Carmen M. Reinhart & Kenneth S. Rogoff: This Time Is Different

Carmen M. Reinhart, Kenneth S. Rogoff: This Time is Different
Carmen M. Reinhart, Kenneth S. Rogoff: This Time is Different

Mit This Time Is Different haben Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff nicht nur den Paul A. Samuelson Award gewonnen, sondern auch die Grundlage für ihren mittlerweile umstrittenen Artikel Growth in Time of Debt gelegt.

Auch wenn die Autoren mit dem berühmten Excel Fehler, der 2013 entdeckt wurde, einen guten Teil ihres Ruhms wieder einbüssten, kann man nicht anders, als das Buch als ein Meisterwerk zu betrachten. Allein die Akribie, mit der beide Finanzdaten von 63 Ländern aus bis zu 800 Jahren sammelten muss gewürdigt werden.

Die Fähigkeit, Daten zu sammeln, ist aber nur ein Teil dessen, was für ein Buch dieser Klasse notwendig ist. Die Fähigkeit, die gesammelten Informationen aufzubereiten und so zu präsentieren, dass Dritte sie verstehen können, ist leider zu wenigen Ökonomen gegeben.

Reinhart und Rogoff muss darüber hinaus anerkannt werden: Sie es haben geschafft, die Daten in dem Buch und die Beobachtungen, die auf Basis dieser Daten gemacht werden können, so zu beschreiben, dass sie angenehm zu lesen sind. Auch dies ist leider nicht vielen Ökonomen gegeben, insbesondere wenn es sich um ein derartig politisches und heikles Thema handelt, wie Staatsschulden.

Die Übersicht der Finanzkrisen aus den letzten 800 Jahren, insbesondere auch mit einem Augenmerk auf Insolvenzen europäischer Staaten, ist ebenso beeindrucken wie bedrückend. Wobei es interessant ist, wie oft europäische Staaten in den letzten 200 Jahren zahlungsunfähig waren und es trotzdem kontinuierlich zu mehr Wohlstand gebracht haben.

Positiv fand ich während der Lektüre, dass die beiden Autoren niemals polemisch oder politsch werden. Sie stellen einfache Beobachtungen auf Basis von konkreten Zahlen dar, ohne magische Formeln und komplexe Modelle. Das macht das Buch nicht nur für Laien einfach verständlich, sondern auch zu einer guten Referenz für den Fall, dass aufbereitete Daten benötigt werden.

Fazit: Ein Buch, dass ich für Pflichtliteratur halte, wenn man sich an den aktuellen Diskussionen um die Finanzkrise und den Euro beteiligen will.

Peter Altmiks: Im Schatten der Finanzkrise

Peter Altmiks: Im Schatten den Finanzkrise
Peter Altmiks: Im Schatten den Finanzkrise

Peter Altmiks hat mit Im Schatten der Finanzkrise ein Buch herausgegeben, in dem die Probleme des staatlichen Zentralbankwesens beleuchtet werden. Ich habe dieses Buch im Rahmen der Recherchen für meine Master Thesis gelesen und fand in den Autoren der einzelnen Artikel starke Verfechter des Gold Standards.

Auch wenn die Artikel sehr gut die einzelnen Positionen der Autoren erklären, wirkt das Gesamtwerk doch eher unreflektiert und polarisierend. Eine moderate Position kann man nur in einigen Artikeln unter großer Anstrengung entdecken, eine Gegenposition fehlt gänzlich.

Dabei deutet der Untertitel des Buches „Muss das staatliche Zentralbankwesen abgeschafft werden?“ durchaus eine ganzheitliche Auseinandersetzung mit dem Thema an. Mit den Autoren Jörg Guido Hülsmann, Lawrence H. White, Thorsten Polleit und George Selgin, die jeweils einen Artikel beigesteuert haben, ist so eine ganzheitliche Auseinandersetzung aber nicht möglich.

Hülsmann sieht im Zentralbankwesen und im Fiat-Money vor allem ethische Probleme, wobei er sich ausschließlich auf christliche Werte bezieht, und erklärt ein voll gedecktes Geld zum einzigen ethisch korrekten und tragbaren Geldsystem.
White greift Rothbards Free Banking Theorie auf und zeigt, wie diese Realität werden kann. Aus seiner Sicht ist die Vorgabe einer 100% Deckung des Geldes aber eine unzulässige Einmischung des Staates ins Geldsystem. Wie durch diese religös-fundamentalistischen Ideen, die direkt von Murray N. Rothbard übernommen wurden, ein stabileres Geldsystem erschaffen werden kann, bleibt – außer in der idealen Welt Rothbards – völlig offen.
Der Artikel von Polleit ist eine weitere Zusammenfassung der Ideen von Rothbard aus dessen Buch The Mystery of Banking. Bilanzspielereien mit Gold auf Papier, die bei einer einzelnen Bank funktionieren würden, aber nicht in unserer globalisierten Welt skalieren.
Selgin schließlich beschreibt, welcher Weg das Geldsystem zu den Zentralbanken führte und wieso das „immaterielle Zwangsgeld“ schlecht für die Menschen und die Wirtschaft ist.

