Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher

Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher
Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher

Ich hätte nicht erwartet, dass Hildegunst von Mythenmetz in die Stadt der Träumenden Bücher zurückkehrt. Umso mehr freute ich mich, als es dann doch geschah und sich Walter Moers die Zeit nahm, Mythenmetz‘ Erlebnisse wieder aus dem Zamonischen ins Deutsche zu übertragen.

Lange Zeit nach dem großen Brand, der Buchhaim vernichtete, ist Mythenmetz ein erfolgreicher Schriftsteller und so etwas wie eine Legende geworden. Durch ein Schriftstück, das er in seiner Fanpost findet, wird er wieder nach Buchhaim gelockt.
Dort trifft er eine neu errichtete Stadt mit alte Bekannten, veränderten Rollen und neuen ungewöhnlichen Gruppen. Nach einer Weile traut er sich, seinen alten Freund Kibitzer zu besuchen, mit dem er sich in Briefen über die Jahre zerstritten hatte. Dort trifft er auch Inazea wieder, eine Schreckse, die mittlerweile in den Besitz des Schrecksenhammer gelangt ist. Nach einer Versöhnung stirbt Kibitzer, wobei er noch vorher mit seinen beiden Freunden eine Testamentseröffnung durchführt. Dabei vererbt er Mythenmetz eine Karte des Labyrinths der träumenden Bücher.
Mit Inazea besucht Mythenmetz eine Theateraufführung seiner Abenteuer aus dem ersten Teil. Diese Theateraufführung gehört zu einem neuen Kult in Buchhaim, dem Puppetismus, der sich für die Stadt zu einem zweiten Standbein entwickelt hat. Inazea verschafft Mythenmetz einen Termin beim Intendanten des Puppaecircus Maximus, in dem Mythenmetz den verstorbenen Hagob Smeik erkennt. Von ihm erhält er eine Einladung ins Unsichtbare Theater, wohin er sich dann auch auf den Weg macht. Das unsichtbare Theater befindet sich zu Mythenmetz‘ Erschrecken in den Katakomben. Hier beginnt die Geschichte und das Buch endet.

Das Labyrinth der Träumenden Bücher ist ein typischer Moers – mit zwei Schwachstellen. Die erste Schwachstelle ist die lange Erzählung des Theaterstücks über Mythenmetz‘ Abenteuer in Buchhaim. Damit wird eigentlich nur das erste Buch noch einmal kompakt erzählt. Die zweite Schwachstelle ist die Aufteilung in zwei Romane. Diese beiden Dinge führen dazu, dass sich das Buch am Ende unbefriedigend anfühlt. Es ist nicht schlecht, nur einfach unvollständig und überfüllt gleichzeitig.

Fazit: Für Zamonie-Fans empfehlenswert. Vier Sterne, denn so gut wie der erste Teil ist es definitiv nicht.

Daniel Suarez: Kill Decision

Daniel Suarez: Kill Decision
Daniel Suarez: Kill Decision

Mit Kill Decision legt Daniel Suarez sein Zweitwerk vor. Mit Daemon und Darknet hatte er die Messlatte ja sehr hoch gelegt. Entsprechend gespannt war ich auf seinen neuen Roman.

Nun, Kill Decision ist nicht übel, aber er reicht bei weitem nicht an die beiden Erstlinge heran. Die Story ist nicht so komplex, die Auflösung zu trivial. Dennoch ist das Thema Drohnen, insbesondere autarke Drohnen, hochaktuell und entsprechend brisant wird es von Suarez verarbeitet.

Zu Beginn braucht Suarez eine Weile, bis er in die Geschichte findet, da geht einiges drunter und drüber. Vor allem werden zunächst Ereignisse geschildert, die für den weiteren Verlauf der Geschichte eigentlich keinerlei Relevanz haben. Nunja, die beiden wichtigsten Protagonisten sind Odin, ein Soldat , der sich dem Kampf unter dem Radar verschrieben hat – was auch die ein oder andere Unlogik ins Geschehen bringt, so erklärt er, dass er auf einen Offiziersrang verzichtet, damit seine Missionen nicht nachverfolgt werden können, erhält aber seine Befehle von einem Colonel – und Linda McKenney eine Professorin, die die sozialen Strukturen von Ameisen erforscht.

Die eigentliche Handlung beginnt, als die Spezialeinheit von Odin Linda vor einem Attentat rettet. Die Rettungsmission geschieht vor allem, weil das Modell, das Linda zur Simulation von Wanderameisen entwickelt hat, in der Kriegsführung verwendet werden kann – eben zur Steuerung autarker Kampfdrohnen. Die beiden – mit einigen von Odins Spezialeinheit im Schlepptau – flüchten quer durch die ganze Welt und kommen sich dabei näher.

