Frank Schätzing: Lautlos

Frank Schätzing: Lautlos
Frank Schätzing: Lautlos

Die Idee ist so beängstigend wie genial: Was wäre, wenn man einen Menschen mit Licht töten könnte? Ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen, ohne ein Geräusch, aus vielen Kilometern Entfernung. Die Auswirkungen wären fatal – und genau dies ist der Inhalt von Frank Schätzings Roman Lautos.

Der irische Physiker Liam O’Connor, der im Bereich der Lichtbremsung forscht und nebenbei noch Bestsellerautor ist, hält sich im Rahmen einer Lesereise in Köln auf. Dort findet gerade der G8-Gipfel statt und die politische Weltklasse ist zu Gast. Am Flughafen trifft O’Conner jemanden wieder, den er viele Jahre nicht gesehen hat. Jemanden aus seiner Studentenzeit, der sich damals bei der IRA engagierte und deshalb sein Studium abbrechen musste. O’Connor glaubt nicht an einen Zufall und Kika Wagner, die von seinem Verlag beauftragt wurde, auf ihn aufzupassen, ebenfalls nicht. Die beiden decken eine Verschwörung auf, die verheerende Auswirkungen auf die Weltpolitik hätte – ein Attentat auf den amerikanischen Präsidenten ist geplant. Da die Geschichte klingt wie Science Fiction, ist es alles andere als einfach für die beiden, die Polizei zu überzeugen. Noch dazu wo O’Connor dem Whisky alles andere als abgeneigt und bekannt für seine verrückten Geschichten ist.

Frank Schätzing legt hier einen Roman auf dem Niveau von Der Schwarm oder Die dunkle Seite vor. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, leider reichte eine Nacht nicht, um die 700 Seiten komplett zu lesen. Ein Buch, daß nicht nur Thriller-Fans uneingeschränkt empfohlen werden kann, sondern auch allen, die sich für internationale Politik, Terrorismus, Physik und Whisky interessieren. Und Leuten, die etwas über Köln lernen wollten.

Fazit: Muß man gelesen haben! Und nebenbei erfährt man noch vieles über den Kosovo-Konflikt, Lichtbremsung und Whisky. 😉

Ein Elefant! – Von den Murchinson Falls nach Butiaba

Morgen in Red Chili Rest Camp
Morgen in Red Chili Rest Camp

Wer im Red Chili Rest Camp eine Nacht im Zelt verbracht hat, weiss was unruhiger Schlaf ist. Zwischen dem eigentlichen Zelt und dem Überzelt sind die ganze Nacht über Geckos unterwegs, die lustige Geräusche machen und das Camp wird von den afrikanischen Wildschweinen besiedelt, die im Müll nach Essensresten suchen. Nun konnte ich nicht schlafen, war aber im Besitz einer Taschenlampe und wagte es dann doch, das Zelt zu verlassen.

Red Chili Bar
Red Chili Bar

Am Morgen war ich dementsprechend unausgeschlafen und torkelte an die Bar wo ich für René und mich Kaffee bestellte. Didi musste ja schon eher los, da er um 8 mit der Fähre auf das andere Ufer übersetzten musste. Geplant war, dass René und ich mit dem Boot um 9 losfahren und Didi dann auf der anderen Seite zusteigt. Prinzipiell hat das auch funktioniert, nur sind wir erst eine dreiviertel Stunde später losgefahren, da das Boot noch auf frischen Diesel warten musste, der mit einiger Verspätung geliefert wurde.

Diesel tanken...
Diesel tanken…

Immerhin konnten wir die afrikanische Art, ein Boot zu betanken, beobachten – ein Vorgang, den man ja nicht alle Tage zu sehen bekommt. Die Prozedur begann damit, dass ein Fass von einem LKW gerollt wurde und auf den Boden plumpste. Anschliessend wurde eine Waschschüssel sowie ein Kanister organisiert und das Fass an eine kleine Mauer am Ufer gerollt. Über der Schüssel haben die Leute dann das Fass geöffnet und den Kanister druntergehalten. Es ging eine ganze Menge Diesel daneben, aber irgendwann war genug im Kanister, um das Boot zu betanken. Nachdem dieses Zeremoniell beendet war, konnten wir losfahren. Am anderen Ufer ist Didi dann wie geplant zugestiegen und die Fahrt nilaufwärts konnte beginnen.

Hippos am Nil
Hippos am Nil

Während der Bootsfahrt konnten wir dutzende Hippos sehen, die in ihren Schulen im Wasser vor sich hin dümpeln. Ausserdem besuchten noch verschiedene Antilopen den Fluss um zu trinken. Wir hatten auch die Gelegenheit einen Wasserbüffel zu sehen und etliche Krokodile, die sich in der Vormittagssonne räkelten. Die Fahrt nilaufwärts dauerte gut zwei Stunden und kurz vor den Murchinson Falls sind Didi und ich aufs Oberdeck des Bootes geklettert.

Elefant
Elefant

Und dann habe ich ihn gesehen: Meinen ersten echten Elefant! Er stand da am Nilufer und hat seinen Morgendurst gelöscht. Irgendwie hatte ich mir Elefanten größer vorgestellt. Aber ich fand ihn sehr knuffig, wie er da so stand und guckte. Ein richtig symphatischer Zeitgenosse. Nur fotografieren lassen wollte er sich nicht von jedem. Als dann alle aufs Oberdeck kamen, drehte er sich um und präsentierte sein Hinterteil.

Murchinson Falls
Murchinson Falls

Nachdem sich alle am Elefant sattgesehen hatten, ging es ein kurzes Stück weiter zu den Murchinson Falls. Dort muss der Nil sich durch eine 6 Meter breite Schlucht zwängen. Auch wenn die Höhe nicht sonderlich gross ist, ergibt das doch ein beeindruckendes Schauspiel. Leider konnte das Boot nicht allzu nah heranfahren, weil direkt vor den Fällen zu viele Steine im flachen Wasser liegen.

