Zwischendurch: Erkenntnisse

Mittlerweile habe ich einige grundlegende neue Erkenntnisse erlangt:

  • Es gibt in Uganda kein kaltes Wasser
  • Viel besser als Nivea Sonnenschutzfaktor 30 ist mein Hut
  • Die billigste Malaria-Prophylaxe ist die beste
  • Zebras sind weisse Pferde mit schwarzen Streifen, nicht schwarze Pferde mit weissen Streifen
  • Für potentielle Besucher des Red Chili Camp: Lieber ein Omelett mit Käse und Tomaten als ein Hippo Filler!
  • Ich bin immun gegen den Kulturschock
  • Ein Moskitonetz ist sinnfrei, wenn man Ameisen im Bett hat
  • Ameisen im Bett führen zu geschwollenen Füßen
  • Ameisen lieben Käse (die in der Küche, nicht die im Bett)
  • Das Übersehen von Speed Humps lockert Stoßstangen, sofern diese lediglich genietet sind
  • Elefanten sind die einzigen Tiere mit vier Knien
  • Im Kerzenlicht duschen ist nicht romantisch wenn die einzige Frau dabei eine Mücke ist
  • Vorfahrt hat entweder der mit dem kürzesten Weg, mit der lautesten Hupe oder dem größsten Auto
  • Ich brauche einen Akku-Bartschneider

Grundsätzlich läßt sich also sagen, dass ich hier in Uganda Gelegenheit hatte, meinen Intellekt weiter zu stärken.

Aber wenn ich jetzt die Wahl hätte, würde ich nach Kirgistan fliegen.

There and back – Von Entebbe zum Nil

Wir waren nun schon zwei Tage ohne Wasser unter der brennenden Sonne der Wüste unterwegs. Ich hatte das Gefühl, dass es mit jedem Schritt heisser würde. Es war unerträglich. Mühsehlig schleppten wir uns vorwärts, über die nächste Düne. Und da! Am Horizont! Eine Oase…

Afrika
Und noch einmal Afrika

Okokok… Das hat jetzt absolut nichts mit meinem Aufenthalt in Uganda zu tun. Aber man sagt, der erste Satz eines Buches soll so fesselnd sein, dass der Leser das Buch nicht mehr zur Seite legt. Vielleicht gilt das ja auch für Blogs…

Die dritte Woche Uganda begann am Sonntag mit einem Besuch im Zoo in Entebbe, der ehemaligen Hauptstadt von Uganda. Die Strasse von Kampala nach Entebbe ist für ugandische Verhältnisse extrem gut ausgebaut und landschaftlich recht nett anzuschauen. Lustig ist, dass die Schilder, die die Entfernungen zum nächsten Ort anzeigen, in Uganda von Sponsoren aufgestellt werden. Somit erfährt man dreimal, dass es noch 35 Kilometer bis Entebbe sind – einmal von celltel, einmal von Nokia und einmal von irgendsoeinem Kopfschmerzmittelproduzent präsentiert.

Leo
Der Löwe im Zoo von Entebbe

Der Zoo ist für einen Deutschen gewöhnungsbedürftig. Unvorstellbar im Leipziger Zoo nur durch einen Maschendrahtzaun von einem Löwen getrennt zu sein. Dafür haben wir dort aber eine ganze Menge ugandischer Tiere gesehen. Unter anderem afrikanische Schweine, Zebras, Hyänen, Krokodile und Schildkröten. Und die beiden einzigen Nashörner in Uganda!

Da ich von Geflügel keine Ahnung habe, kann ich nur einen Strauss, die Papageien und den ugandischen Wappenvogel von den ganzen Vögeln im Zoo benennen. Die anderen waren aber auch nett.

