Robert und Edward Skidelsky: Wieviel ist genug?

Robert und Edward Skidelsky: Wieviel ist genug?
Robert und Edward Skidelsky: Wieviel ist genug?

„Ein fulminantes Plädoyer gegen Wachstum um jeden Preis.“
Mit diesen Worten auf dem Umschlag wird das Buch von Vater und Sohn Skidelsky beworben. Wer aber eine Streitschrift gegen Globalisierung und Ausbeutung ähnlich wie Die Grenzen des Wachstums erwartet, wird sich in diesem Buch nicht wiederfinden.
Die Skidelsky haben kein Buch gegen Wachstum geschrieben, sondern ganz im Gegenteil: sie sehen Wachstum als etwas Positives, etwas, das die Menschheit voranbringt. Allerdings kritisieren sie das Wachstum um des Wachstums willen. Die rein ökonomisch getriebene Wachstumsphilosophie unserer Zeit erklären sie als überholt und suchen nach Ideen, die Alternativen dazu anbieten. Die modernen „Alternativen“ zum Bruttosozialprodukt wie beispielsweise das Bruttonationalglück halten sie allerdings für untauglich. Ebenso ergeht es anderen Konzepten, die mit weichen Faktoren arbeiten.

Spannend ist, dass das Buch mit einem Kapitel beginnt, das den Titel trägt „Keynes‘ Irrtum“. Robert Skidelsky ist als Keynes-Biograph natürlich prädestiniert, Keynes‘ großen Irrtum, nämlich dessen Artikel über das wirtschaftliche Leben seiner Enkel und seine Prognose über Null-Wachstum und 4-Stunden-Arbeitswochen als Basis für ein Buch heranzuziehen, das es sich zum Ziel gemacht hat, Wachstum positiv-kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Insgesamt spielen im Buch ethische und ökologische Prinzipien eine ebenso große Rolle wie die öknomischen. Die Idee, das Wohl lebender Menschen höher zu gewichten als das Wohl zukünftiger Generationen, die eine Kernthese der Skidelskys ist, könnte allerdings aus dem Kontext gerissen falsch verstanden und sogar missbraucht werden.

Insgesamt halte ich das Buch für ein fulmninantes Plädoyer über eine positive Zukunft, die den Menschen bevorsteht.
Es braucht mehr solcher Bücher. Unbedingt lesen!

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