Marc Elsberg: Zero

Marc Elsberg: Zero
Marc Elsberg: Zero

Mit Blackout hat Marc Elsberg ein Debut vorgelegt, das seines Gleichen sucht. Entsprechend hoch war meine Erwartung an sein zweites Buch.

Um es kurz zu machen: Zero ist bei weitem nicht so gelungen wie Blackout. Die handelnden Personen sind ohne Tiefe, die Ereignisse überschlagen sich in unglaubwürdiger Geschwindigkeit. Und wenn ich als ITler bei Blackout noch den Realismus loben konnte, ist Zero geradezu absurd.

Das Thema des Romans, Big Data, Datenkraken und der gläserne Mensch ist aktueller denn je. Auch das grundlegende Szenario, dass auf Basis der Daten, die jeder von uns produziert, Software Empfehlungen für Entscheidungen gibt, ist durchaus vorstellbar. Aber das ein PaspberryPi mal eben an den Fernseher angesteckt wird und sich automatisch ins nächste verfügbare WLAN der Nachbarn (woher weiß er, dass es nicht meins ist?) einklinkt – sorry, das macht vieles an Potential für das Buch kaputt. Und wer schon mal komplexe Algorithmen (gemeint waren vermutlich komplizierte) geschrieben hat, der weiß, dass man das nicht mal eben so bei einer Tasse Kaffee alles umbaut. Das Bild von der Arbeit des Softwareentwicklers ist an der Stelle völlig neben der Wirklichkeit.

Fazit: Zero behandelt ein interessantes Thema, ist allerdings bei weitem nicht so gut recherchiert wie Blackout. Gespräche mit ITlern hätten hier vermutlich geholfen. Als Thriller für Nicht-ITler durchaus ok, weniger anspruchsvoll als die Bücher von Daniel Suarez. Drei Sterne, muss man nicht lesen.

Meine Rezension auf Goodreads

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