Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Der Kreuzzug

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Der Kreuzzug
Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Der Kreuzzug

Der Kreuzzug beginnt, wo Butlers Djihad aufhörte: Die freie Menschheit kämpft als Liga der Edlen gegen die Denkmaschinen. Ähnlich wie im ersten Teil erreicht das Autorenduo Herbert & Anderson nicht das Niveau von Frank Herbert, aber die Geschichte als solche ist spannend, wenngleich auch mit etlichen Längen.

Es gibt unzählige parallele Handlungen, in denen die Grundlage für soziale Strukturen und Technologien des späteren Dune-Universums gelegt werden. Es ist ein Science Fiction-Roman, aber es wirkt trotz allem extrem künstlich, dass so viele spektakuläre Entwicklungen parallel geschehen.

Angefangen von der Entdeckung der lebensverlängernden und heilenden Wirkungen der Melange von Arrakis, über die Holtzmann-Schilde und den Holtzmann-Antrieb, die beide von Norma Cevna erfunden werden und etlichen anderen Dingen…

Serena Butler ist kommissarischer Viceroy der Liga der Edlen und lässt in ihrem Namen den Djihad führen, in dem vor allem Xavier Harkonnen und Vorian Atreides kämpfen. Die Schlachten ziehen sich, da es zum Teil Monate dauert, bis die Raumschiffe andere Planeten erreichen. Serena wird im Laufe der Handlung in etliche innenpolitische Querelen verstrickt und findet ihr Ende auf Corrin, als sie auf Anraten der Kogitoren mit Omnius verhandelt. Xavier Harkonnen findet ebenfalls sein Ende, als er herausfindet, dass der Patriach des Djihad mit den Tlulaxa gemeinsame Sache macht und deren Ersatz-Organe nicht in Tanks gezüchtet werden, sondern von Menschen stammen, deren Planeten nicht zur Liga der Edlen gehören.

Norma Cevna entwickelt für Aurelius Venport, der sich mittlerweile von ihrer Mutter getrennt hat, den Holtzmann-Antrieb, der es Raumschiffen erlaubt, ohne Zeitverzögerung zwischen Orten zu wechseln. Allerdings ist der Antrieb schwer zu kontrollieren und regelmäßig gehen Raumschiffe verloren. Aurelius und Norma werden in der Zwischenzeit ein Paar. Normas Mutter Zufa Cevna bildet derweil auf Rossak weiterhin Zauberinnen aus, die durch ihre Gedankenkraft Cymeks vernichten können.

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Der Kreuzzug
Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Der Kreuzzug – Taschenbuch

Normas ehemaliger Mentor Holtzmann wird derweil eifersüchtig auf Normas Erfolge, sie fällt in Ungnade und durch einen von Holtzmann mehr oder weniger wissend verursachten Sklavenaufstand wird der gesamte Planet ins Chaos gestürtzt und das erste Faltraumschiff wird von einigen Sklaven gestohlen und landet auf Arrakis. Die ehemaligen Sklaven landen dort mit Aurelius Geschäftspartner und werden zusammen mit den Gefolgsleuten von Selim Wurmreiter zu den ersten Fremen.

Fazit: Die Geschichte als solche ist spannend, die Handlung im Roman aber ebenso künstlich wie chaotisch. Es gibt keinerlei Überraschungen, obwohl der Stoff genug Raum dafür bietet – noch nicht mal die tatsächlichen Überraschungen sind überraschend. Also eher enttäuschend. Zwei Sterne auf Goodreads. Den dritten Teil lese ich aber noch, weil ich wissen will, was noch alles passiert.

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Butlers Djihad

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Butlers Djihad
Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Butlers Djihad

Mit Butlers Djihad erzählen Brian Herbert und Kevin J. Anderson den ersten Teil der lange zurück liegenden Vorgeschichte zu Frank Herberts Wüstenplanet. Wie auch in den später geschriebenen drei Bänden der Chroniken des Wüstenplaneten erreicht das Autorenduo bei weitem nicht das sprachliche Niveau von Frank Herbert.

Zum Inhalt: Der erste Teil der Legende des Wüstenplaneten behandelt eigentlich die Vorgeschichte von Butlers Djihad. Der Leser lernt die wesentlichen Figuren kennen, Serena Butler, die Tochter des Viceroys der Liga der Edlen, die in die Sklaverei der Denkmaschinen gerät, Xavier Harkonnen, ihren Verlobten, der sie daraufhin tot glaubt, Vorian Atreides, Sohn den Cymek Agamemnon, der sich auf die Seite der Menschen schlägt. Außerdem noch den Allgeist Omnius, der Computer, der die synchronisierten Welten beherrscht und Erasmus, einen eigenwilligen Roboter, dessen Verhalten schon fast menschliche Züge aufweist.

