Frank Schätzing: Breaking News

Frank Schätzing: Breaking News
Frank Schätzing: Breaking News

Frank Schätzings letzter Roman wurde ja in den Medien stark kritisiert. Es mag am Thema gelegen haben oder an dem für Schätzing typischen Erklärbär-Modus. Nachdem das Buch ein Jahr lang auf mich gewartet hatte, fand ich endlich die Zeit, es zu lesen.

Das Buch behandelt eigentlich zwei im Wesentlichen unabhängige Geschichten. Da ist zum Einen die Besiedelungsgeschichte Israels seit den 1920er Jahren bis hinein ins 21. Jahrhundert. Diese wird um die Person von Ariel Scharon gestrickt, erzählt seine Lebensgeschichte, großteils aus der Perspektive einer fiktiven befreundeten Familie, den Kahns. In diesem Teil lernt man sehr viel über Israel, Positives wie Negatives. Der Vorwurf gegenüber Schätzing, die Palästinenser nicht ausreichend zu berücksichtigen, ist in meinen Augen nicht gerechtfertigt. Sie tauchen in dem Maße auf, das für die Geschichte notwendig ist. Und auch, wenn dieser Teil des Buches auf der tatsächlichen Geschichte Israels im 20. Jahrhundert basiert – es ist ein Roman, kein Lehrbuch.

Die zweite Geschichte, die das Buch erzählt, handelt von Tom Hagen, einem Journalisten, der sich einen Namen damit gemacht hatte, aus Krisengebieten zu berichten. Unglücklicherweise findet seine Karriere in Afghanistan ein jähes Ende, als er eine Militäroperation stört und eine Kollegin dabei ums Leben kommt. Hagen stürzt daraufhin ab, beruflich wie privat. Der Zufall führt ihn ins Israel des Jahres 2011, wo er mit einem alten Freund aus besseren Tagen eine Story aufdecken will, die ihn wieder nach oben bringt. Das geht allerdings schief und Hagen versucht, mit Hilfe einer Lüge über den Gesundheitszustand von Ariel Scharon seinen alten Arbeitgeber für ein Comeback zu ködern. Was Hagen nicht ahnt ist, dass seine Geschichte wahr ist.

Diese zufällig wahre Lüge beschert Hagen jede Menge Probleme, eine Jagd durch Jerusalem und ins Westjordanland. Dabei wird er von Israels Inlandgeheimdienst ebenso gejagt, wie von den Verschwörern, die Ariel Scharon töten wollten. Zu guter Letzt erfährt er die wahre Geschichte über Scharons Schicksal – von Yael Kahn, der Enkelin von Scharons Kindheitsfreund. Damit finden beide Geschichten ihre Verknüpfung.

Fazit: Schätzing versteht sein Handwerk, auch wenn einige Personen in der Handlung mit einer kürzeren Einführung nicht weniger interessant geworden wären. Action, Fakten und Fiktion stehen in einer guten Balance. Gute Unterhaltung, die man aber nicht unbedingt gelesen haben muss. Vier Sterne auf Goodreads.

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