Walter Moers: Ensel und Krete

Walter Moers: Ensel und Krete
Walter Moers: Ensel und Krete

Mit Ensel und Krete übersetzt Walter Moers ein Werk des zamonischen Schriftstellers Hildegunst von Mythenmetz in unsere Sprache. Nach der Lektüre dieses anspruchsvollen Werkes wird dem aufmerksamen Leser bewusst, dass sich die Gebrüder Grimm sicherlich an der zamonischen Märchenwelt bedient haben, als sie ihre Sammlung an Hausmärchen herausgaben.

Im Ernst: Walter Moers ist ein Meister der Phantasie. Sich eine solche Geschichte auszudenken – okay, sie so zu verändern – braucht einiges an Zeit und Muße. Die mythenmetzsche Abschweifung ist allerdings die Krönung – in regelmäßigen Abständen beschimpft Hildegunst seinen schärfsten Kritiker. Zumeist unterbricht er damit die spannendsten Stellen des Buches, doch wer möchte es ihm verübeln.

Außerdem muss man erstmal auf die Idee kommen, zwei Seiten mit
brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli, brummli zu füllen.

Fazit: Genial, phantastisch – und man lernt, warum Erdgnömchen Himbeeren lieben.

Dietrich Schwanitz: Der Campus

Dietrich Schwanitz: Der Campus
Dietrich Schwanitz: Der Campus

Hanno Hackmann ist Professor für Soziologie an der Universität Hamburg.
In Fachkreisen hat er einen guten Ruf, unter Kollegen und Freunde ist er geachtet. Nur in seiner Ehe kriselt es, aber damit kommt er ganz gut zurecht.
Bis er eines Tages in den Verdacht gerät, eine Studentin sexuell missbraucht zu haben.

An der Universität wird der Vorfall zum Politikum, es geht um Macht, um wichtige Positionen – und um die politische Korrektheit mit der so ein Fall angepackt werden muss. Die Wahrheit ist da nur im Wege und somit soll Professor Hackmann wohl fallen…

Schwanitz‘ Buch ist sehr kontrovers und viel diskutiert worden. Eloquent und unterhaltsam spricht er mit seinem Roman ein Thema an, das in seiner Interpretation durchaus manchem Mann zum Verhängnis werden kann – und manchmal eben auch zu Unrecht. Und ganz nebenbei amüsiert er sich prächtig über die Strukturen der Hamburger Universität an der er selbst ja auch mehrere Jahre lang lehrte.

Fazit: Muss man nicht gelesen haben, ist aber nette Unterhaltung. Und da sich Reich-Ranicki darüber gefreut hat, es gelesen zu haben, wird man es sicher nicht bereuen.

Viktor Pelewin: Die Dialektik der Übergangsperiode von Nirgendwoher nach Nirgendwohin

Viktor Pelewin: Die Dialektik der Übergangsperiode von Nirgendwoher nach Nirgendwohin
Viktor Pelewin: Die Dialektik der Übergangsperiode von Nirgendwoher nach Nirgendwohin

Das Cover meiner Ausgabe ist viel schöner als das auf dem Bild. Orange mit Matroschkas darauf. Aber eigentlich kommt es ja nur darauf an, was drinnen steckt, im Buch – das Cover sollte zweitrangig sein.

Nun, bei diesem Werk steckt darin eine seltsame Geschichte um einen russichen Bankier, der an die mystische Zahl 34 glaubt und die Unheil bringende 43. Stephan heißt der Mann und schlägt sich wacker im postkommunistischen Zeitalter eines Putin in Russland durch. Wunderlich ist es was die Begleiter des Protagonisten so treiben, seine Freundin gibt ihm beim Sex Namen von Tamagotchis, sein Konkurrent hält sich wenn er unter Drogen steht für einen Esel.

Wegen der Geschichte lohnt es sich sicher nicht, das Buch zu lesen. Sprachlich ist es allerdings ein Meisterwerk.

Mein Fazit: Über Russland kann man bei Gorbatschow oder Scholl-Latour mehr erfahren. Hat man’s gelesen, findet man’s geil. Für schwache Leser aber definitiv nicht geeignet.