Daniel Suarez: Darknet

Daniel Suarez: Darknet
Daniel Suarez: Darknet

Darknet ist die Fortsetzung zu Daemon, dem Debüt von Daniel Suarez. Die Handlung spielt eine Weile nach den Ereignissen von Daemon.

Das Darknet ist mittlerweile integraler Bestandeil der Gesellschaft geworden. Die bestehenden politischen Systeme beginnen, sich aufzulösen. Die Online-Welten, die Sobol mit seinem Unternehmen geschaffen hatte, dienen als alternative Welt, aus der mit Hilfe spezieller Brillen die reale Welt um Informationen angereichert wird. Man sieht sofort, wer dazu gehört und wer nicht. Etliche Menschen beginnen, sich von den zentralen Instituationen wie Staaten loszusagen und schaffen autonome Lebensräume, in denen sie sich mit allem Nötigen versorgen.
Die einzige Verbindung dieser Lebensräume stellt das Darknet dar.

Doch das Darknet ist in Gefahr. Regierungsorganisationen, versuchen es zu vernichten und Pete Sebeck, einst als Polizist mit Ermittlungen im Falle Sobols beauftragt, gerät zwischen die Fronten von Loki, dem ultimativen Verteidiger des Darknet und dem Major, der das Darknet und seine Anhänger um jeden Preis vernichten will. Immer mehr Menschen erkennen jedoch: das Darknet stellt wahrscheinlich die einzige Rettung der Zivilisation dar.

Fazit: Noch besser, schneller und fesselnder als der Vorgänger. Muss man unbedingt gelesen haben!

Daniel Suarez: Daemon

Daniel Suarez: Daemon
Daniel Suarez: Daemon

IT-Thriller machen mich als Informatiker immer misstrauisch. Die meisten sind entweder zu viel Science-Fiction-Roman oder aber der Autor hat kein Verständnis dafür, wie IT funktioniert. Suarez Roman ist eindeutig gehört eindeutig in die erste Kategorie, aber er ist dennoch richtig gut. Gut deshalb, weil bis auf ein einziges Detail alles beschriebene denkbar ist.

Das Detail ist die Idee, dass ein Silicon-Valley-Unternehmer, Matthew Sobol, unheilbar erkrankt, seinen Geist in ein Computer-System transferiert und durch dieses als DAEMON die Kontrolle über Unternehmen und Organisationen an sich reißt.

Wenn man sich damit abfinden kann – und dank des genialen Schreibstils des Autors fällt das leicht – hat man 620 Seiten pure Spannung vor sich, bei denen man sich nie sicher ist, welche der vielen Seiten denn die richtige ist. Faszinierend an dem Buch ist, dass es trotz des zentralen Themas, nämlich wie Internet und Gesellschaft, Politik, Militär und Individuen miteinander wechselwirken, an keiner Stelle vorhersehbar ist.

Fazit: Ein absolutes Muß!

Arthur C. Clarke: Die letzte Generation

Arthur C. Clarke: Die letzte Generation
Arthur C. Clarke: Die letzte Generation

Die Menschen sind nicht mehr allein. Übermächtig schweben seit Jahren die Raumschiffe der Overlords über der Erde. Kaum jemand kann sich an ein Leben ohne ihre dauernde Präsenz erinnern. Sie haben für die Menschen viel Gutes getan. Seit ihrer Anwesenheit herrscht weltweit Frieden, es gibt eine Regierung, die die Belange aller Menschen gleichermaßen vertritt.

Doch niemand weiß, was die Overlords planen. Niemand kennt ihre Ziele. Und noch nie hat ein Mensch einen der Overlords gesehen. Bis zum Tag an dem „… Die lederartigen Flügel, die kleinen Hörner, der buschige Schwanz, alles war vorhanden. Die schrecklichste aller Legenden aus unbekannter Vergangenheit war lebendig geworden. Aber nun stand sie in dunkler Majestät lächelnd da…“

Aber die Wahrheit über die Overlords ist noch eine ganz andere: Während sich die Menschheit immer weiter entwickelt und die nächste Stufe der Evolution erreicht, sind die Overlords nur Wächter im Auftrag Dritter.

Die letzte Generation gilt neben 2001 – Odyssee im Weltraum als Clarkes wichtigster Roman. Und während in 2001 die Menschheit zu den Sternen aufbricht, wird ihr dieser Weg in Die letzte Generation für immer verwehrt bleiben.

Das Buch hat auch 60 Jahre nach dem Erscheinen der ersten Auflage nichts von seiner Brillianz verloren. Die Geschichte von Die letzte Generation hätte so vor 20 Jahren spielen können, sie könnte sich heute ereignen oder morgen.

Fazit: Muss man gelesen haben, wenn man über Science Fiction sprechen will. Und auch dann, wenn man nur darüber philosophieren will, wieviel Gutes wohl im Menschen steckt.

Dan Simmons: Die Hyperion-Gesänge

Dan Simmons: Die Hyperion-Gesänge
Dan Simmons: Die Hyperion-Gesänge

Stephen King sagte: „Dan Simmons schreibt wie ein Gott“.