Elefantenfamililie
Elefantenfamililie

An den Murchinson Falls war unsere Bootsfahrt nilaufwärts beendet. In deutlich größerem Tempo ging es dann in nur einer Stunde wieder zurück zur Anlegestelle. Einmal musste das Boot aber auf der Rückfahrt doch halten: Eine Elefantenfamilie stand am Fluss!

Gegen ein Uhr Mittag verliessen wir dann das Boot und fuhren mit unserem Auto zur Paraa Lodge. Die Lodge besteht aus einem Hotel und einem Restaurant, die beide einem Inder gehören. Dort wollten wir Mittagessen, musste aber erst einmal am Pool warten, weil die Hotelgäste bevorzugt bedient wurden. Die Anlage ist für Uganda sehr luxuriös und ebenso teuer. Lustigerweise liegt sie am Nilufer genau unserem Camp gegenüber.

Affen klauen Essen aus Autos
Affen klauen Essen aus Autos

Als Teilzeit-Vegetarier war ich begeistert von dem riesigen Buffet mit indischen Spezialitäten, das uns erwartete und habe mir natürlich den Bauch vollgeschlagen bis ich nicht mehr konnte. Wir hatten ja auch sooooo viel Zeit. In der Paraa Lodge konnte ich dann lernen, dass die Welt auch in Uganda nur ein Dorf ist. Zeitgleich mit uns, aber ohne es abzusprechen, verbrachte auch eine Kollegin von Didi mit ihrem Mann ihr Wochenende in den Murchinson Falls.
Gemeinsam mieteten wir dann einen Guide für einen Game Drive. (Das Game kommt übrigens von Gemse, nicht von Spiel 😉

Sarah, eine Mitarbeiterin von UWA und ich
Sarah, eine Mitarbeiterin von UWA und ich

Unser Guide hiess Sarah und war mit einer Maschinenpistole bewaffnet. Sarah ist die einzige Frau, die als Guide im Murchinson Falls National Park arbeitet – und sie ist der beste Guide, den man haben kann, denn wir konnten alle Tiere sehen, die der Park zu bieten hat!

Statt viele Worte zu verlieren, lasse ich einfach ein paar Bilder sprechen. Um kurz nach vier ging unsere Tour los…

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Der Löwe
Der Löwe

…um neunzehn Uhr mussten wir wieder an der Fähre sein. Und kurz nach Sechs entdeckte René noch einen Löwen! So nah an der Strasse, dass man ihm direkt in die Augen schauen konnte. Wir verbrachten viel zu viel Zeit bei dem Loewen und mussten schliesslich alle Regeln des Parks brechen und sind mit 70 km/h die 35 Kilometer zurück zur Fähre gefahren. Ein Hoch auf Didi und die elastisch-ugandische Grundhaltung. Andi hat dann diese Woche die Stossdämpfer wechseln lassen…

Regenbogen bei den Murchinson Falls
Regenbogen bei den Murchinson Falls

Nachdem wir die Fähre knapp erreichten, haben wir noch eine Nacht im Camp verbracht und sind am nächsten Morgen auf dem Landweg zu den Murchinson Falls aufgebrochen. Aus der Nähe betrachtet sind die Fälle noch beeindruckender als aus der Ferne vom Fluss aus. Da das Wasser dort ziemlich aufgewirbelt wird, zeichnen sich wunderbare Regenbogen ab, die immer wieder neu gezeichnet werden.

Am Lake Albert
Am Lake Albert

Nach den Fällen sind wir nach Butiaba am Lake Albert gefahren. Die Fahrt ging über Landstrasse, die man in Deutschland nicht mal als Feldweg deklarieren würde. Der Lake ist aber auf jeden Fall eine Reise wert. Bei Butiaba geht eine Landzunge recht weit in den Lake hinein auf der früher die Briten einen Stützpunkt hatten. Die Ruinen kann man noch heute sehen, ebenso wie ein Schiffswrack, das vor Jahren über den See nach Kongo gefahren war um die dortigen Bodenschätze zu holen. Didi und ich sind am Sandstrand barfuss durchs Wasser gelaufen, unter Palmen, wie in der Südsee…

Butiaba
Butiaba

Vom Lake Albert aus sind wir dann über Hoima wieder nach Kampala gefahren, wo wir am Abend eintrafen.

Am Montag meldete Sarah sich krank. Sie hatte Malaria und sah schrecklich aus. Am Donnerstag kam sie dann wieder und man merkt deutlich, dass die gute Fee im Haus ein paar Tage fehlte. Sarah meinte auch, dass sie sich Sorgen gemacht hat, ob wir alleine klar kämen.

Signh, der Automechaniker
Signh, der Automechaniker

Da der Pickup etwas gelitten hat, unter anderem war eine Aufhängung der Spurstange gebrochen und die Stoßdämpfer nur noch Luftpumpen, hat Andi ihn zur Werkstatt gebracht. Der Eindruck, den eine ugandische Autowerkstatt hinterlässt ist auch interessant… Singh, ein Inder, hat nicht einmal eine Hebebühne. Aber der Pickup ist jetzt wieder in Ordnung.

Sonnenuntergang am Nil
Sonnenuntergang am Nil

Nachdem wir äthiopisch Essen waren, wurde Andi dann krank und musste zu hause bleiben. Also bin ich mal mit dem Bodaboda zur Firma gefahren. Andi hatte sich irgendeinen Darminfekt eingefangen und musste Unmengen von Tabletten nehmen, ist aber mittlerweile wieder genesen.

Impressionen

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