Zoo
Im Zoo von Entebbe

Buffalos und Antelops gab es natürlich auch in rauhen Mengen. Große und kleine, aber keine Elephants! Dafür gibt es aber ein Fiber Optic Cable, vermutlich um den ganzen Tieren Breitband-Internet zu ermöglichen 😉

Die Attraktion des Zoos sind aber zweifelsohne die Schimpansen. Bei denen war ich mir hinterher aber nicht so sicher, wer da für wen die größere Attraktion darstellt…

Forest Walk
Forest Walk

Nachdem wir uns die ganzen Tierchen angeschaut hatten – einige wollten uns allerdings nicht sehen – haben wir einen Forest Walk gemacht. Nunja… den Weg hat vor uns schon lange niemand mehr genutzt. Als wir dann plötzlich in einem Gehege standen, wurde uns klar, warum die viele Affen um uns herum sind…

Imperial Resort Beach
Imperial Resort Beach

Nach dem Zoo sind wir dann ins Imperial Resort Beach gefahren. Da kann sich manches deutsche Hotel verstecken. So viel Luxus hat man auch in Europa nicht oft. Wir haben dort African Tea getrunken, auf den wir eine geschlagene Stunde warten mussten. Immerhin war er lecker.

Gemüse
Gerrit kocht eine Gemüsepfanne

Am Abend habe ich dann eine Gemüsepfanne gemacht, mit Auberginen, Zucchini und Kartoffeln. Ach, und Zwiebeln. Seit dem erinnert mich Andi immer daran, dass ich noch eine Zwiebel schälen wollte… dreimal am Tag…

Apropos… es gab ja Fragen, was man hier in Afrika so isst. Einigermaßen verträglich muss es ja sein, sonst hätte ich Feinschmecker wohl nicht so lange überlebt.

Daily Food
Daily Food – lecker!

Die Woche über lassen Andi und ich uns meistens von Richie das „Daily Food“ mitbringen: Reis mit Bohnen und Fleisch – auf das ich aber verzichte.

Ansonsten kann man hier in Kampala auch sehr gut Essen gehen. Wir waren schon beim Schweizer (ganz ok für die Mittagspause), beim einem Thai-Restaurant (mit Japanern: Miga und ihrem Freund, das Essen war sehr lecker) und zweimal Chinesisch. Ausserdem hat Andi mir das afrikanische Fast Food in Garden City gezeigt. Schmecken tuts fantastisch, die Preise sind europäisch… nur von fast kann keine Rede sein. So schmeckt Afrika.

Frühstück
Frühstück in Kampala

Zu Hause esse ich dann immer noch jede Menge Ananas, Mango und Baby-Bananen. Ausserdem mach Sarah für uns oft afrikanische Speisen, deren Namen ich mir nicht merken kann, die aber allesamt sehr lecker sind. Und das Frühstück macht Sarah auch jeden Morgen – ich will sie mitnehmen…!
Mein kulinarisches Fazit: Für Vegetarier ist Uganda ein Paradies!

Für Freitag war ja die Safari zum Nil geplant. Da in der Gegend um die Murchinson Falls Malaria sehr häufig vorkommt, sind Andi und ich zum Krankenhaus gefahren, um Prophylaxe zu holen. Jetzt muss ich drei Wochen lang jeden Tag eine Doxycyclin-Tablette nehmen.

International Hospital Kampala
International Hospital Kampala

Das Krankenhaus (IHK heiss nicht Industrie- und Handelskammer sondern International Hospital Kampala) ist durchaus auf europäischem Niveau. Die Aussicht vom Krankenhausbalkon würde ich sogar als deutlich besser bezeichnen.

Diese Woche habe ich dann auch mal Wäsche gewaschen. Es war grade wieder Stromausfall und ich hatte eine LED-Lampe von René um den Kopf geschnallt. War schon interessant. Irgendwie. Na, immerhin ist alles sauber geworden – nur eine Socke fehlt mir jetzt.

