jedoch, als vermutet. Coelho, der selbst auf dem Camino de Santiago pilgerte, läßt vieles von dieser Erfahrung in sein Buch einfließen. Sein Buch handelt nicht nur von einer Reise eines Hirten nach Ägypten, sondern auch zu sich selbst. Ein positives Buch, daß motiviert den eigenen Weg durchs Leben entgegen aller Widrigkeiten zu gehen.

Fazit: Ein wunderbares Buch, das man gelesen haben sollte.

Jackie Leven in der Linde

Thomas hat mal wieder eines seiner legendären Konzerte organisiert: Jackie Leven in der Linde in Affalter.

Diesmal war’s ein Open Air Konzert, und erfreulicherweise spielte das Wetter mit – „der liebe Gott ist ein Rocker“ hat Thomas dann auch festgestellt. Vermutlich hat er recht, wie meistens.
Zum ersten Mal war auch ein Plattendrücker dabei, wie Roman anmerkte. Gemeint war Jackies Begleiter am Keyboard.

Das Konzert war jedenfalls genial, zu genial um es mit bloßen Worten zu beschreiben. Beim nächsten bin ich definitiv wieder dabei.

Mehr über Jackie Leven gibt’s auf dessen Homepage: http://www.jackie-leven.com/

Uwe Vigenschow: Objektorientiertes Testen und Testautomatisierung in der Praxis

Uwe Vigenschow: Objektorientiertes Testen und Testautomatisierung in der Praxis
Uwe Vigenschow: Objektorientiertes Testen und Testautomatisierung in der Praxis

Uwe Vigenschows Buch über Softwaretests und deren Automatisierung ist eines der besten, das ich bisher zu diesem Thema gelesen habe – wenn nicht sogar das beste schlechthin.

Das Buch ist in vier Teile gegliedert, wobei der erste eine angenehm kurze Einführung in die Thematik darstellt und wesentliche Gründe für Softwaretests aufzählt. Danach geht’s gleich ans Eingemachte, im zweiten Teil „Verfahren des Softwaretests“ werden Lösungen für technische (Compiler-Warnungen, Typprüfung, Debugging), analytische (Testdaten und Testfälle ableiten) und methodische (Code-Reviews, Finden guter Testdaten, Überdeckungen) Probleme gezeigt. Daran schließen sich noch zwei Kapitel über das Testen objektorientierter Software (speziell die Probleme mit Vererbung und Assoziationen) und organisatorische Abläufe beim Testen (TDD, Refactoring) an.

Der dritte Teil widmet sich der praktischen Umsetzung, insbesondere der Automatisierung von Tests mit verschiedenen xUnit-Frameworks.

Im vierten und letzten Teil geht der Autor auf die Besonderheiten von Echtzeit- und eingebetteten Systemen ein (dieses Kapitel habe ich nicht gelesen) und die Einführung von Testprofilen als Element der UML 2.

Anhänge mit Beispielimplementierungen in verschiedenen xUnit-Frameworks und einer Übersicht objektorientierter Testmuster runden das Buch ab.

Mein Fazit: Selten lesen sich Fachbücher so angenehm, insbesondere bei der trockenen Thematik des Softwaretestens. Das Buch bringt zwar wenig zur Theorie – der ganze Gegensatz zum Perry – aber genau das macht es für jemanden, der praktisch mit Softwaretests arbeiten will zu einer schnellen Einführung und einem guten Rategeber.

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