Viel kann ich dem nicht hinzufügen, denn die sprachliche Eleganz der Hyperion-Gesänge ist ein Genuss ganz besonderer Art. Die beiden Bände Hyperion und Der Sturz von Hyperion knüpfen nahtlos aneinander an, wenngleich sie inhaltlich verschiedener kaum sein können. Das Buch ist nichts für zartbesaitete, Kämpfe, Gefechte und manch andere Szenen werden von Simmons in einer Präzision beschrieben, dass man das Gefühl hat, nicht nur dabei, sondern vielmehr ein Teil von ihnen zu sein.

Angenehm ist, dass in den Hyperion-Gesängen viel Technologie zum Einsatz kommt, die für den Mensch des 20. oder 21. Jahrhunderts unvorstellbar ist, aber dennoch auf den Versuch verzichtet wird, sie mit den Mitteln der heutigen Physik zu erklären. Dieser wäre ohnehin zum Scheitern verurteilt und ähnlich wie sich heutzutage kaum jemand Gedanken über die Funktionsweise eines Handys macht, machen sich die Personen in einigen tausend Jahren Gedanken über die Funktionsweise der zum Alltag gehörenden Farcaster, mit denen man ohne Zeitverlust von Planet zu Planet reisen kann oder das allgegenwärtige Netz.

Zum Inhalt:
Eine Gruppe von sieben Pilgern wird entsandt, den Planeten Hyperion zu besuchen. Dort lebt das Shrike, auch Herr der Schmerzen genannt. Ein Wesen, dessen Herkunft unbekannt ist, das aber unendlich grausam mit allen verfährt, die sich unachtsamer Weise in seine Nähe begeben. Die Pilger könnten unterschiedlicher nicht sein, ein Konsul, ein Priester, ein Soldat, ein Dichter, ein Gelehrter und eine Detektivin. Sie alle erzählen ihre Geschichte im Laufe der Reise zu den Zeitgräbern auf Hyperion. Eine Geschichte kann jedoch nicht erzählt werden. Der siebte Pilger, ein Tempelritter, verschwindet während der Reise auf mysteriöse Weise. Allen Geschichten ist gemein, dass wenngleich außer dem Konsul keiner der Reisenden jemals zuvor Hyperion betreten hat, der Planet eine wesentliche Rolle im Leben ihrer Erzähler spielt. Der erste Teil endet damit, dass die sechs verbliebenen Pilger die Schlucht mit Zeitgräbern auf Hyperion erreichen.

Während sich der erste Teil ausschließlich auf die Pilger konzentrierte, stehen im zweiten Band Der Sturz von Hyperion die politischen Geschicke in der Galaxis im Mittelpunkt. Was man im ersten Teil nur ahnte, wird hier bestätigt. Hyperion ist viel mehr als ein Planet am Rand, auf dem zufällig das Shrike entdeckt wurde. Hyperion wird der Ausgangspunkt der größten Veränderung sein, die die Menschheit seit Jahrhunderten erlebt.

Fazit: Wer gute Nerven hat, sich an blutigen Stellen nicht stört und einen Sinn für poetische Sprache hat, dem seien die 1450 Seiten der Hyperion-Gesänge von Dan Simmons unbedingt ans Herz gelegt.

Isaac Asimov: Die Foundation-Trilogie

Isaac Asimov: Die Foundation-Trilogie
Isaac Asimov: Die Foundation-Trilogie

Asomivs Foundation-Trilogie ist mit Sicherheit eines der meistdiskutierten Werke über die ferne Zukunft der Menschheit. Und das nicht ohne Grund, zeichnet Asomiv doch ein Bild, das dem Leser wie ein Blick in die Vergangenheit und die Zukunft zugleich erscheint und gerade deshalb immer wieder zum Nachdenken anregen wird.

Die Galaxis wurde über viele Jahrhunderte lang als Imperium geführt. Allerdings neigt sich eben jenes Imperium seinem Ende zu. Unaufhaltsam zerfällt es immer mehr. Doch der Mathematiker Hari Seldon hat genau dies seit Jahren vorausgesehen und traf Vorkehrungen. Irgendwo, weit weg von den zentralen Planeten des Imperiums gründete er eine Foundation. Auf einem Planeten, der selbst über keine Resourcen verfügt sollen Wissenschaftler verschiedenster Art zusammen den Grundstein für die Zukunft der Menschheit legen, in dem sie an einer Enzyklopädie der Menschheit arbeiten.

Immer wieder geschehen Ereignisse, die drohen, die Foundation zu Fall zu bringen. Und immer geht die Foundation gestärkt aus den Ereignissen hervor. Aber kann das ewig so bleiben? Kann Hari Seldon tatsächlich mit Hilfe der Psychohistorik das Schicksal der Menschheit vorausberechnet haben? Und irgendwo soll eine zweite Foundation existieren…

Die Foundation-Trilogie besteht aus den drei Bänden Foundation, Foundation und Imperium und Die zweite Foundation. Asimovs Stil, der extrem leicht zu lesen ist, trotz politischer und wissenschaftlicher Diskussionen, macht die gesamten rund 850 Seiten zu einer wahren Lesefreude. Extrem spannend ist das Gedankenexperiment der Psychohistorik, einer Wissenschaft, die es ermöglichst, die Geschichte von Gesellschaften im Großen bereits vorher zu berechnen.

Fazit: Ein absolutes Muss für alle, die sich für die Zukunft interessieren.