Old Taxi Park
Old Taxi Park in Kampala

Als wir im Laufe der Woche mal wieder die City von Kampala besuchten um einige Dinge zu erledigen, hat Andi mir den Old Taxi Park gezeigt. Von hier aus starten alle Matatus in Kampala. Das Chaos ist unbeschreiblich, als wohlgeordneter Deutscher fragt man sich verzweifelt, wie sich die Leute hier zurechtfinden, aber offensichtlich klappt es.

Stromspar-Server
Stromspar-Server

Im Büro habe ich jetzt eine Teststellung für unseren Stromspar-Server aufgebaut, um ihn konfigurieren zu können. Hier ist auch endlich mal ein Bild vom ersten Afrika-PC zu sehen. Ich bin sicher, das Teil wird der Verkaufshit hier in Uganda.

Ausserdem gab’s diese Wochen endlich die Rezeption für Diamond ICT. Die hat Andi ja schon im letzten Jahr in Auftrag gegeben. In Afrika dauert hat alles etwas länger… Immerhin ist sie sehr schön geworden und als wir sie abholten (sie war IKEA-tauglich in Einzelteile zerlegt), hatte ich auch Gelegenheit, die afrikanische Transportweise kennenzulernen.

Nach Norden...
Nach Norden…

Am Freitag ging es dann endlich los zum Nil! Didi, René und ich sind mit Andis Pickup gen Norden gefahren. Zunächst durch die ganze Stadt, was sicherlich der mühsamste Teil der Fahrt war, und dann die Landstrasse über Bombo, Luwero, Kigumba und Masindi zum Murchinson Falls National Park. Dort hatten wir am Südufer des Nil im Red Chili Rest Camp ein Zelt für uns reserviert.

Im Murchinson Falls National Park
Im Murchinson Falls National Park

Der Park ist ein Naturerlebnis. Nachdem man für das Auto und jede Person einen vergleichsweise erschwinglichen Obulus entrichtet hat, fährt man eine schier endlose Straße durch den Wald und die Savanne. Von der Grenze des Parks bis zu unserem Camp brauchten wir gut zwei Stunden, weil wir immer wieder angehalten haben, um die Landschaft zu fotografieren.

Im Camp gab es dann ein Problem: Didi hatte sein eigenes Zelt mitgebracht und die Stangen fehlten. Nachdem wir eine Weile nach geeigneten Ästen gesucht haben, kam René auf die Idee von den Dachdeckern, die gerade an der Bar-Hütte des Camps arbeiteten, eine Bambusstange zu borgen – was er dann auch tat. Zu dritt haben wir es dann geschafft, die Bambusstange zu teilen und mit den Hälften das Zelt aufzustellen. Damit sind wir also alle drei Afrika-tauglich.

Der Nil
Der Nil

Das Camp liegt auf einem Hügel, 500 Meter vom Nil entfernt. Natürlich haben wir dem Fluss gleich noch einen Besuch abgestattet und haben eine Bootsfahrt zu den Fällen für den nächsten Tag reserviert. Ursprünglich wollten wir ja am Nachmittag fahren, aber da war schon ausgebucht. Einer der Bootsbesitzer erklärte uns aber, dass es viel besser sei, früh den Nil hinaufzufahren, weil da alle Tiere zum Trinken kämen. Wir waren erstmal gespannt.

Und morgen! Morgen gehen wir auf Safari.

Impressionen

 

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Die Kakerlake der Woche

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I’m still alive – Uganda 2

Auch die zweite Woche Wildnis habe ich überlebt. Abgesehen davon, dass mich Riesenspinnen attakierten, die eingeborenen Kannibalen mich kochen wollten und Andi und ich uns fünf Tage lang im Dschungel verlaufen hatten, verlief sie sogar recht ereignislos. Äähh… ja. Spass beiseite.