Insgesamt ein extrem einseitiges Buch, das eine klare politische Botschaft vermitteln soll. Mir hat es in meiner Arbeit zum Gold Standard dennoch geholfen, liefern doch derartige Artikel unter dem Anschein der Wissenschaftlichkeit wunderbare Argumente, mit denen die Schwächen eines gedeckten oder auch die eines freien Geldes aufgezeigt werden können.

Fazit: Muss man nicht gelesen haben, hilft aber beim Argumentieren mit Gold Standandard Fundamentalisten.

Trudi Canavan: Das Zeitalter der Fünf – Priester

Trudi Canavan: Priester
Trudi Canavan: Das Zeitalter der Fünf: Priester

Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil es mir empfohlen wurde. Allerdings weiß ich nicht mehr, von wem. Das ist aber auch egal, weil es ein gutes Buch ist. Kein anspruchsvolles oder wichtiges Buch, aber ein Buch, dass man gut nebenher lesen kann, abends vor dem Einschlafen.

Trudi Canavan hat für die Trilogie Das Zeitalter der Fünf eine gut durchdachte, komplexe Welt erschaffen, die in sich stimmig ist und eine gute Atmosphäre bietet. Es gibt Magier, Kämpfer, Priester, Liebe und Krieg. Von allem ein bisschen, von keinem zu viel.

Zur Handlung: Auraya lebt in einem Dorf bei ihren Eltern und wird nebenher von Leiard, einem Traumweber, unterrichtet. Die Traumweber sind Heiler, die über magische Gaben verfügen und gelten als Ketzer. Die Leute sollen sie meiden und ihre Dienste nicht in Anspruch nehmen.
Nach einigen Jahren gelangt Auraya in die Stadt der Priester, das Zentrum des Kultes um die fünf Götter und erreicht dort in relativ kurzer Zeit die Position einer unsterblichen Weißen. Von den Weißen gibt es nur fünf, jeweils einem der fünf Götter verantwortlich. Eine ihrer ersten Aufgaben als Weiße führt Auraya zu den Siyee, die sie von einer Allianz überzeugen kann.
Außerdem tritt Leiard wieder in ihr Leben und gemeinsam beschließen sie, die Weißen mit den Traumwebern zu versöhnen.
Was sich schon bei ihrem Besuch bei den Siyee andeutet, tritt ein: das Land wird mit Krieg überzogen. Die Weißen ziehen gemeinsam mit ihren Verbündeten in den Krieg gegen die Pentadrianer, gefolgt von Traumwebern, die sich bereiterklären, Verwundeten zu helfen, sich aber nicht für eine Seite im Krieg entscheiden wollen. Währenddessen beginnen Leiard und Auraya eine Beziehung, die für beide sehr belastend wird und schließlich dadurch endet, dass Juran, Anführer der Weißen, Leiard wegschickt. Was Juran nicht ahnt, ist, dass Leiard ein Geheimnis birgt, dass erst Emerahl, eine Frau, die ihre Gestalt ändern kann und sich während des Krieges als Hure verdingt, enträtseln kann.

Trudi Canavan versteht ihr Handwerk, das steht fest. Der Roman erzählt eine perfekt durchdachte Geschichte in einer solide ausgearbeiteten Fantasy-Welt. Das Zeitalter der Fünf ist mit Sicherheit nicht auf dem Niveau eines Tolkien, erhebt aber auch nie einen derartigen Anspruch.

Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht gelesen haben.

David R. George III: Star Trek Feuertaufe: McCoy – Die Herkunft der Schatten

David R. George III: Star Trek Feuertaufe: McCoy - Die Herkunft der Schatten
David R. George III: Star Trek Feuertaufe: McCoy – Die Herkunft der Schatten

Ich hatte schon vor einer ganzen Weile begonnen, wieder Star Trek Romane zu lesen, allerdings nur auf Englisch. Zufällig fiel mir dann der erste Teil der Trilogie Star Trek Feuertaufe in die Hände. Die Einleitung klang vielversprechend und ich hatte früher die Romane zur alten Serie mit Begeisterung verschlungen. Kurzentschlossen kaufe ich den Roman.

