Robert Harris: Ghost

Robert Harris: Ghost
Robert Harris: Ghost

Robert Harris ist ein Meister darin, Fakten mit Fiktion zu vermischen. Ghost beweist dies wieder einmal.

Der ehemalige britische Premierminister Adam Lang will seine Memoiren veröffentlichen. Doch kurze Zeit vor der Veröffentlichung kommt sein Ghostwriter, sein langjähriger politischer Vertrauer McAra, auf tragische Weise ums Leben. Der Ersatzmann, ein professioneller Ghostwriter, wird mit einem gigantischen Honorar geködert und bekommt die Aufgabe, das Manuskript innerhalb von vier Wochen fertigzustellen. Dazu reist er in die USA, wo Lang sich mit seiner Frau aufhält. Kaum angekommen, gerät er in die Spannungen der Politikerfamilie Langs, der zwischen zwei Frauen steht – seiner Ehefrau Ruth und seiner Beraterin Amelia.

Kurz danach veröffentlicht Langs ehemaliger Außenminister Rycart Informationen, die eine Anklage Langs vor dem internationalen Gerichtshof wegen Kriegsverbrechen unausweichlich erscheinen lassen.

Ghost ist ein extrem spannender Thriller, der durchaus einige Fragen um die Rolle der britischen Administraton im Krieg gegen den Terror aufwirft – und sie recht ungewöhnlich beantwortet. Aus meiner Sicht ist der Roman nicht die „Abrechnung mit dem Polikiter Blair“ als die er in ZDF aspekte bezeichnet wurde, dazu ist er nicht politisch genug.

Wie auch schon in seinen früheren Werken wirft Harris einen Blick von außen auf die Ereignisse, ohne eine politische Position zu beziehen. Dies schadet dem Roman aber auf keinen Fall, so dass ich ihn uneingeschränkt als Lesevergnügen empfehlen kann.

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