Robert Harris: Imperium

Robert Harris: Imperium
Robert Harris: Imperium

Marcus Tullius Cicero will Konsul von Rom werden.

Ein ehrgeiziges Ziel für einen Mann, der keiner der Familien entstammt, die die Herrschaft über die Republik Rom seit Jahrzehnten führen. Doch Cicero geht seinen Weg auf ungewöhnliche Weise. Er nimmt als Ankläger den Fall eines Mannes an, der wegen eines skrupellosen Statthalters aus seiner Heimat fliehen musste – und gewinnt. Sein Schicksal nimmt damit seinen Lauf, denn es gibt kein Zurück mehr. Cicero muß das Machtgefüge des alten Roms zerschlagen und sich selbst an die Spitze setzen.

Jahre vergehen und am Ende gewinnt Cicero den ungleichen Kampf um den Vorsitz der Republik Rom. Nicht mit militärischen Mitteln, sondern einzig mit der mächtigsten Waffe, die Menschen gegeben ist: Seinen Worten.

Robert Harris begibt sich mit diesem Roman, der Auftakt einer Trilogie sein soll, zum zweiten Mal in die römische Antike. Er erzählt die Ereignisse in den Jahren bis zu Ciceros Zeit als Konsul aus der Perspektive seines Sekretärs Tiro, der Cicero nahezu überall hin begleitet.

Sicherlich ist vieles an diesem Roman Fiktion, dennoch glaube ich, Robert Harris kommt mit seiner Erzählung dem Leben im alten Rom ziemlich nahe. Die Intrigen der herrschenden Klasse und die Dekadenz eines chauvinistischen Volkes, das den Niedergang der eigenen Demokratie herbeiführt, sind mit Sicherheit nicht weit davon entfernt.

Tim Flannery: Wir Wettermacher

Tim Flannery: Wir Wettermacher
Tim Flannery: Wir Wettermacher

Allerorten hört man heutzutage die schlimmsten Meldungen über die Klimakatastrophe. Sind wir Menschen tatsächlich dafür verantwortlich? Gibt es Beweise dafür oder dagegen? Wie geschahen Klimaveränderungen vor unserem Erscheinen auf diesem Planeten?

Hundere Fragen könnte man sich zu diesem Reizthema stellen. Tim Flannery schafft es, in diesem Buch die meisten davon zu beantworten – sachlich und trotzdem angenehm zu lesen.

Über viele Jahre hinweg hat er Informationen, Erkenntnisse, Artikel und wissenschaftliche Veröffentlichungen zum Thema Klimawandel gesammelt und ausgewertet. Er zeigt offensichtliche Beweise ebenso wie scheinbare Gegenbeweise. Und er erklärt, wie das Fliegen den Klimawandel bremst und warum die Temperaturveränderungen sich erst um viele Jahre versetzt bemerkbar machen. Zudem gibt Flannery noch einen Ausblick auf die Möglichkeiten, die Einzelen tatsächlich zur Verfügung stehen.
Erschreckend ist seine Prognose, was uns noch bevorsteht, wegen der Dinge, die die Menschheit in den letzten Jahren getan hat.

Unbedingt lesenswert. Das Thema ist von vielen Seiten beleuchtet und auch für wissenschaftliche Laien sehr verständlich erklärt. Wer für die Zukunft Perspektiven erkennen und schaffen will, sollte dieses Buch gelesen haben.

Andreas Eschbach: Ausgebrannt

Andreas Eschbach: Ausgebrannt
Andreas Eschbach: Ausgebrannt

Der neue Eschbach! Und er war nie besser! Spannung und Faszination auf 750 Seiten, dazu wie immer jede Menge Hintergrundinformationen über die uns umgebende alltägliche Irrationalität der Gesellschaften.

Was wäre, wenn von Heute auf Morgen das Erdöl versiegt? Kommt die globale Wirtschaft zum Erliegen? Bricht die Energieversorgung zusammen? Ist die Zivilisation am Ende angekommen? Was, wenn es jemanden gibt, der herausgefunden hat, daß noch für mindestens 1000 Jahre Erdöl vorhanden ist – und auch weiß wo?