Als ich dann begann, Die Herkunft der Schatten zu lesen, war ich enttäuscht. Die Handlung war träge und zäh, es passierte ungefähr 200 Seiten lang nichts wirklich interessantes. Das Buch lag dann eine ganze Weile auf meinem Bücherstapel, das Lesezeichen irgendwo bei Seite 200. Vor einigen Tagen beschloss ich dann, dem Buch noch eine Chance zu geben. Und plötzlich wurde es spannend, plötzlich war ich begeistert von der Handlung und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen.

David R. George III ist mit Die Herkunft der Schatten ein Einblick in das Leben von Dr. McCoy gelungen, wie es ihn vorher in keinem Roman gegeben hat. Der Autor lässt bewusst die Ereignisse aus Romanen beiseite und baut die Handlung nur auf Erkenntnisse aus der Serie und den Filmen auf. Das ist einerseits schade, weil sich dadurch Unstimmigkeiten ergeben, die Lesern von Die verlorenen Jahre und für Star Trek ähnlich wichtigen Romanen direkt auffallen, andererseits aber auch gut, denn es eröffnet die Möglichkeit, McCoy als einen Charakter zu zeichnen, der viele Seiten hat, die bisher unbekannt waren.

Die erste Handlung des Buches beginnt 2267. Dr. McCoy wurde gerade durch den Hüter der Zeit ins Jahr 1930 zurückversetzt und rettet Edith Keeler das Leben. Durch dieses Ereignis stört er die Zeitlinie und bleibt in der Vergangenheit gefangen. Während in der Episode Kirk und Spock ebenfalls in der Zeit zurück reisen und McCoy wieder ins Jahr 2267 holen, beleuchtet der Roman in seinem zweiten Handlungsstrang, was in den Jahren nach 1930 mit McCoy passierte.

Die Handlungen wechseln sich kapitelweise ab und beleuchten auf sehr interessante Weise, wie sich die Handlungen von McCoy im 20. Jahrhundert der Erde auf sein Leben im 23. Jahrhundert auswirken. Erst als McCoy im 20. Jahrhundert mit sich selbst ins Reine kommt, gelingt es ihm auch im 23. Jahrhundert. Er macht sich auf, um herauszufinden, was mit ihm in der alternativen Zeitlinie passierte und seine Seele kann endlich Ruhe und Liebe finden.

Der Roman erzählt McCoys Geschichte über fast 100 Jahre lang, beginnend bei der ersten Begegnung mit dem Hüter der Zeit bis hin zu seinem Besung auf der Enterprise NCC-1701-D im jahre 2364. Ein Buch, das sich zu lesen lohnt, auch wenn es leider erst nach einem viertel seines Umfangs richtig Fahrt aufnimmt.

Fazit: Sehr empfehlenswert für alle, die Star Trek lieben.

Windmesser-Auswertung August-Oktober 2013

Meine letzte Windmesser-Auswertung ist ja bereits eine ganze Weile her. Nun war es mal an der Zeit, den Windmesser für den Winter fit zu machen und zu schauen, welche Ergebnisse er mir für August, September und Oktober lieferte.

August 2013

Der August ist definitiv der schwächste Monat gewesen. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit pro Stunde ging fast nie über 3,5 m/s. Ein VK-58 hätte gerade einmal 35 kWh Strom produzieren können.

September 2013

Der September zeigt ein ähnliches Bild wie der Mai, wobei die Kurve der Windgeschwindigkeiten höher beginnt (60 im September gegenüber 40 im Mai) aber dann schneller absinkt. Es gab jeweils um die 20 Stunden mit 4m/s. Das VK-36 hätte im September 29,723 kWh Strom produziert, das VK-58 hätte 47,559 kWh geschafft. Auch im September sind die Nächte praktisch ruhig, während die interessanten Windgeschwindigkeiten nur tagsüber auftreten.

Oktober 2013

Der Oktober begeistert mich. Ein wirklich schöner Wind-Monat. Die Kurve beginnt zwar deutlich niedriger als in allen anderen Monaten (35 Stunden mit 1m/s), fällt aber erst bei 7m/s deutlich ab. Es gab insgesamt 30 Stunden lang Wind mit 6m/s – da lohnt sich ein Windrad schon. Im Oktober hätte das VK-36 69,234 kWh und das VK-58 108,456 kWh Strom produziert. Positiv ist auch, dass im Oktober auch nachts Windgeschwindigkeiten auftraten, die das Windrad zum rotieren brächten.

Fazit

Der Strompreis pro kWh für die beiden Windräder sinkt dadurch auch deutlich. Das VK-36 hätte bei 20 Jahren Laufzeit einen Preis von 0,64 EUR pro kWh und das VK-58 einen Preis von 0,50 EUR pro kWh.

Ich bin gespannt, wie sich die Daten über den Winter entwicklen.
Die aktuellen Daten und Graphen habe ich wieder auf Github bereitgestellt.