Aussicht
Blick vom Steinbruch

Am Samstag haben wir größtenteils nichts getan. Das war auch mal ganz angenehm, hatte ich doch die Chance, endlich zu realisieren, dass ich jetzt in Afrika bin. Andi kurierte die Reste seiner Erkältung aus und musste ja mitten in der Nacht Didi und René vom Flughafen abholen. Deren Flieger kam über eine Stunde zu spät, aber irgendwann in den frühen Morgenstunden des Sonntags waren auch die beiden schliesslich wohlbehalten im Compound.

Andi hatte für René noch ein Bett bei Emmanuel, unserem Tischler, in Auftrag gegeben. Das ist ziemlich schick geworden. Ein Foto davon folgt später.

Steinbruch
Steinbruch

Am Sonntag Nachmittag machte Didi dann eine Turbo-Führung mit uns durch Kampala…

Begonnen hat die Führung am Steinbruch hinter dem Tank Hill. Von dort hat man eine gute Sicht auf den Lake Victoria und auf die Sümpfe vor der Stadt. Auf dem Hügel oberhalb des Steinbruchs haben Andi und ich uns noch (verbotenerweise) das Grundstück einer amerikanischen Ärztin angeguckt.

Wald
Romantischer Wald

Sie hat’s sehr romantisch, oder?

Nach dem Steinbruch ging’s nach Ggaba, einem Fischerdorf am Lake Victoria. Der Übergang von Kampala nach Ggaba ist ziemlich fliessend, ein Ortsschild vermisst wohl nur der deutsche Tourist. Die Fischer von Ggaba gelten als Helden, weil die meisten von ihnen nicht schwimmen können und sich in ihren kleinen Booten auf den See wagen. Da der See zudem von Bilharzioseerregern nur so wimmelt, ist die Lebenserwartung der Fischer nicht sehr hoch.

Kippering
Fischräuchern in Ggaba

Direkt am Wasser werden die Fische geräuchert (Abfälle schnappen sich die Marabus wie man sieht) und auf dem Markt verkauft. Andi und ich sind auch mal über den Markt gelaufen. Fotos habe ich dort aber lieber keine gemacht, meine Kamera war mir zu teuer. Ich denke, die Impressionen von ausserhalb des Marktes reichen aber auch. Für jemanden der nur Luxus-Deutschland kennt, ist es kaum vorstellbar wie die Menschen hier leben.

Direkt neben Ggaba liegt ein Beach Ressort. Die Ressorts sind streng abgegrenzt und werden von bewaffneten Watchguards bewacht. Der Wächter wollte Didi gleich prellen und verlangte 4000 Schilling von uns als Eintritt. Normalerweise sind nur 1000 Schilling pro Fahrzeug fällig. Ein Schelm, wer böses denkt.

Beach Ressort
Party im Ggaba Beach Ressort

Im Beach Ressort trifft man dann hauptsächlich Ausländer und die wenigen gut betuchten Ugander, die sich ihre Sonntage am Strand vertreiben. Hier werden auch die Pflanzen im Wasser entfernt, so dass das Bilharzioserisiko eher gering ist.

Die Tatsache, dass nur 100 Meter weiter der Fischmarkt ist, vergisst man im Ressort sofort. Allerdings wird einem auch gleich wieder bewusst, wo man sich aufhält, wenn man das Ressort verlässt.

Speke Ressort
Speke Ressort

Nach dem Besuch des Beach Ressort hat Didi und dann noch das Speke Ressort gezeigt. Andi und ich hatten uns das schon in der Woche vorher angeschaut, deshalb war der Kontrast-Schock für mich nicht ganz so gross, aber René war beeindruckt.

Das Speke Ressort ist die größte Hotel- und Freizeitanlage Kampalas, direkt am Lake Victoria. Wie alle gut laufenden Unternehmungen in Uganda gehört auch das Speke Ressort einem Inder.