Eine Fiktion globalen Ausmaßes, unglaublich mitreißend erzählt ist diese Geschichte um Markus Westermann, der eigentlich geplant hatte, in den USA sein Glück zu machen. Vom Tellerwäscher zum Millionär, wie es immer so schön heißt. Doch dann kommt alles anders als geplant.

Markus lernt den Österreicher Karl Walter Block kennen, der behauptet, es gäbe noch Unmengen Erdöl, ausreichend für viele hundert Jahre. Seine Begründungen klingen plausibel und so gründet Markus mit ihm gemeinsam ein Unternehmen, das diese Ölvorkommen nutzbar machen soll. Zunächst läuft alles wie geplant, doch dann versagt Blocks Methode in Saudi Arabien plötzlich. Wollen die Saudis, deren größter Ölhafen vor wenigen Wochen von Terroristen gesprengt wurde, tatsächlich Markus und Block als Idioten darstellen? Oder steckt da noch viel mehr dahinter…

Wie immer kommt auch bei diesem Eschbach alles anders, als man es zunächst vermutet. Nichts wird nach den Ereignissen wieder so sein, wie vorher, aber auch alles anders, als man es sich vorstellt. Mit diesem auch thematisch brandaktuellen Werk hat sich Andreas Eschbach selbst übertroffen. Kaufen! Lesen! Jetzt!

Ken Follett: Die Nadel

Ken Follett: Die Nadel
Ken Follett: Die Nadel

Im Jahre 1944 führten die Alliierten Streitkräfte wohl das größte Täuschungsmanöver seit dem Pferd von Troja durch: im Südosten Englands wurde aus Holz und Gummi einige riesige Invasionsarmee nachgebaut, die den Deutschen suggerieren sollte, man wolle von dort aus den Sturm auf den Kontinent starten. Die Deutschen fielen auf diese List herein und die Alliierten konnten wie geplant in der Normandie landen. Ken Folletts Roman erzählt diese Geschichte aus einer anderen Perspektive.

Mitten in England lebt seit Jahren ein deutscher Spion, nur bekannt als die Nadel. Während einer Funkübertragung wird die Nadel jedoch von seiner Vermieterin gestört und sieht sich gezwungen, sie umzubringen. Von diesem Zeitpunkt an befindet sich die Nadel auf der Flucht – und entdeckt während dieser Flucht das Geheimnis der fiktiven Armee in Südostengland. Die Nadel schlägt sich bis Schottland durch, doch seine Verfolger kommen ihm immer näher.

Auch wenn man weiß, daß die Deutschen die Information über diese Armee nie erhielten, ist das Buch extrem spannend. Ken Follett in Höchsform, einmal begonnen, kann man es nur schwer beiseite legen.

Mario Puzo: Der Pate

Mario Puzo: Der Pate
Mario Puzo: Der Pate

Der Klassiker. Ein Meisterwerk.
Eine Geschichte, spannend erzählt wie sonst nur wenige. Die Familie des Don Corleone führt einen der mächtigsten Mafia-Clans der Stadt New York. Als andere Familien ins Drogengeschäft einsteigen, weigert sich Corleone es ihnen gleich zu tun. Dafür bezahlt er bei einem Attentat fast mit seinem Leben. Schwer verletzt übernimmt sein Sohn Sonny die Geschäfte, doch ihm fehlt es an Erfahrung. Ein Bandenkrieg beginnt, der sich über Jahre hinzieht und am Ende scheint es, als sei die Familie der Corleones der Verlierer. Doch Don Corleone plante umsichtig und lang.

Bevor ich mich hier weiter über den Inhalt auslasse: lest das Buch! Spannung pur, eine Prise Humor und viel italienische Familienkultur. Man kommt nicht umhin, eine gewisse Sympathie für die Mafia zu entwickeln, wenn liest, wie mit Don Corleone alles begann.