Die Geschichte selbst lässt sich kurz zusammenfassen: Durch die Titanen – zu denen auch Agamemnon gehört – erlangen die Denkmaschinen die Herrschaft über einige Welten der Menschen. Die Liga der Edlen ist nicht betroffen, wird aber zu eigentlichen Beginn der Handlung attackiert. Serena Butler versucht, dagegen auf eigene Faust Maßnahmen zu ergreifen, wird aber von den Maschinen gefangen. Sie wird von Erasmus als Sklavin gehalten und bekommt in der Gefangenschaft ein Kind von Xavier, mit dem sie sich kurz vorher verlobt hatte. Das Kind – Manion Butler – wird von Erasmus getötet, was letzten Endes den Ausschlag für einen Aufstand der Sklaven auf der Erde und damit Butlers Djihad gibt.

Brian Herbert & Kevin J. Anderson: Butlers DjihadParallel dazu werden noch einige weitere Handlungen erzählt, die aus meiner Sicht primär dazu dienen, den Stoff auf drei Bände zu strecken. Eine dieser Handlungen ist die Geschichte von Selim Wurmreiter, dem ersten Bewohner von Arrakis, der auf einem Sandwurm reitet, nachdem er fälschlicherweise von seinem Naib verbannt wurde. Eine andere Handlung dreht sich um Tio Holtzmann, der ja durch den nach ihm benannten Antrieb und die Schilde schon in Frank Herberts Romanen erwähnt wurde. Hier wird schnell klar, dass er bei weitem nicht so genial ist, wie ihn die Geschichte später darstellt, sondern viele seiner Ideen Norma Cevna verdankt, der Tochter von Zufa Cevna, die die Herrin der Zauberinnen von Rossak ist. Um diese und ihren Gatten Aurelius Venport spannt sich dann auch eine dritte Nebenhandlung.

Fazit: Das Buch liest sich relativ schnell, weil die Kapitel so kurz sind. Das sprachliche Niveau ist gerade noch erträglich, die Neugier hält den Leser bei der Stange. Zwei Sterne bei Goodreads.

Ulf Brandes, Pascal Gemmer, Holger Koschek & Lydia Schültken: Management Y

Ulf Brandes, Pascal Gemmer, Holger Koschek & Lydia Schültken: Management Y
Ulf Brandes, Pascal Gemmer, Holger Koschek & Lydia Schültken: Management Y

Allen, die als Nicht-ITler ins Thema Agilität und vor allem Führung im agilen Kontext einsteigen wollen, sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Wer – wie ich – schon länger mit diesen Themen unterwegs ist, wird allerdings wenig neues entdecken.

Der Aufbau des Buches erinnerte mich sehr stark an Fearless Change. Zunächst wird im Teil Mehr Menschlichkeit im Management! die grundlegende Motivation für das Buch erklärt. Die von den Autoren vertretenen Ansichten teile ich auch – bis auf die Tatsache, dass Taylor unverdient mal wieder viel zu schlecht wegkommt.

Im zweiten Teil des Buches wird Management Y aus vier Sichten beschrieben: Organisation gemeinsam erleben, Liefern, was gebraucht wird, Menschen ehrlich begeistern und Kunden wirklich verstehen.Der zweite Teil ist eine Runde Sache und für Einsteiger super. Alle vier Blickwinkel werden kompakt beschrieben und moderne Wege gezeigt, sich ihnen zu stellen. Einziges Manko ist, dass bestimmte Modelle sehr stark im Fokus stehen – vielleicht weil sie den Vorlieben der Autoren entsprechen.

Mit insgesamt 24 Pattern ist der dritte Teil sehr hilfreich, wenn man sich in der Welt agiler Praktiken orientieren will. Wer regelmäßig in der Community unterwegs ist, Blogs liest oder schon andere Bücher zum Thema kennt, wird aber nur schwerlich etwas Neues finden.

Der Ausblick am Schluss ist für mich persönlich etwas zu esoterisch. Ich mache zwar regelmäßig Yoga und meditiere auch sehr gerne – aber das passt nicht zu einem Buch, dass das Wort Management im Titel trägt.

Der Titel ist auch das, was ich an dem Buch im Wesentlichen kritisieren muss. Ich bin ein großer Verfechter des Management 3.0 und empfand das Buch von Jurgen Appelo als einen Meilenstein der Management-Literatur. Management Y hat mit Management …wenig zu tun. Es ist eher eine Ideensammlung und ein Startpunkt für Menschen, die sich mit dem Thema Agilität auseinandersetzen wollen. Wer sich mit Führung – oder Management – in agilen Organisationen auseinandersetzen will, kommt nach wie vor an Appelo nicht vorbei.

Mein Fazit: Für mich persönlich war es viel zu flach. Es gibt dennoch vier Sterne bei Goodreads, weil die Zusammenstellung im Buch für Einsteiger super ist – und die sind mit Sicherheit auch die Zielgruppe 🙂