Nach einer kurzen Rundfahrt durch die Innenstadt von Kampala sind wir dann wieder nach Hause zurückgekehrt. Meiner Meinung nach sollte Didi Reisen anbieten: Uganda in 24 Stunden 😉

Geldscheinprüfer
Geldscheinprüfer

Die Woche über hatte ich dann auch einiges zu tun. Da viele gefälschte 20.000-Schilling-Scheine im Umlauf sind, habe ich aus einer kaputten LED-Taschenlampe, einer abgeschnittenen Wasserflasche von Rwenzori, etwas Alufolie und einem USB-Kabel einen Geld-Prüfer für Yvonne, unsere Buchhalterin, gebastelt. Die ugandischen Kollegen waren begeistert!

Emmanuel
Emmanuel, unser Tischler

Ausserdem hat Emmanuel, unser Tischler, mein Gehäuse für den Stromspar-PC fertiggestellt. Wir haben das Gerät dann gemeinsam zusammengebaut. Der erste hölzerne PC, gefertig in einer Tischler-Werkstatt in Kampala – wenn das nichts ist.

Am Freitag hat es dann, obwohl ja Trockenzeit sein sollte, extrem geregnet. Unser Arbeitsweg sah… interessant aus.

Regen
Regen in der Trockenzeit

Trotz des vielen Regens zur Zeit ist es sehr warm. Die Ugander sind auch überhaupt nicht traurig, sind doch die Power Cuts durch den Regen seltener geworden. Voriges Jahr wurde noch jeden zweiten Tag der Strom abgestellt, im Moment passiert das nur alle vier Tage.

Das amüsanteste Erlebnis diese Woche hatte ich, als Andi und ich die lokalen Telcos besuchten. Andi, als Manager von Diamond ICT, ist mit Anzug und Krawatte gegangen. Ich, als Nichts, kam einfach in Sandalen, Safari-Hosen und Hawai-Hemd mit. Jedenfalls hatte ich die Gelegenheit sehr viele junge Uganderinnen auf Andi starren zu sehen. Sowas habe ich bei Frauen in Europa noch nie erlebt…

Team
Das Team von Diamond ICT

Damit ihr auch mal wisst, mit dem ich hier bei Diamond ICT so zu tun habe, hier mal ein Gruppenfoto von uns: Andi, Harrison (Lehrer), der Watchguard, Steven (Lehrer), Godfrey (Techniker), Yvonne (Buchhalterin), ein Elefant, Charles (Praktikant) und Richie (Hausmeister).

Impressionen

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„How are you?“ – Eine Woche Uganda

Afrika!
Afrika!

Mittlerweile bin ich eine ganze Woche in Uganda, Zeit einiges über die ersten Eindrücke zu schreiben.

Wir starteten am 6. Januar pünktlich um 8 in Plauen und sind ziemlich problemlos nach Frankfurt gekommen. Dort ging dann nachmittags um drei der Flieger nach Kairo.

Egypt Air ist ganz ok, keine Luxus-Airline, aber für Abenteurer durchaus angemessen 😉

Kairo bei Nacht
Kairo bei Nacht

Imposant war der nächtliche Anflug auf Kairo, ich habe versucht einige Impressionen aus dem Flugzeug festzuhalten. Die Stadt ist ein wahres Lichtermeer, das sich bis zum Horizont hinzieht. Überall an den Stassen sieht man grüne Ballons als Laternen, so dass Kairo vom Himmel aus wie der Sommerball der Glühwürmchen wirkt.

Der Flughafen Kairo allerdings ist ein Erlebnis ganz anderer Art – ein vergleichbares Chaos ist mir noch nirgendwo begegnet. Wir kamen so gegen 21 Uhr Ortszeit an und wurden aus dem Flugzeug in einen Bus verfrachtet – nichts ungewöhnliches erstmal. Als wir dann aber aus dem Bus ausgestiegen waren und uns auf den Weg zu den Terminal machen wollten, wurden wir nach der Hälfte des Weges zurückgepfiffen. Transitpassagiere sollten woanders hin. Also stiegen wir wieder in den Bus ein und wurden erstmal wieder zurück aufs Flugfeld gefahren. Von da an ging’s dann auf eine andere Etage zu den richtigen Terminals.