Das Ende ist relativ offen, Odin und Linda sind zusammen, aber ein entgültiger Sieg gegen eine Industrie, die immer mehr automatisierte Waffen produzieren will, erscheint im existierenden System dieser Welt utopisch.

Fazit: Ist ok, wenn auch nicht so gut wie die Thriller ums Darknet. Der Zeitbezug ist wieder topaktuell und man merkt, dass Suarez Ahnung von IT hat. Dafür gibt’s 3 Sterne auf Goodreads.

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Die Schlacht von Corrin

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Die Schlacht von Corrin
Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Die Schlacht von Corrin

Die Schlacht von Corrin schließt die Trilogie um Butlers Djihad ab. Es ist deutlich zu spüren, dass sich Herbert und Anderson verkalkuliert haben, was die Spannungskurve der Geschichte angeht. Im dritten Teil werden etliche völlig neue Personen eingeführt, die für den Fortgang der eigentlichen Handlung überhaupt keine Bedeutung haben. Aber sie werden benötigt, um die Gründung der Navigatoren-Gilde, des Ordens der Bene Gesserit und den Ursprung der Fremen auf Arrakis unterbringen zu können.

Dass das alles unglaubwürdig wird – ja, man kann auch bei einem Science Fiction-Roman von Glaubwürdigkeit sprechen – scheint die Autoren nicht zu interessieren. Die einzige Figur aus dem ersten Band, die noch wesentlich an der Handlung beteiligt ist, ist Vorian Atreides.

Die Handlung dreht sich sehr stark um die Belagerung von Corrin, auf dem sich die letzten Maschinen von Omnius verschanzt haben. Die Politiker der Liga der Edlen wollen keine Soldaten mehr für einen Angriff opfern und so wird die Belagerung ein jahrzehntelanges Langweilen für die Flotte. Die Soldaten stumpfen ab und Omnius gelingt es mit Hilfe einiger menschlicher Kollaborateure eine Krankheit auf Planeten der Menschen auszusetzen. Daraus entwickelt sich eine Nebenhandlung, die schließlich über eine Enkelin von Vorian Atreides die Gründung der Bene Gesserit einleitet.

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Die Schlacht von Corrin
Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Die Schlacht von Corrin – Taschenbuch

Norma Cevna verwandelt sich in die erste Navigatorin und erkennt, wie ihr Antrieb sicher genutzt werden kann, was allerdings im Laufe der Handlung keinerlei Bedeutung mehr hat. Zu guter Letzt wird noch aufgeklärt, woher der Streit zwischen den Häusern Atreides und Harkonnen kommt. Die Ursache ist alles andere als befriedigend und als Grund für einen jahrtausende währenden Zwist mehr als lächerlich.

Fazit: Muss man wirklich nicht gelesen haben. Ziemlich hohl, vor allem ist die Sprache der Übersetzung auf einem sehr niedrigen Niveau. Ob das an der Vorlage liegt, vermag ich nicht zu beurteilen.

Bertrand Meyer: Agile! The Good, the Hype and the Ugly

Bertrand Meyer: Agile! The Good, the Hype and the Ugly
Bertrand Meyer: Agile! The Good, the Hype and the Ugly

Das erste Buch, dass sich objektiv und neutral mit Agilität auseinandersetzt, ist mir natürlich eine ebenso objektive und neutrale Rezension wert – und ich werde sie inkrementell verfassen.

Nachdem ich in einem Kommentar zu einem infoQ-Artikel geschrieben habe, dass ich eine Rezension verfassen würde, bin ich gerade dabei das Buch zu lesen.

Eigentlich habe ich Bertrand Meyer immer geschätzt, seine Bücher über Objektorientierte Softwareentwicklung haben mich im Studium begleitet. Er gehörte zu den Großen.

Jetzt habe ich das erste Kapitel gelesen und muss feststellen: Meyer demontiert sich in unerhörtem Ausmaß selbst. Nicht nur, dass schon in der Einleitung deutlich wird, dass er die Grundlagen agiler Methoden nicht verstanden hat, er definiert vielmehr in einer Auflistung diverser Praktiken aus dem agilen Umfeld alles als „gut“, das seiner Meinung nach nicht aus der agilen Community entstammt und alles als „schlecht“, das seiner Meinung eben aus dieser Community kommt.

Dabei interessiert ihn nicht, ob die betreffende Praktik sich irgendwo bewährt hat (User Story) oder tatsächlich von Agilisten zuerst beschrieben wurde (Continuous Integration). Ersteres ist schlecht, weil das eben so ist, letzteres ist nicht neu, weil es gut ist und es damit nicht agile sein kann.

Ich bin jetzt erst mit dem ersten Kapitel durch und über alle Maßen enttäuscht. Ich lese in diesem Buch vor allem Frust, aber wenig Sachlichkeit.

Bertrand Meyer: Agile! The Good, the Hype and the Ugly weiterlesen