Robert Harris: Dictator

Robert Harris: Dictator
Robert Harris: Dictator

Der letzte Band von Robert Harris Trilogie über das Leben von Cicero beginnt, wo der zweite Teil endete: Cicero befindet sich im Exil, es ist ihm verboten, nach Rom zurückzukehren und kurz darauf wird es auch allen römischen Bürgern unter Todesstrafe verboten sein, ihm zu helfen.

Cicero geht es im Exil sehr schlecht, er sehnt sich nach dem gesellschaftlichen Leben Roms und tut allen, um seine Rückkehr zu ermöglichen. Über seinen Sekretär Tiro lässt er Caesar einen Brief zukommen, in dem er verspricht auf jedwede politische Ambition gegen Caesar zu verzichten, woraufhin dieser ihm die Rückkehr nach Rom ermöglicht.

Allerdings kann Cicero nicht von der Politik lassen und so geschieht es, dass er sich mit Pompeius gegen Caesar verbündet. Wegen Caesars Übermacht müssen Pompeius und seine Anhängt Rom verlassen und Cicero kann erst nach einer ganzen Weile und einer Begnadigung durch Caesar zurückkehren. Cicero stellt sich daraufhin nicht offen gegen Caesar, spricht sich aber für eine Amnestie der Anhänger von Pompeius aus. Das politische Leben im alten Rom erinnert sehr an das moderne Europa. Nachdem Caesar sich zum Diktator erklären lies, steht Cicero im skeptisch bis ablehnend gegenüber, sieht aber auch immer wieder positive Aspekte in Caesars Handeln.

Nach dem Attentat auf Caesar, von dem Cicero völlig überrascht wurde, versucht er, die Lage in Rom zu deeskalieren. Er wendet sich offen gegen Marcus Antonius und unterstützt Octavius, Caesar Adoptivsohn, bei seinen Ansprüchen. Das zunächst sehr freundschaftliche Verhältnis zwischen den beiden beginnt aber ebenfalls nach einer Weile zu bröckeln, woran Cicero nicht ganz unschuldig ist. Cicero wird schließlich durch die Anhänger Caesars hingerichtet.

Neben dem turbulenten politischen Leben werden auch noch Ciceros Scheidung, der Tod seiner Tochter Tullia und die Freilassung seines Sekretärs Tiro erzählt. Wie auch in den vorhergegangenen Büchern wird das Geschehen wieder aus Tiros Perspektive erzählt.

Inwieweit Harris‘ Cicero dem realen Mensch entspricht, wird nie abschließend geklärt werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Romanbiografie fiktive Elemente enthält, zumal auch nicht alle Aufzeichnungen über Cicero erhalten sind. Aber zwölf Jahre Recherche zu den Romanen und das intensive Studium von Zeitgenossen Ciceros und Historikern merkt man Harris‘ Werk im positiven Sinne deutlich an. Es könnte so gewesen sein.

Fazit: Wie auch schon die ersten beiden Teile ein absoluten Muss! 5 Sterne auf Goodreads und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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