Nachdem wir den Bus verlassen hatten (diesmal entgültig) mussten wir alle unsere Pässe und Flugtickets abgeben. Die Kairoer Beamten sammelten sie alle ein und packten sie auf grosse Stapel – eine interessante Erfahrung, wenn der Anschlussflug in einer Stunde geht und man eine dreiviertel Stunde auf seinen Pass warten muss.

Hut ab vor den Ägyptern, dass sie das von ihnen gestiftete Pass-Chaos wieder aussortieren konnten. Schliesslich kamen wir aber zu unseren Pässen und auch zum Flugzeug, das mit deutlicher Verspätung gen Entebbe startete.

Moskitonetz
Moskitonetz

Dort kamen wir irgendwann in den frühen Morgenstunden an. Richie und Rashid haben uns mit Andis Pickup abgeholt. Andi ist dann von von Entebbe nach Kampala gefahren, wo wir wohnen. Irgendwann gegen sieben sind wir dann endlich ins Bett gekommen. Dass ich unter einem Moskitonetz geschlafen habe, habe ich erst irgendwann später realisiert.

Am Sonntag Nachmittag habe ich dann erste Eindrücke von der Stadt bekommen – die Gegensätze sind unglaublich. Mindestens ebenso unglaublich ist der Geschmack der Knorr-Tomatensuppe, die es hier in Uganda gibt. Ich habe versucht, sie mit Oregano, Basilikum und Rosmarin zu verfeinern, bin aber kläglich gescheitert…

Paula & Kila
Paula & Kila

Das Haus wird gut bewacht. Von Kila und Paula und von Rashid. Der ist zwar eigentlich Gärtner, hat aber letztens einen Fernseher von Didi bekommen und wird das Compound wie ein Löwe verteidigen.

Die ganze Woche über haben wir gearbeitet. Das funktioniert hier aber anders als in Europa. Wir wollten eine Website per FTP auf einen Server bei Infocom transferieren – prinzipiell ja kein Problem, möchte man meinen. Nicht so in Uganda. Irgendwann sind wir dann mit der Seite auf CD ins Rechenzentrum gefahren – keiner da, der uns hätte helfen können. In Afrika kann man Probleme aber aussitzen, also warteten wir auf den Besucherstühlen – zwei Stunden. Als wir langsam so richtig Hunger hatten, wurden wir auf den nächsten Tag vertröstet. Am zweiten Tag erklärte uns eine Angestellte, dass uns nicht geholfen werden könne, weil Andi ja den Chef kennt und sich niemand traut uns zu helfen, aus Angst, etwas falsch zu machen. Logisch, oder?

Am dritten Tag war endlich der Chef wieder da und der hat uns dann auf den vierten Tag vertröstet. Da haben wir dann endlich mit einem Admin sprechen können, so dass die Website am Freitag fertig war. Insgesamt hat sich das ganze schon seit drei Monaten hingezogen. Andis Kommentar: Die Woche war richtig erfolgreich – für’ne afrikanische Woche.

African Tea
African Tea

Meine Afrika-Qualifikation habe ich in dieser Woche auch bestanden – ich habe den Laptop von Lioba repariert. Mit Lötkolben und Heisskleber.

Nachdem Andi mich den Einheimischen vorgestellt und mir einiges von Kampala gezeigt hat, haben wir noch African Tea getrunken. Obwohl ich Tee eigentlich nicht mit Zucker trinke, schmeckt dieser speziell afrikanisch gewürzte Tee nur mit mindestens drei Löffeln Zucker.

Impressionen

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Willi

Willi
Willi

Achja… Das aufregendste Ereignis diese Woche war das Ableben von Willi, meiner Stubenkakerlake.